Gefährdungsbeurteilung Corona-Virus

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  • Hallo zusammen,


    mich würde mal interessieren wer von Euch eine Gefährdungsbeurteilung zum Corona-Virus im Auftrag erstellen musste bzw. selbst eine als Vorlage zur Verfügung gestellt hat. Bei der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gilt es ja unter anderem zu ermitteln, ob eine Infektionsgefährdung für die Beschäftigten vorliegt. Hinweise hierfür gibt die BioStoffV bzw. die diese konkretisierenden Technischen Regeln Biologische Arbeitsstoffe (TRBA). Oder habt ihr nur die entsprechenden Handlungshilfen der DGUV-BAuA oder der BGen verwendet?

    Gruß tanzderhexen


    "Das Verhüten von Unfällen darf nicht als eine Vorschrift des Gesetzes aufgefasst werden, sondern als ein Gebot menschlicher Verpflichtung und wirtschaftlicher Vernunft"
    Werner von Siemens, Zitat von 1880
    „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
    Aristoteles griech. Philosoph 384 -322 v. Chr.

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  • Hallo TanzderHexen ich habe diese BA meinen Kunden gesendet und alle GBU auf die genannte Tätigkeit in der BA erweitert.

    gruss klaus

  • Bei uns werden top-down Maßnahmen verkündet und umgesetzt.


    Ich glaube nicht, dass dazu eine Gefährdungsbeurteilung notwendig wäre (Produktionsbetrieb, Metall). Viren gehören nicht zu den Arbeitsbedingungen und Arbeitssystemen, sie sind ein Einfluss von außen UNABHÄNGIG von der Arbeitsaufgabe.


    Andererseits trifft das auch auf Wetter zu, und das ist zu berücksichtigen.


    Eine biologische Gefährdung ist Corona in der Arbeitsschutzlogik nicht, wir holen uns die Viren nämlich nicht als Arbeitsmittel ins Haus.


    Manche Firmen (meine Ex z.B.) haben Pandemiepläne erstellt, aber an der SiFa vorbei. Eigentlich sehe ich für Erkrankungen die SiFa auch nicht in der Pflicht, als SiFa tätig zu werden (Gesundheitsschutz ist nämlich Aufgabe ALLER). Die Qualifikation fehlt komplett.


    Als SiFa würde ich eigentlich auch gegen jede andere Krankheit vorgehen (auch gegen Erkältung: alle wegbleiben!). IMO hat der Fakt, dass Kranke zur Arbeit kommen dürfen, die Pandemie extrem begünstigt. Habe aber in diesem Punkt nichts zu sagen und wenn ich etwas gesagt habe, ist das ignoriert worden (Persönlichkeitsrechte usw.). Das ist Stand der gesellschaftlichen Situation (mit den bekannten Folgen).


    Fazit: eine mögliche GBU Corona wird ohne mich stattfinden. Der facto existiert sie, sonst gäbe es keine Maßnahmen. Dass sie nicht nach ArbSchG oder einer speziellen Verordnung definiert und schriftlich festgehalten ist - meinerseits geschenkt.


    Ausblick: WENN Corona doch noch eine Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG erfordern würde, würde ich auf die Berücksichtigung von Infektionskrankheiten insgesamt bestehen, nicht nur auf Corona. Anders wäre diese GBU für mich nicht präventiv und nachhaltig genug.

  • Hallo,


    ist das realistisch?

    Man schaue sich nur diesen Fall an:

    https://www.br.de/nachrichten/…orenheimbewohnern,Ru1k1ev


    Sofern die Berichte dazu stimmen, gab es erste Fälle

    bereits früh im Februar. Zahlreiche Bewohner erkrankt,

    mittlerweile teilweise auch verstorben und weit über

    20 Mitarbeiter sind betroffen. Da stellt sich doch die Frage,

    hat man hier bei einem Virus überhaupt eine Chance zum

    reagieren, insbesondere wenn es ein bis dato unbekanntes

    Virus ist.


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Hallo zusammen,


    mich würde mal interessieren wer von Euch eine Gefährdungsbeurteilung zum Corona-Virus im Auftrag erstellen musste bzw. selbst eine als Vorlage zur Verfügung gestellt hat. Bei der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gilt es ja unter anderem zu ermitteln, ob eine Infektionsgefährdung für die Beschäftigten vorliegt.

    Moin,


    wir frühzeitig einen Stab mit allen relevanten Personen gebildet und uns dann strikt an die DGUV 0 gehalten.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Hallo,

    wir frühzeitig einen Stab mit allen relevanten Personen gebildet und uns dann strikt an die DGUV 0 gehalten.

    Zustimmung, das ist aber in einer Behörde deutlich einfacher,

    als in einem Unternehmen. Aus eigener Erfahrung, einen Stab

    mit allen relevanten Personen, bekommt man meist nur

    in Großbetrieben hin. Die Regel ist eher eine Ablehnung, da die

    Notwendigkeit verneint wird. Von gänzlich anderen Problemen,

    gar nicht zu reden.


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

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  • wir frühzeitig einen Stab mit allen relevanten Personen gebildet und uns dann strikt an die DGUV 0 gehalten.

    Ja, haben wir auch so gemacht!


    Gruß

    Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage an alle in der Runde, ein Niederlassungsleiter möchte das ich eine GFB für diesen komischen Virus erstellen. Ich sagte Ihm bereits, dass ich als SiFa eigentlich der falsche AP dafür bin. Er ließ aber nicht davon ab. Hintergrund, diese Niederlassung ist sehr nach am nordrhein-westfälischen Epizentrum dem Kreis Heinsberg. Von dort kommen ca. 30 Prozent der Belegschaft zur Arbeit. Diese Mitarbeiter waren bis HEUTE von der Arbeit freigestellt bei vollen bezügen. Nun möchte die Hauptzentrale diese Freistellung aufheben, die Kollegen aus Heinsberg sollen sich ganz normal in den Dienstbetrieb eingliedern. Natürlich existieren akutell Maßnahmen in Sachen Hygiene, Beschränkungen im Sozialraum usw.
    Der Niederlassungsleiter möchte jedoch dass diese Kollegen noch mindestens 1 Woche bei vollen Bezügen Zuhause bleiben. Was meint Ihr dazu?

  • Moin,


    jeder, der in der derzeitigen Situation nicht absolut notwendig ist, den Laden am Laufen zu halten und nicht aus dem Home-Office arbeiten kann, hilft dem Betrieb am meisten, wenn er zu Hause und gesund bleibt.


    Ich schreibe auch keine Gefährdungsbeurteilung. Wir haben Protokolle unserer TelKos des Stabes und den Mailverkehr zwischen den Stabsmitgliedern, den ich auch gerne ausdrucken kann. Ich werde mich aber nicht hinsetzen und eine Gefährdungsbeurteilung schreiben, wenn ich nicht mal abschätzen kann, wie die Lage und die Rechtslage in 24 Stunden sein werden.


    So gerne ich als Beamter drucke, hefte und loche :44: dafür ist jetzt wirklich keine Zeit. Wir machen doch nichts anderes als Gefährdungsburteilungen nach der DGUV 0.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Als SiFa? Das ist eine Personalentscheidung, insofern Schulterzucken.


    Bei uns wird jetzt doch noch eine GBU Corona erstellt (nicht durch mich, andere Sifas beteiligt).

    Er möchte mit dieser Aktion seine Personalentscheidungen untermauern.

    Was für mich persönlich auch keinen Sinn macht. Sonst muss ich morgen noch eine GFB Schnupfen erstellen.

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  • Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage an alle in der Runde, ein Niederlassungsleiter möchte das ich eine GFB für diesen komischen Virus erstellen. Ich sagte Ihm bereits, dass ich als SiFa eigentlich der falsche AP dafür bin. Er ließ aber nicht davon ab. Hintergrund, diese Niederlassung ist sehr nach am nordrhein-westfälischen Epizentrum dem Kreis Heinsberg. Von dort kommen ca. 30 Prozent der Belegschaft zur Arbeit. Diese Mitarbeiter waren bis HEUTE von der Arbeit freigestellt bei vollen bezügen. Nun möchte die Hauptzentrale diese Freistellung aufheben, die Kollegen aus Heinsberg sollen sich ganz normal in den Dienstbetrieb eingliedern. Natürlich existieren akutell Maßnahmen in Sachen Hygiene, Beschränkungen im Sozialraum usw.
    Der Niederlassungsleiter möchte jedoch dass diese Kollegen noch mindestens 1 Woche bei vollen Bezügen Zuhause bleiben. Was meint Ihr dazu?

    Ich finde es schon schwer, dass eine Gefährdungsbeurteilung erstellt werden soll wenn das Ergebnis schon klar definiert wurde nur um dies umsetzten zu können.

    So etwas versuche ich immer nicht zu machen, da es nicht unser "gelernter Weg" ist. :-)


    Ich sehe das auch so, dass dies eine Entscheidung der Personalabteilung ist und wir als SiFa hier raus sind.


    Bei uns ist es so, dass wir auch eine Art Stab gebildet haben, der in TelCo regelmäßig die aktuelle Lage bewertet und das weitere Vorgehen bespricht. Hier bin ich auf Grund meiner Vorkenntnisse (nicht als SiFa) mit im Boot.

    Somit sind bei uns viele in der Verwaltung ins Home-Office gegangen und wir haben ein Schichtsystem für die Niederlassungen eingeführt.

    Lachen ist die beste Medizin - Außer man hat Durchfall.....

  • ...wir sind schon weiter als jetzt noch eine GB zu formulieren...


    Lesen:

    Zitat aus dem Anhang:

    "Patienten, die eine Intensivtherapie ablehnen, werden nicht intensivmedizinisch behandelt. Dies kann auf der Grundlage des aktuell geäußerten, erklärten (z.B. in einer Patientenverfügung),früher mündlich geäußerten oder mutmaßlichen Willens erfolgen"


    Den rot markierten Teil halte ich für ziemlich gewagt.

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  • Wenn das wirklich zum Tragen kommt, dann hat uns die Lage fest im Griff und man diskutiert über solche Sachen nicht mehr. Ich hoffe/glaube nicht, dass es so weit kommen wird, aber sollte dies der Fall sein, ist die Ethik sowieso über Bord gegangen, und die Ärzte sind dann die armen Schweine, die es mit ihrem Gewissen ausmachen müssen, wem sie das rote Kreuz auf die Stirn zeichnen und wem das grüne Kreuz.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.