Muß jedes Labor mit einer dusche ausgestattet sein ?

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  • Hallo Schwarmwissen,


    wir haben hier eine Wareneingangsprüfung (Labor), in der u.a. auch Untersuchungen der Grundmaterialien (hier nur Stahl) vorgenommen werden.

    das gefährlichste "Zeug" im "Labor" scheint 35 od. 38 %ige Salzsäure zu sein !


    Jetzt wird von einem Mitarbeiter behauptet, das jedes Labor mit einer Personendusche zur Not ausgestattet sein muß !?


    Ich suche hier eine Grundlage um diese Aussage zu untermauern bzw. zu widerlegen...


    Was ist da dran ?


    Danke und Grüße aus Ostwestfalen,


    Heinz

    Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein !
    Von Marie von Ebner-Eschenbach

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  • Hallo SabineK und Chris,


    danke euch für die Informationsquellen !


    SabineK:

    Dein Link war sehr informativ aber letztendlich lande ich im Nirvana einer unerschöpflichen Quelle...lächel

    Die Suche wird hier etwas längerfristig ausfallen !?


    Chris

    Deine beiden Links sind da schon etwas Zielgerichteter gewesen und ja, um eine "Gefährdungsbeurteilung" werde ich nicht umherkommen....zwinker !


    Danke und Grüße,


    Heinz

    Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein !
    Von Marie von Ebner-Eschenbach

  • Wir haben auch Labore. Die gefährlichsten Stoffe hier sind Ampullen mit Allohol (Desinfektion). Labor ist Labor ist Labor.


    Wir haben die Duschen alle gesperrt, sie werden abgebaut. Wenn sich der Mitarbeiter alkoholoisiert, dann kann er auf dem Flur gegenüber in die normale Personaldusche. Bis dahin wird er sich nicht in Alk auflösen, und wenn doch, ist es auch egal.


    Für Euch: Die Salzsäure - wird wie genau angewendet? Kann der ganze Körper benetzt werden? Wenn das ein Fläschchen Kategorie Nasenspray ist, ist die Ganzkörperdusche Unsinn.


    Eine Augendusche würde ich auf JEDEN Fall installieren. Von dieser Technologie (Handbrause) bin ich auch mehr Überzeugt als von solchen Festinstallationen mit zwei Brausen.


    Wenn Ihr die Dusche doch noch braucht, dann muss sie beheizt sein, denk dran!

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  • Um eine Gefährdungsbeurteilung wird man in diesem Fall nicht drumherum kommen. Wie die Lösung dann aussehen wird, kann bzw. muss daraus dann ja hervor kommen. Nur von den Grundinformationen her, wäre ich auch eher bei einer PSA und einer Augendusche, welche aber auch in einen Wartungsplan aufgenommen werden muss. Es müsste doch auch entsprechende Informationen des Herstellers von der genutzten Salzsäure geben.

    Glück Auf aus dem Pott


    der Jörg

  • Guckst Du Wikipedia:


    "Temperiertes Wasser im Labor: Die in der DIN EN empfohlene Wassertemperatur reduziert die DGUV 213-850 für das Labor auf maximale Raumtemperatur, zumal im Gegensatz zu Industrieanwendungen die Gefahr der Hypothermie (Kälteschock) gering ist."


    "Temperiertes Wasser: Die in der DIN EN Teil -5 empfohlene und von der ANSI geforderte Temperatur des Notduschwassers von 15 bis 37 °C ist bei Industrieanwendungen essentiell."

  • Von einer TRGS darf man ja durchaus abweichen, muss dann eben über die GBU darstellen dass das gleiche Schutzniveau erreicht wird. Bei Umgang mit relativ kleinen Mengen würde ich zu einer Augendusche mit Schlauch tendieren. Diese kann durchaus als Teilkörperdusche eingesetzt werden. Die notwendigen Spülungen sind bei einer solchen Augendusche auch wesentlich einfacher durchzuführen, als bei einer Ganzkörperdusche.

    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser, als gewöhnlicher Mord. (Albert Einstein)

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  • Bei aggressiven Medien stellt sich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung vor allem die Frage: Ist Wasser ein geeignetes Spülmedium oder ist eine aktive Spüllösung erforderlich (weil die Erste Hilfe Leistung mit Wasser zu lange dauert)?

    Bei stark ätzenden Säuren und Laugen führt meiner Meinung nach kein Weg an einer für die vorliegenden aggressiven Chemikalien geeigneten aktiven Spüllösung (ggf. für die Augen und die Haut, je nach Gefährdungspotenzial für die Beschäftigten) vorbei. Da ist Wasser für die schnelle Erste Hilfe ungeeignet, da es zu lange dauert, bis der Verdünnnungseffekt eintritt und keine Gefahr mehr von der Chemikalie ausgeht. Vor allem bei einem Spritzer ins Auge dauert das Spülen mit Wasser viel zu lange und nur mit einer passenden aktiven Spüllösung lässt sich ein Augenschaden verhindern. Bei aktiven Spüllösungen sind auch deutlich kleinere Mengen für die wirksame Spülung erforderlich, so dass z.B. Augenspülflaschen ausreichen und keine fest installierte Augendusche mit Leitungswasser (inkl. Verkeimungsgefahr und ggf. Temperaturproblematik) erforderlich ist. Oder eine Körperdusche mit 5 Litern statt einer fest installierten Dusche (inkl. Verkeimungsgefahr und Temperaturproblematik).


    PS: Nein, ich arbeite nicht für irgendeinen Hersteller von aktiven Spüllösungen. Ich bin jedoch aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen sowohl als Sicherheitsingenieur in Chemiebetrieben, als auch als ABC-Fachberater im Brand- und Katastrophenschutz kein Fan von Wasser zur Dekontamination und bevorzuge schnell wirksame aktive Spüllösungen, die zudem eine gefahrlose Erstversorgung / Spülung des Verletzten durch die Helfer ermöglichen (während kontaminiertes Wasser auch die Helfenden gefährden kann).

  • Bei aggressiven Medien stellt sich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung vor allem die Frage: Ist Wasser ein geeignetes Spülmedium oder ist eine aktive Spüllösung erforderlich (weil die Erste Hilfe Leistung mit Wasser zu lange dauert)?

    Wasser ist das ideale universelle Spülmittel. Wenn Du neutralisierende Stoffe einsetzen willst musst Du für Säuren und Laugen schon mal 2 verschiedene Mittel verwenden. Wie viel ist denn so im Auge oder auf der Haut bei einer Kontamination vorhanden? Da dürfte man im unteren Milliliter Bereich sein, somit bei der Augendusche recht schnell eine Verdünnung über 1:1000. Die speziellen Augenspüllösungen halte ich nur in Bereichen für sinnvoll, in denen mit großen Mengen einzelner gefährlicher Stoffe umgegangen wird.

    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser, als gewöhnlicher Mord. (Albert Einstein)

  • Hallo zusammen,


    ihr seht mich begeistert !


    die Antwort von "ZZZ" und dann alles folgende hat mir sehr geholfen !


    Diese Notduschen-Lösung scheint mir etwas über das Ziel hinaus zu schießen !?


    Werde jetzt als erstes die "Gefährdungsbeurteilung" in Angriff nehmen und dann sicher eine pragmatischer Lösung finden.



    Danke euch allen noch einmal, mir wurde sehr gut geholfen !


    Jetzt muß ich nur noch dieser Tread schließen, kann mir bitte einer noch mal sagen, wie ich das anstelle !?!?


    Grüße aus Ostwestfalen,


    Heinz

    Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein !
    Von Marie von Ebner-Eschenbach

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  • In unserem Beruf musst Du lesen. Sagte ich schon du musst lesen?

    Ansonsten bleibst du immer der Fragende. Und zu 100 % erschöpfend sind die Auskünfte nicht immer.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)
                                                                                                                                                              
    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)

    *S&E* Glück auf


    Gruß Mick

  • AxelS es gibt auch aktive Spüllösungen, die Säuren und Laugen neutralisieren können. Wie immer kommt es aufs Detail, in diesem Fall die verwendeten Stoffe, an. Gefahrstoffverzeichnis erstellen, Kontaminationsgefahr bewerten (nur Auge oder nur Haut oder beides) und dann geeignete Spüllösung suchen.

    Lässt sich die Stoffvielfalt nicht mit einer aktiven Spüllösung abdecken, dann kann man über Wasser als universelles Spülmedium nachdenken, da ein Spülmedium i.d.R. besser ist als mehrere verschiedene Spüllösungen (damit im Falle eines Unfalls niemand zum falschen / ungeeigneten Hilfsmittel greift).

  • WERO hat mich im Bereich erste Hilfe mit Neutralisationslösungen beraten - der Berater hat ganz genau Bezug zum konkreten Gefahrstoff vor Ort genommen und GENAU dafür haben wir auch die Pufferlösung geholt (Säure). Ich nenne die Firma beim Namen, und würde es auch tun, wenn der Berater Mist erzählt hatte.


    Meine Meinung: im Zweifel schadet die Pufferlösung nicht, und verhält sich wie Wasser.


    Meine Meinung: Die Augendusche ist trotzdem wichtig. Nach der Pufferlösung bitte mit Wasser weiter spülen. Bei scharfen Säuren ist das wohl wichtig.

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  • WERO hat mich im Bereich erste Hilfe mit Neutralisationslösungen beraten - der Berater hat ganz genau Bezug zum konkreten Gefahrstoff vor Ort genommen und GENAU dafür haben wir auch die Pufferlösung geholt (Säure). Ich nenne die Firma beim Namen, und würde es auch tun, wenn der Berater Mist erzählt hatte.


    Meine Meinung: im Zweifel schadet die Pufferlösung nicht, und verhält sich wie Wasser.


    Meine Meinung: Die Augendusche ist trotzdem wichtig. Nach der Pufferlösung bitte mit Wasser weiter spülen. Bei scharfen Säuren ist das wohl wichtig.

    Dafür gibt es den Betrieibsarzt

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    Gruß Mick

  • Lässt sich die Stoffvielfalt nicht mit einer aktiven Spüllösung abdecken, dann kann man über Wasser als universelles Spülmedium nachdenken

    In einem üblichen Labor wird es eine Vielzahl an unterschiedlichen Stoffen geben, so dass dort fast immer Wasser das Mittel der Wahl ist.

    Bei scharfen Säuren ist das wohl wichtig.

    Bei Hautkontakt sind Laugen in der Regel kritischer als Säuren. Natürlich gibt es von der Regel auch Ausnahmen wie z.B. Flußsäure.

    Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser, als gewöhnlicher Mord. (Albert Einstein)

  • Chris

    Hat das Thema geschlossen