Ausbildung fertig, aber ungünstige Ausgangslage. Chancen auf dem Arbeitsmarkt?

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  • Eine Frage zum Thema Sifa habe ich noch. In vielen Stellenbeschreibungen steht eine hohe Reisebereitschaft. Mir ist zwar klar das man meist beim Kunden vor Ort ist, aber ist man viel in Hotels unterwegs oder abends wieder zu Hause? Sicherlich sind die Stellen da auch unterschiedlich, aber ich habe durch meinen jetzigen Job erfahren müssen, das viele Hotelübernachtungen sehr belastend sein können (man ernährt sich schlecht, keine Zeit für Sport, kein Familienleben ect...

    Wie oben schon erwähnt, kann dies sehr unterschiedlich ein. Am Anfang fand ich das Reisen sehr interessant. Viele neue Leute, Städte, Eindrücke...Dies muss aber auch in das soziale Umfeld passen. Spätestens, wenn es Richtung Hochzeit/Familie geht wird es dann schwieriger. 2 Jahre sollte das aber so oder so zu überbrücken sein und dann stehen dir wieder andere Möglichkeiten zur Verfügung!

    Gruß Roland

  • Mach einfach, bewerb dich! Meine Empfehlung als Mitarbeiter seit 18 Jahren bei einem Dienstleister ist die, dass wenn du den richtigen Dienstleister (BAD/TÜV/DEKRA) erwischt, du halt nicht in ganz Deutschalnd rumreisen musst. Mein AG hat z.B. gut 170 Niederlassungen, meine weiteste Strecke zum Kunden beträgt gut 100km. Aber das ist die Ausnahme, normal ist es so an die 20km maximal. Wenn du ortsungebunden bist, empfehle ich dir eine Bewerbung auch bei uns, wir suchen z.B. in Kön gerade 2 FaSi. Und der Arbeitsmarkt gibt nicht viel her, es gibt so bis max 7-8 Bewerbungen bei uns auf Ausschreibungen.


    Und ich war mal für eine Zeit leitende FaSi in einem deutschen Unternehmen, nur plätzlich gab es einen Standort im Ausland. Mein GF rief mir nur kurz zu: Sie fahren da die Tage hin! Und schwupps, 1600km bis zum Standort!


    Was das Know-How betrifft: Ich habe in unserem Unternehmen für jeden Furz jemand , den man fragen kann. Deutschlandweit verteilt. Und an unserer NL sind wir 14 FaSi, also da gibt es auch Hilfe!


    Und nun los!


    Gruß


    Thomas

  • ... Meine Empfehlung als Mitarbeiter seit 18 Jahren bei einem Dienstleister ist die, dass wenn du den richtigen Dienstleister (BAD/TÜV/DEKRA) erwischt, du halt nicht in ganz Deutschalnd rumreisen musst. ...

    Die Dienstleister, egal welcher, sind nicht unbedingt scharf darauf ihre Mitarbeiter wer weiß viele Kilometer zurücklegen zu lassen. Die Kunden sind selten bereit diese (schon gar nicht im ASiG-Bereich) zu bezahlen.

    "Sei achtsam auf dem Weg zur Schicht, auf der Strasse schläft man nicht!"

    "Wenn es einen Weg gibt, es besser zu machen: finde ihn." Thomas Alva Edison (1847-1931)

  • Die Dienstleister, egal welcher, sind nicht unbedingt scharf darauf ihre Mitarbeiter wer weiß viele Kilometer zurücklegen zu lassen. Die Kunden sind selten bereit diese (schon gar nicht im ASiG-Bereich) zu bezahlen.

    Es gibt auch Dienstleister, denen ist das egal, ob die Mitarbeiter 40, 50 oder 60.000 km im Jahr fahren. Die Fahrzeiten werden mindestens 1:1 dem Kunden über die DGUV V2 in Rechnung bestellt. :thumbdown:

    Gruß Roland

  • Die Fahrzeiten werden mindestens 1:1 dem Kunden über die DGUV V2 in Rechnung bestellt.

    Du meinst auf der Grundlage dieses Passus?

    Zitat von DGUV 2

    Wegezeiten können nicht als Einsatzzeiten angerechnet werden.

    Da muss ich leider sagen "Selbst daran schuld, wenn man das als Kunde mit sich machen lässt". Wenn ich jemanden auf der Grundlage der DGUV 2 beauftrage, sollte ich auch wissen, was darin steht. :whistling:


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Hallo Frank,


    Du glaubst nicht wie viele Auftraggeber die DGUV 2 nicht kennen die belasten sich nicht mit so etwas, habe ich selbst mehrfach erlebt.Haubtsache man bleibt im Kostenrahmen Die meisten haben geantwortet Sie machen das schon damit belaste ich mich nicht ich habe andere Aufgaben und Sorgen. Wie im wahren FaSi Leben eben auch.


    Nicht das dies die Regel ist aber Aussnahmen sind selten. Eigene Erfahrung!

    Mit freundlichen Grüssen aus Braunschweig!


    Hans-Jürgen

  • [Offtopic]

    Du meinst auf der Grundlage dieses Passus?

    Da muss ich leider sagen "Selbst daran schuld, wenn man das als Kunde mit sich machen lässt". Wenn ich jemanden auf der Grundlage der DGUV 2 beauftrage, sollte ich auch wissen, was darin steht. :whistling:
    Gruß Frank

    Hey Frank,


    im Vertrag stand natürlich, dass Fahrzeiten nicht zu den Einsatzzeiten hinzugezählt und in Rechnung gestellt werden dürfen. Praxis war aber
    1,5 Std. Anfahrt
    5 Std. Vor Ort beim Kunden
    1,5 Std. Rückfahrt


    Also insgesamt 8 Std. für den Kunden bzw. wurde das noch mit einem Faktor (1,3 - 1,5) versehen.
    Gesamt hat der Kunde dann für 5 Std. vor Ort 12 Std. in Rechnung gestellt bekommen. So kann eine Ingenieursleistung natürlich für 60 € die Stunde angeboten werden :whistling: . 80 € die Stunde zahlt ja keiner freiwillig 8| .


    Wie Hans-Jürgen oben schrieb: "Hauptsache der Kostenrahmen stimmt."
    [/Offtopic]

    Gruß Roland

  • Hallo,


    mir sind auch schon Anfahrpauschalen von 180,-- € bekannt geworden. Allerdings hat der "gute Dienstleister" auch noch einen Stundensatz von 80,--€. In diesem Fall ist der Kunde 19km entfernt.


    Gruss Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Wo ich war, war der Stundensatz 55 Eur und die Anfahrt gratis.


    Geregelt war 50% vor Ort, 50 % Backoffice.


    Im Backoffice wurden durch Synergieeffekte 80% der Zeit gespart.


    Zudem wurden BA mit einer Stunde gerechnet, da sie aber faktisch fertig waren, haben sie 10 min im Backoffice (Sekretariat, Heimarbeit) "gekostet".


    De facto hat die Ingenieurstunde so ca. 100 Eur Einnahmen gebracht, abzüglich Fahrzeit/Hotel, zuzüglich 275 Eur die Stunde BA-Erstellung für eine Dame in Heimarbeit (auch Ingenieurin, aber für die Kinder zu Hause).


    Fahrzeit/Hotel: ich hatte 24.000 km pro Jahr, nehmen wir einen Schnitt von 70 km/h an. 5 Tage Fortbildung Minimum pro Jahr, manchmal 15 Tage.


    Es gab Kunden mit mehreren Standorten. Der größte Standort eines Kunden war z.B. um die Ecke, der Kleinste war 400 km entfernt und 3-4x im Jahr jeweils für zwei volle Tage vor Ort zu betreuen. 3x? Beim Sommer-ASA habe ich nur digital teilgenommen, es sei denn, die Hütte brannte.


    Wie man sieht: Mischkalkulation, quersubventioniert durch BA.

  • Genauso kenne ich das auch. Was Fahrzeiten / Arbeitszeiten anging, war ich als Abteilungsleiter (lt. Sifa) darauf aus, die möglichst zu reduzieren und das Arbeitszeitgesetz einzuhalten. Das gab schon mal Zoff mit der GF....mir aber egal gewesen

  • Nach 17 Jahren als Freelancer und führen einer Wochenendehe bin ich nunmehr in Festanstellung gegangen. Mir hat es Spass gemacht doch seitens meiner Regierung war dies lange genug.
    Gruß Martin


    Hallo Martin,


    kaum zu glauben das jemand nach dieser Zeit in einem Angestelltenverhältnis " glücklich" arbeiten kann. Nicht mehr sein eigener Herr zu sein und mich wieder jemanden unterzuordnen erscheint mir in meiner jetzigen Situation nicht sonderlich erstrebenswert. Warum hast du deinen Aktionsradius nicht deiner Regierung angepasst? Bei 17 Jahren Erfahrung sollte dies doch möglich sein!


    Gruss Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Die Aufträge im Tagespendelbereich sind meist nicht vorhanden oder so schlecht, das man schon fast zuzahlen muss. Ich bin in meinem neuen Tätigkeitsfeld sehr zufrieden. Bin auch hier eigentlich mein eigener Chef. Bin HSE & Facility Manger, Brandschutzbeauftragter, Vefk, Energiemanagement,usw. alles in allem großes Aufgabenfeld mit Personalverantwortung für jeden Mitarbeiter seitens HSE.
    Zum ersten mal nach 17 Jahren 2 Wochen Urlaub am Stück gehabt---und bezahlt !!!!!
    Von meiner Erfahrung und Know How profitieren hier alle und das bekomme ich jeden Tag in der einen oder anderen Form mitgeteilt, was mich wiederum bestärkt hier richtig zu sein.
    Gruß Martin

  • Nun ja Wertschätzung und positives Feedback ist bei der richtigen Arbeitsweise etwas, dass du von jedem einzelnen Kunden zurück bekommst. 3 Wochen Urlaub am Stück sind auch als Sebstständiger machbar, genauso wie Personalverantwortung.
    Mir würde meine "Freiheit" fehlen und selbstverständlich nicht zu vergessen, das Einkommen.


    Gruss Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Moin, moin,


    um nochmal weider auf das eigentliche Thema zurück zukommen:


    Ich kenne deine Situation gut. Ich habe nach dem Ingenieursstudium knapp 3 Jahre im Projektmanagement gearbeitet und wusste die ganze Zeit, dass ich eigentlich gerne Arbeitsschutz machen möchte. Ich hatte nur leider nicht mal eine angefangene Ausbildung zur FaSi, noch wusste ich worauf es wirklich ankommt oder was die tägliche Arbeit einer FaSi wirklich ist.
    Meine Lösung war, dass ich mich bei einem Personaldienstleister (Ferchau, Brunel, etcetc.) für eine "HSE" Stelle in einem größeren Team beworben habe. Dort wurde ich dann genommen und an einen Kunden aus der Windenergie Branche verliehen, der mir aufgrund meines Engagements die FaSi Ausbildung ermöglichte. Knapp 3 Jahre (und viele Erfahrung und Erkenntnisse) später sitze ich nun als unbefristete, bestellte Fachkraft für Arbeitssicherheit bei einem anderen Windenergieanlagen Hersteller und bin überglücklich.


    Mein Rat für Dich: Kontaktiere einen/mehrere dieser Dienstleister und versuche über diese in eine größere Arbeitsschutz/HSE/EHS/.. Abteilung zukommen, um dann Erfahrungen zusammeln. Danach sind Bewerbungen dann ein Selbstgänger ;)

  • Sehr interessant deine Geschichte. ;)
    Ich werde mich mal umschauen wo ich was finden kann.


    Allen anderen Antwortern möchte ich natürlich genauso danken.