Gehörschutz Kinderbetreuung

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  • Moin,


    hat jemand von Euch im Bereich der Kinderbetreuung (insbesondere U3-Betreuung) Gehörschutz für die Beschäftigten im Einsatz? Wenn ja was? Problematik: Stark schwankende Lärmeinwirkung (Spielphase, Morgenkreis, Essen, Schlafen, Vorlesen, Sport- und Spielphase, schreiende Kinder während der Eingewöhnungsphase etc.). ?(


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

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  • Nein.


    Wenn überhaupt, wäre nur die Otoplastik relevant, die hohe Frequenzen filtert (Geschirr klappern).


    Und was die "Pädagogen" gar nicht hören WOLLEN: es ist eine Erziehungsfrage den Lärm zu reduzieren, keine technische Frage.
    Die Erziehungsfrage ist in vielen KiTas gelöst, Lärmproblem nicht bis kaum vorhanden.


    Sprich: wem es trotz klarer, pädagogischer Möglichkeiten bei der Kinderbetreuung zu laut ist, hat eine pädagogische Auffassung, die genau diesen Lärm bewirkt. Wenn die Auffassung richtig ist, muss man auch keine Schutzmaßnahmen ergreifen - meine Meinung.


    Ich kriege immer die Krise, wenn Kitas und Gehörschutz als Thema zusammenkommen. Oder Wölkchen zur Schalldämmung.

  • Hallo,


    die Klassiker im Arbeitsschutz wie z.B. Gefährdung an der Quelle beseitigen greift wohl nicht???


    Sinn machen die Otoplasten. Die Filter sind anpassbar. Sie können beides: einmal die Frequenzen rausfiltern und den Level runterziehen.


    Aber ernsthaft: geht es nicht mit Einsicht? Vielleicht mit den Kiddy's ein Projekt machen mit dem Ziel der Lärmreduzierung.
    Als schöne optische Spielerei gibt es eine Lärmampel. Verschiedene Lärmbereiche zeigen sofort die Ampelfarben. Die Dinger kann man auch recht einfach selber bauen. Im Netzt gibt es dazu zahlreiche Anleitungen (Stichwort Arduino und Lärmampel). Die Ampelfarben vielleicht noch als Smiley darstellen?

    .
    .
    .
    ... viele Grüße vom Waldmann.





    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)

  • In meiner freiberuflichen Zeit und diesem Kundenkreis habe ich wie azrazr schon erwähnt hat, dies auch Organisatorisch/Erzieherisch geregelt. Als ich die erwähnten Otoplasten in Gespräch brachte, waren alle plötzlich mit der Umsetzung einer besseren erzieherischen Maßnahme konform.
    Gruß Martin

  • Leute,


    Ihr könnt mir glauben, dass, auch wenn ich keine SiFa bin, die nach drei Jahren diese Mega-Prüfung bestanden hat (was bei den hohen Durchfallerqouten ja nicht selbstverständlich ist :whistling: ), kenne ich das TOP-Prinzip.


    Wie an der obigen Aufzählung zu erkennen, wird bei beim der Kinderbetreuung Lärm auch schon durch organisatorische Maßnahmen gemindert (unabhängig von den technisch bereits umgesetzten - relativ neues Gebäude). Lärmampeln haben wir, Ruhephasen wechseln sich mit aktiven Phasen ab etc.


    Die einfache Frage lautete: "Hat jemand von Euch im Bereich der Kinderbetreuung (insbesondere U3-Betreuung) Gehörschutz für die Beschäftigten im Einsatz? Wenn ja was?"


    Es geht nicht darum, dass in einem Kindergarten der Lex8h > 80 dB erreicht werden. Es hat schon seinen Grund, warum ich diese Frage stelle.


    Otoplastiken sind ja gerade für wiederholte kurzzeitige Lärmexposition gerade nicht geeignet (siehe auch DGUV-I 212-024).


    Kapselgehörschützer und Bügelstöpsel, die für wiederholte kurzzeitige Lärmexposition geeignet sind, in einer Kinderbetreuungseinrichtung? Wohl eher nicht. :D


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Die einfache Frage lautete: "Hat jemand von Euch im Bereich der Kinderbetreuung (insbesondere U3-Betreuung) Gehörschutz für die Beschäftigten im Einsatz? Wenn ja was?"

    Nein.


    In Ausnahmslos allen Fällen mit Lärmthema in der KiTa, wo ich als Randnotiz oder als Moderator in Erscheinung getreten bin, wurde der Gehörschutz ohne mein aktives Zutun als nicht praktikabel erkannt.


    Du wärst also in meiner begrenzten Erfahrungswelt mit KiTas der erste Gehörschutzpionier im KiTa-Bereich. Von mir aus könntest Du Deine eigene DGUv I schreiben, wenn Du eine erfolgreiche Einführung von Gehörschutz in der KiTa schaffst, und ich werde diese DGUV I gierig lesen.


    Mit anderen Worten: nein, im KiTa-Bereich habe ich bisher keinen Gehörschutz erlebt, und halte dies auch für die Zukunft für unwahrscheinlich.


    (...aber...man weiß es ja nie....)

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  • Sorry @azrazr, aber die Aussage "reine Erziehungsfrage" ist schlicht und ergreifend falsch, besonders im Krippenbereich! Neben der Pädagogik muss der bauliche Schallschutz stimmen, sonst sind Hörschäden bei den Beschäftigten vorprogrammiert! Rein mit pädagogischen Maßnahmen lässt sich das Thema Lärm nicht lösen, vor allem nicht bei U3 (die können vieles noch gar nicht verstehen und dementsprechend Anweisungen nicht befolgen)! Und baulich kann man hier sehr viel machen, auch mit kleinem Einsatz große Schutzwirkung erzielen. Rein erzieherisch lässt sich das Risiko nicht hinreichend minimieren! Es benötigt den passenden Rahmen (baulich) und das dazugehörige pädagogische Konzept (wobei das eben im Krippenbereich nur eingeschränkt funktioniert).


    Ich kenne bisher nur einen Beschäftigten mit ICP im Kinderbetreuungsbereich. Aufgrund des Hörschadens war ein Hörgerät erforderlich und er hat sich für die Variante mit integriertem Gehörschutz von Hörluchs entschieden. Habe zumindest noch keine Klagen über das Kombi-Gerät gehört und der Träger genießt den zusätzlichen Gehörschutz in seinem Hörgerät.


    Im Hinblick darauf, dass die Beschäftigten mit den Kindern viel kommunizieren müssen halte ich spontan trotzdem Otoplastiken für das Mittel der Wahl. Praxistipp ist jedoch, Hersteller von Gehörschutz zu kontaktieren und dort nach Lösungsvorschlägen zu fragen ;) .
    Wer eine Krippengruppe mit einem Schreikind sicherheitstechnisch betreut, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit mal nach Gehörschutz gefragt werden und je nach zu betreundem Kind kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass Gehörschutz sinnvoll oder gar notwendig sein kann. Ich habe bei solchen Anfragen jedoch bisher immer auf die Hersteller von Gehörschutz verwiesen (verschiedene Anbieter, um keine Werbung zu machen) und selbst kein Produkt empfohlen.

  • Praxistipp ist jedoch, Hersteller von Gehörschutz zu kontaktieren und dort nach Lösungsvorschlägen zu fragen

    Danke für diesen konstruktiven Beitrag. Mein Problem ist ähnlich gelagert. Ich habe im Krippenbereich zwei Beschäftigte mit einer Vorschädigung des Gehörs. In der Regel kommen sie gut zurecht und auch die Messungen haben jetzt keinen akuten Handlungsbedarf ergeben. Das Thema wird in der Regel während der Eingewöhnungsühase akut. Die Knirpse kommen in die Krippe und haben noch keine richtige Bezugsperson. Dann passiert Irgendetwas (Kevin haut Schantalle, Klaus-Dieter fällt vom Kletterfelsen, Maria wird von einer Biene gestochen usw.) und Mama und Papa sind nicht in der Nähe.


    Dann beruhigt man ein Kind nicht so schnell, als wenn die eigentlichen Bezugspersonen, die Eltern, das tun würden. Das sind keine Schreikinder, das ist ein Vorgang, der tagtäglich während der Eingewöhnungsphase in Krippenbereichen zu beobachten ist. Das kann ich schlecht mit Gehörschutz abfangen, es sei denn, die Beschäftigten würden die ganze Zeit die Dinger in den Ohren haben, weil ich ja nicht voraussagen kann, wann die erhöhte Lärmexposition eintritt.


    Wo ich es aber voraussagen kann, ist bei der Mittagsruhe. Die Kinder haben ausgeschlafen oder werden zwischendurch wach, sind nicht in ihrer gewohnten Umgebung und die Eltern sind nicht in Sicht. Da kann man in der Eingewöhnungsphase fasst die Uhr danach stellen, wann der erste anfängt, einen startenden Düsenjet zu imitieren, der nächste von dem Geschrei wach wird usw.. Für diesen Fall möchte ich eine Lösung finden.


    Die Kinder werden beim Schlafen begleitet/beaufsichtigt. Das bedeutet, dass die Beschäftigten in dem gleichen Raum sind, während die Kinder schlafen (ca. 40 dB). Jetzt schon Gehörschutz in den Ohren zu haben vermittelt einem das Gefühl, der letzte Mensch auf diesem Planeten zu sein. Also Gehörschutz an der Frau und im Ereignisfall "schnell" eingestöpselt? Ich denke, es ist wirklich die zielführendste Lösung, sich von Herstellern fachkundig beraten zu lassen.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Moin,


    was sagt denn deine Fachkraft für Arbeitssicherheit und dein Betriebsarzt dazu?


    Gruß Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Moin Andy,


    mit denen rede ich immer zuerst, aber wir haben so richtig keine Idee gefunden, die uns alle überzeugt.


    - Beschäftigte aus der U3-Betreuung rausnehmen und im Ü3-Bereich einsetzen > Die Beschäftigten haben sich genau für die U3-Betreuung entschieden und sich auch in diesem Bereich qualifiziert. Das würde zwar die Lärmexposition senken, aber die Mitarbeiterzufriedenheit auch.


    - Die Beschäftigten mit einer Vorschädigung aus der "Schlafbetreuung" rausnehmen > Würde Unzufriedenheit im Team erzeugen, da ihr Konzept "Jeder macht alles und jeder hilft jedem" bislang super funktioniert.


    - Dauerhaft Otoplastiken? > Keine Option, Kinderbetreuung soll ja Kommunikation fördern und nicht verhindern.


    - Die Kinder zur Eingewöhung in einen Kurs bei @azrazr stecken? Wird wahrscheinlich zu teuer. :D


    Wir werden wirklich mal an einen Hersteller gehen. Wir sind ja nicht die einzigen Bewohner dieses Planeten, die vor diesem Problem stehen.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Moin. Hast du schonmal die BG angerufen? Da sitzen doch die "Fachleute"....
    Mir haben die schon ein paarmal geholfen. Teils mit sehr pragmatischen Ansätzen.

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    Irgendwann gehe ich zur BG und lasse mir den Arbeitsschutz als Berufskrankheit anerkennen...


    Wisst ihr was das Schlimmste ist? Wenn nicht.. .klickt hier ....


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    Mike

  • Die Beschäftigten mit einer Vorschädigung aus der "Schlafbetreuung" rausnehmen

    Diese Möglichkeit

    Konzept "Jeder macht alles und jeder hilft jedem" bislang super funktioniert.

    sollte in einem Team mit diesem Konzept

    Würde Unzufriedenheit im Team erzeugen

    keine Unzufriedenheit erzeugen. Denn Rücksichtnahme auf die körperlichen Einschränkungen sollten im Team ohne weiteres möglich sein.


    Berichte bitte über deine Recherche bei den Anbietern. Bin gespannt ob man Schreie nach dem Mittagsschlaf so filtern kann, dass man Schmerzschreie nach dem Fallen von der Kletterwand, beim Tragen des Gehörschutzes noch wahrnimmt.


    In den von uns betreuten Einrichtungen war das bislang noch kein Thema.


    Gruß Andy

    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

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  • Bin gespannt ob man Schreie nach dem Mittagsschlaf so filtern kann, dass man Schmerzschreie nach dem Fallen von der Kletterwand, beim Tragen des Gehörschutzes noch wahrnimmt.

    Moin Andy,


    wir betrachten momentan den Schlafbereich isoliert, da der Lärm im "Normalbetrieb" nicht vorhersehbar ist, ob Klaus-Dieter vom Schaukelmond fällt oder nicht. Das dauerhafte Tragen von Gehörschutz ist keine Option, da in den leiseren Phasen eine Überkompensation entstünde, die auch niemand möchte. Ganz in Watte packen kann man die Menschen nicht. Bei dem Berufsbild muss ich nunmal auch mit Lärmereignissen leben, die man weder planen noch verhindern kann.


    Nur bei der "Schlafbertreuung" während der Eingewöhnungszeit kann ich nahezu sicher davon ausgehen, dass beim Aufwachen erhöhter Lärm entsteht, und nur diesen Bereich werden wir aktiv unterstützen, wenn es um die Frage des Gehörschutzes geht. Parallel natürlich das übliche Prozedere (Gummireifen statt Plastik bei den Bobby-Cars, Filzgleiter unter die Stühle etc.).


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Hallo,
    ich würde auch sagen das ständiges tragen von Gehörschutz nicht möglich ist, ohne die Arbeit zu beeinträchtigen.
    Am besten mit der BG reden und sich mit dem Träger/SIFA/Betriebsarzt immer wieder kurzschliessen.
    MfG

  • Hallo,
    ich würde auch sagen das ständiges tragen von Gehörschutz nicht möglich ist, ohne die Arbeit zu beeinträchtigen.
    Am besten mit der BG reden und sich mit dem Träger/SIFA/Betriebsarzt immer wieder kurzschliessen.
    MfG

    Da stimme ich dir auch gerne zu, die BG kann dabei hilfreich sein.

    Das Leben ist ungerecht, leider zu oft in dieser reichen Welt.

  • Moin,


    hat jemand von Euch im Bereich der Kinderbetreuung (insbesondere U3-Betreuung) Gehörschutz für die Beschäftigten im Einsatz? Wenn ja was? Problematik: Stark schwankende Lärmeinwirkung (Spielphase, Morgenkreis, Essen, Schlafen, Vorlesen, Sport- und Spielphase, schreiende Kinder während der Eingewöhnungsphase etc.). ?(


    Gruß Frank

    Hallo @Guudsje
    ich habe so ein „Paar“ Kitas im Zuständigkeitsbereich.
    Wie bereits erwähnt müssen technische Maßnahmen vorrangig umgesetzt werden.


    KEINE Beschäftigten erhalten Gehörschutz, insofern nicht besondere individuelle Leistungsminderungen ( Gehör) vorliegen.
    Denke einen Schritt weiter. Würde ich die Beschäftigten aufgrund des Lärms mit Gehörschutz ausstatten, würde ein Pegel vorliegen, welcher gesundheitlich „bedenklich“ wäre.


    Wenn das der Fall ist, muss ich selbstverständlich auch die Kinder mit Gehörschutz ausstatten, da diese ja sich ja im gleichen Lärm aufhalten. Im Rahmen unserer Fürsorgepflicht dürfte ich ja keine Unterschiede machen.
    Es gibt zahlreiche Eltern, die würden sofort eine Kampagne starten, Anwalt einschalten, Anzeige erstatten, wenn die Beschäftigten Gehörschutz tragen und ihre „Wonneproppen“ nicht.... ‍♂️


    Also, technische, organisatorische, pädagogische und dann erst persönliche Maßnahmen.


    Übrigens sind die Kinder ja auch Versicherte der zuständigen Unfallkasse.

    Gruß
    AL_MTSA


    Sicherheit schaffen ist besser als Vorsicht fordern.
    Ernst Gniza (1910 – 2007),

    2 Mal editiert, zuletzt von AL_MTSA ()

  • Moin,


    ich habe entgegen meiner Gewohnheit ganz vergessen, Rückmeldung zu geben. Die Lärmmessung ist durchgeführt. Unter Berücksichtigung aller Messungenauigkeiten bewegen wir uns in einem Bereich zwischen 65dB und 77dB. Ich habe jetzt empfohlen, keinen generellen Gehörschutz zur Verfügung zu stellen, was auch nie eine Forderung der Beschäftigten war. Die Beschäftigten, die eine Vorschädigung des Gehörs aufweisen, erhalten angepassten Gehörschutz. Da sind wir aber noch mit allen Beteiligten im Auswahlprozess und werden eventuell für die "normalen" lärmbelasteten Bereich Otoplastiken anbieten und während der Eingewöhnungsphase im Schlafbereich mehrfach verwendbare vorgefertigte Stöpsel. Das ist aber wie gesagt noch im Fluss.

    Von mir aus könntest Du Deine eigene DGUv I schreiben, wenn Du eine erfolgreiche Einführung von Gehörschutz in der KiTa schaffst, und ich werde diese DGUV I gierig lesen.

    So, muss jetzt weg, an meiner DGUV-I schreiben, auch wenn @azrazr ja heute seine Leseinkompetenz eingestanden hat. :D


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.