Persönliche Anliegen der Mitarbeiter

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  • Hallo Kollegen,


    in wieweit bin ich als Sifa denn für persönliche Probleme der Mitarbeiter zuständig? Bzw. fallen Themen wie folgendes unter "menschengerechten Gestaltung der Arbeit" oder "Gestaltung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsaufgabe sowie der personellen und sozialen Bedingungen" wie sie im § ASIG festgehalten sind?


    Folgender Fall:


    Ein MA fühlt sich ungerecht behandelt von einem Vorgesetzten. Aus diesem Grund wendet er sich an die Vertrauenspersonen. Diese sind aber leider nicht in der Lage was zu unternehmen, da diese sich nicht verantwortlich fühlen. Das dies ein klares fehlverhalten der Vertrauenspersonen ist, steht hier außer Frage. zwingen kann man diese aber ja nicht etwas zu unternehmen :D Danach kommt der MA mit dieser Story zu mir.
    Jetzt ist die Frage ob ich meine Kompetenzen überschreite wenn ich mich hier jetzt einschalte und sein Problem bei einer höheren Instanz anbringe.


    Was meint ihr?


    Danke schon mal 8)

    :87:

  • Mahlzeit YoungSifa!


    Ein solches Problem ist sicher nicht "persönlich" im Sinne von "privat".


    Denk mal an die Gefährdungsbeurteilung zu psychischen Belastungen, die das ArbSchG fordert.
    Zu den psychischen Faktoren zählt auch "Ungenügend gestaltete soziale Bedingungen – zumBeispiel fehlende soziale Kontakte, ungünstiges Führungsverhalten,Konflikte".


    Es ist ein sensibles Problem und sehr von der Gesamtkultur im Unternehmen abhängig, ob Du mit diesen trockenen Worten etwas erreichen kannst.
    Habt ihr die Gefährdungsbeurteilung um psychische Faktoren erweitert? Dann hättest Du einen Ausgangspunkt.


    Gruß,
    Thomas.

    Arbeitsschutz ist wie Staubwischen.

  • Schon wieder du... :D


    Caterpilar hat dir schon einen Weg gezeigt.


    Meiner Meinung nach ist das kein klassisches FASI Thema. Das ist eher was für Arbeitnehmervertreter oder direkt die Geschäftsführung und Vorgesetzten. ABER
    Hin und wieder kommen Beschäftigte auch mal auf mich zu und fragen ob ich was "für sie tun kann". Ich hör mir das "Problem" erstmal an und entscheide dann.
    Gibt es vielleicht für das "Ungerecht behandelt werden" einen Grund der in das Tätigkeitsfeld der FASI reinfällt?
    Ein sehr plakatives Beispiel... Ein Mitarbeiter wird dauerhaft gemobbt weil er das Arbeitstempo der anderen Mitarbeiter nicht hält, weil der einzige ist, der die Sicherheitseinrichtungen der Maschine vielleicht nicht manipuliert?
    Dann könntest du dich da vielleicht einhaken und ihm über die Schiene helfen...


    Wenn nicht, würde ich dazu raten ihm einen Schritt höher zu gehen. Personalchef oder Chef direkt. Jenachdem wie groß das Unternehmen ist.


    Mike

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    Irgendwann gehe ich zur BG und lasse mir den Arbeitsschutz als Berufskrankheit anerkennen...


    Wisst ihr was das Schlimmste ist? Wenn nicht.. .klickt hier ....


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    Mike

  • Ja schon wieder ich :D Danke dir :)

    Gut, an die psychischen Belastungen habe ich auch schon gedacht danke dir! :)

    Gibt es in dem Betrieb einen Betriebsrat? Wenn ja, würde ich den hinzuziehen.

    Leider nicht ...

    :87:

  • Also, ich höre mir so was auf alle Fälle an... im Hinblick auf psychische Belastungen, Arbeitsklima und ähnliches kann das jedenfalls nicht schaden. Ich verweise bei mir immer auch auf den Betriebsrat, aber es gibt auch Personen, die lieber mit mir sprechen wollen....


    Für mich zählt auch, daß ich mit diesem "offenen Ohr" im Laufe der letzten Jahre eine nicht zu unterschätzende Vertrauensbasis zu den Mitarbeitern aufgebaut habe und deshalb auch Probleme mitgeteilt bekomme, die ich sonst lange und mühsam suchen müsste. Und die Hintergründe dazu meist auch gleich. Und da geht es dann um Probleme, die mich als FaSi direkt was angehen, von überbrückten Sicherheitseinrichtungen zu plötzlich im Boden auftauchenden Löchern (Hausmeister hat ein defektes Rohr gesucht.... Rohr gefunden.... Rohr getauscht... Loch nicht wieder zugemacht, weil kein Zement da war... Mitarbeiter mit 800 Grad heißen Schmelzproben hüpften wohl zwei Tage lang über eine 40 cm tiefe, 40 cm breite und 1 1/2 Meter lange Grube, bevor mir jemand Bescheid gesagt hat... war wohl keiner in der Lage, wenigstens ein stabiles Brett drüber zu legen...).


    Ich sage den Mitarbeitern aber auch nicht sofort: Ja, klar, da kann ich was dagegen tun. Ich höre dem Mitarbeiter zu, sage, ich werde mich darum kümmern... in den nächsten Tagen spreche ich dann mit dem Vorgesetzten, höre mir an, was er grade für Probleme hat... frage mal nach, ob grade alles in Ordnung ist in der Abteilung (meisten motzt der Vorgesetzte dann über genau den Mitarbeiter, der vorher bei mir war und ich kriege die andere Seite zu hören...) und mit etwas Glück waren beide bloß grade gestresst und die Sache verläuft sich im Sand. Ich hatte aber auch schon den Fall, daß ich tatsächlich den Betriebsarzt hinzugezogen habe, weil ein Mitarbeiter sich psychisch so von seinem Vorgesetzten unter Druck gesetzt gefühlt hat, daß er wirklich ernsthafte gesundheitliche Probleme entwickelt hat. Dann hatten wir eine Reihe von Gesprächen mit dem Betriebsarzt und dem betreffenden Mitarbeiter und schließlich auch mit dem Vorgesetzten. Das Problem besserte sich eine Weile, aber so alle halbe Jahr kommt es wieder auf den Tisch. Interne Versetzung geht leider nicht, private psychologische Beratung wurde dem MA vom Betriebsarzt noch angeboten (Stressbewältigung, Umgang mit Druck ect.), aber wirklich glücklich ist keiner mit der Situation....


    Grüße, hnooasl

  • Ich halte es wie hnooasl und habe auch gute Erfahrungen damit gemacht. Es gibt eben Mitarbeiter die nicht gerne mit dem Betriebsrat oder den Vorgesetzten reden. Aus welchen Gründen auch immer.

    Mit freundlichen Grüssen aus Braunschweig!


    Hans-Jürgen

  • Moin,


    das liegt in der Natur des Menschen.
    Da gibt es immer Leute mit denen ich "kann" und welche mit denen ich "besser kann".


    Wichtig sind mir auch die Querverbindungen: Ein guter Draht zum Betriebsrat ist da auch sehr viel wert. Das Zauberwort heisst miteinander und nicht gegeneinander.

    .
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    ... viele Grüße vom Waldmann.





    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)