Beiträge von SifaDDorf

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    „Mittel der Wahl“ würde ich umbenennen in „letztes Mittel der Wahl“.


    Mag sein, dass für manche Leute das nie in Frage käme und sie dann evtl. bei sich Fehler suchen, wenn ein sicherer Arbeitsplatz mit akzeptablem Restrisiko nicht geschaffen werden kann, weil Entscheidungsträger beratungsresistent sind. Im vorliegenden Fall ist das ja durchaus auch ein tödliches Risiko. Vom Resignieren und Weggehen der Sifa wird der Arbeitsplatz bestimmt nicht sicherer. Durch behördliches Einschreiten schon. Und das braucht es in der Regel nur 1x, um in den Köpfen ein Umdenken auszulösen.


    Im Übrigen ist das nichts Böses, was abzulehnen wäre, sondern ein legitimes Recht, das der Gesetzgeber ausdrücklich jedem Beschäftigten einräumt, siehe § 17 ArbSchG.

    Wenn sich in der Angelegenheit zukünftig nicht mehr viel in Richtung Sicherheit bewegen sollte, könnte jemand auf die Idee kommen, den sicherheitswidrigen Zustand der staatlichen Arbeitsschutzaufsicht zu melden. ;-)


    Das geht auch anonym per Email, Brief oder Anruf. Auf dem Weg zu einem Arbeitsplatz, der auf einem Parkplatz installiert wurde, von einem Fahrzeug erfasst werden zu können, ist potenziell ein tödliches Risiko. Darum wird man sich kümmern. Da hier gegen staatliches Arbeitsschutzrecht verstoßen wird (==> ArbStättV), ist die Behörde der richtige Ansprechpartner, weniger der UVT.


    Sehr viele Arbeitsschutzverstöße sind bußgeldbewehrt und das nicht zu gering. Alleine schon dieser Hinweis wirkt meistens überzeugend und bringt Dinge in Bewegung.

    Gespräche wurden bereits mehrfach mit ihm geführt. Die Abteilung hat ohne mein Wissen ein Schreiben aufgesetzt, dass sollte sich der Arbeitsanweisung wiedersetzt werden, der Mitarbeiter die volle Haftung für Material, Fahrzeug und Personenschäden übernehmen muss (wie rechtsgültig das ganze ist sei mal dahin gestellt).

    Mit Verlaub und Respekt, Ihr habt da eine ziemlich schwache und dumme Führung im Betrieb. Mit dem Schreiben wird dokumentiert und kommuniziert:

    "Wenn du dich der Arbeitsanweisung widersetzt, ist es für uns ok, sofern du die Folgekosten im Falle eines Unfalls dann übernimmst."


    Damit wird dann auch dokumentiert, dass man die Arbeitszeitverstöße des Kollegen und sein Handeln gegen eine Anweisung grundsätzlich akzeptiert. Das geht dann in Richtung ==> Vorsatz, ein gefundenes Fressen für jeden Staatsanwalt und Richter.


    Zitat
    Was können wir jetzt noch machen ohne den Mitarbeiter gleich abmahnen zu müssen?


    Das klingt so nach: Wir wollen ihn waschen, aber er darf nicht nass werden. ^^


    Erneut, ganz schwache Reaktion der Führung, nachdem der Kollege bereits mehrfach gegen eine Anweisung verstieß und damit auch seinen Arbeitgeber auf dünnes Eis geschoben hat. Es gibt leider Menschen, die ihre Grenzen bis zum Geht-nicht-mehr austesten müssen, dies scheint einer davon zu sein.


    Und überhaupt, das ist im Kern ein Führungsproblem, weniger ein Arbeitsschutzproblem.


    Schade, wenn man dich als Sifa mit der Problemlösung beauftragt hat!

    Was sind Dinge die einem FaSi begegnen aber im Grunde nur nerven (das kann ich kaum abschätzen)

    Das war für mich immer "Highlight" der Woche im letzten Job: Wenn ein Bauleiter von seiner Baustelle anrief (unsere BL waren hinsichtlich Arbeitsschutz gut bis sehr gut geschult und versorgt) und mitteilte, er bräuchte bis morgen früh eine projektbezogene Gefährdungsbeurteilung zur Einreichung beim Kunden. Und damit unausgesprochen erwartete, ich würde sie ihm mal ganz schnell schreiben... quasi Ferndiagnose. ^^

    Ich frage mich, wie jemand überhaupt auf die Idee kommen kann, sich selbst Qualifikationen bescheinigen zu wollen (ohne jetzt kriminelle Energie unterstellen zu wollen). Bist du externe/selbstständige Sifa, immer auf Auftragsjagd und bestrebt oder gar aufgefordert, umfassende Kompetenzen nachweisen zu können/müssen?

    Die Wahrheit ist aber auch, dass es keine Verpflichtung gibt, Zertifikate vorzulegen - macht auch der Klempner nicht, der bei Dir das Rohr verlegt. Trotzdem darf er ran.

    Yep, stimmt. Wenn es haarig werden könnte, hindert mich als Auftraggeber aber nichts daran, vor Vertragschluss erforderliche Kompetenzen mir belegen zu lassen. Eine Asbestsanierung meines Hauses z. B. würde ich nur an denjenigen vergeben, der mir seine Sachkunde gemäß TRGS 519 nachweisen kann. Auf dem (lukrativen) Markt tummeln sich leider zu viele schwarze Schafe.

    Es sind an dem Standort zu 95% Verwaltungsangestellte. Von denen wird mit Sicherheit keiner morgens die Fingerkuppen mit Pflastern abkleben, um Blasen vom Tippen am PC zu verhindern.


    Hausmeister und Außendienstmitarbeiter haben alle zusätzliche Pflasterboxen...

    Wenn das so ist, dann ist es, glaube ich, vergebliche Liebesmüh', den Verbleib der Pflaster ergründen zu wollen. An "gefährlichen Tätigkeiten" kann es ja nicht liegen.

    Was, wenn man sich einfach SELBST einen schein ausfüllt?

    Eine ziemlich lustige Idee. :thumbup: Für die Leute, die dich kennen und viel von dir halten, braucht es den Zettel eigentlich nicht. Und die dich nicht kennen, werden das selbstgeschriebene Zeugnis/Zertifikat vielleicht max. lustig finden, dich aber dann in die Schublade "Scherzkeks bis unseriös" ablegen und nicht beauftragen.


    Ergo brächte der selbst geschriebene Zettel nichts, würde vielleicht sogar ein negatives Image für dich begründen. Seriosität und Kompetenz macht man halt gerne beim allerersten Eindruck erst mal an bekannten Namen der Branche fest, wenn andere Dinge wie Bewertungssysteme wie bei Ebay oder in Handwerkerportalen im konkreten Fall nicht verfügbar sind... im Arbeitsschutz und techn. Bereich halt z. B. BGen, Prüforganisationen, bekannte Hersteller, etc.


    Und wo ziehst du eine Grenze? Es könnte ja auch jeder Depp sich selbst bescheinigen, dass er Ahnung und Erfahrung und eine Ausbildung hat und ein toller Arbeitsschutzexperte ist.

    Wenn sooo viele Pflaster benötigt werden (war bei uns auch der Fall - Glasindustrie) solltest Du mal nachforschen, wo die tatsächlich eingesetzt werden!

    Etwas Ähnliches hatten wir mal im Werk: Eine bestimmte Meisterei hatte einen erhöhten Verbrauch an Hautpflegemitteln gemäß Hand- und Hautschutzplan, der sich nicht mit besonderen Arbeitsbedingungen erklären ließ. Bis sich dann jemand unter Kollegen verplapperte: Der nahm seine Tube immer mit nach Hause und verlangte dann kurz darauf eine neue, weil sich seine Möbel damit angeblich supergut reinigen und polieren ließen. :D

    Der Zeitfaktor spielt für dich vielleicht auch eine Rolle. Das ist keine Schulung, um dir lediglich fehlende Fachkenntnisse innerhalb von ein paar Tagen zu vermitteln. Das ist eine Ausbildung, deren Laufzeit sich in Monaten berechnet. Kannst ja mal FASI-Ausbildung googeln.

    -Welcher Unterschied ist Fachkraft für Arbeitssicherheit und Ingenieur für Arbeitssicherheit?

    (Mir war nicht bekannt das eine Unterscheidung gibt die die Ingenieursausbildung tatsächlich fordert?)

    Meister oder Techniker oder Ingenieure können sich durch einen anerkannten Ausbildungslehrgang zur offiziellen Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASI) gemäß Arbeitssicherheitsgesetz weiterqualifizieren.


    Deine zukünftige Bezahlung wird dann auch davon abhängen, welche Ausbildung und bisherige Berufserfahrung du mitbringst. Als Meister und Anfänger-FASI sind 50 K p. a. schon eine stramme Erwartung, aus meiner Sicht nicht wirklich realistisch. Da müsstest du schon bei einer renommierten Adresse, die bekannterweise gut bis sehr gut bezahlt, unterkommen. Allgemein bezahlt Industrie besser als Dienstleister (Ing.büros) oder ÖD.

    Aus meiner Erfahrung heraus kann ich nur empfehlen, den Führungskräften beim Thema "Meine Verantwortung als FK im Arbeitsschutz" nichtz zu viel als Lektüre in die Hand zu drücken (es gab hier im Thread Buchempfehlungen)... vieles, was mehr als 2 DIN A4-Seiten umfasst, wird ungelesen zur Seite gelegt und hat Null Lernerfolg. Selbst viele studierte FK, bei denen das intensivere Lesen mal notwendiges Handwerkszeug war, sind hierzu mittlerweile nicht mehr willens oder fähig, weil sie noch ein Dutzend weitere "Baustellen" im alltäglichen Wahnsinn zu bedienen haben. Bei den wenigen, dies es tatsächlich interessiert, reicht der Link zu den BG-Broschüren zum Thema. Es ist ziemlich sinnfrei, ein Arbeitsschutzhandbuch für FK zu entwickeln, gar mit einem Rechtskataster, das man regelmäßig pflegen muss, wenn heutzutage die wesentlichen Dinge hierzu für jeden kostenlos und in Sekundenschnelle per Internet verfügbar sind.


    Effektiver im Sinne von Lernerfolg ist es, wenn die FK zu entsprechenden BG-Seminaren geschickt werden. Oder wenn Externe (z. B. ein Rechtsanwalt oder die BG-Aufsichtsperson) zum Thema In-House referieren und die SiFa (der Prophet, der im eigenen Land manchmal nicht viel gilt) mit ihren Aussagen unterstützen und bestätigen.

    heute hat mir jemand erzählt dass es eine Vorschrift/Verordnung geben soll die aufgrund der Coronapandemie derzeit auf allen Baustellen den Einsatz eines SiGeKo erforderlich macht.

    Kennt ihr sowas ?

    Das verbuche ich unter "Gerüchteküche". Da gibt's nichts Neues und Verbindliches aus dem staatlichen oder DGUV-Recht, das hätte ich mitbekommen, mein aktuelles Hauptbetätigungsfeld sind Baustellen. Und die SiGeKo-Anbieter hätten einen Luftsprung gemacht, den wir alle mitbekommen hätten. ;-)

    Sorry, ich sehe in Ihrer Kritik keine Substanz

    Gut, meine Kritik habe ich jetzt 2x in einfachen Worten vorgebracht, es kann vielleicht sein, dass ich mich immer noch nicht klar genug ausgedrückt habe oder dass es an etwas anderem mangelt. Wie auch immer, ich unternehme keinen sinnlosen weiteren 3. Versuch, wir drehen uns im Kreis und das Ganze entwickelt vielleicht bald Popcorn-Charakter. Kritik am vfdb muss man nicht unbedingt persönlich nehmen, egal, ob man da mitmacht oder nicht.


    Das wird jetzt einfach langweilig und ohne Mehrwert für die Diskussion und die anderen FK. Für einen sachlichen und unvoreingenommenen Austausch zum Thema stehe ich aber per PN zur Verfügung.

    Dass es hier Effekte gibt, die man durchaus mal gründlich untersuchen sollte, hat, glaube ich, niemand hier bisher bestritten.


    Was ich kritisiere ist, wie oben bereits erwähnt, dass dieser simple Laborversuch nichts über ein (wesentliches) Risiko in der Realität aussagt. Dazu gehört ein Bisschen mehr... Dinge, die offensichtlich noch garnicht geschehen sind. Die Übertragbarkeit der Laborergebnisse in die Praxis ist bisher nicht bewiesen und ich halte daher die Pressemeldung für verfrüht und auch unnötig reißerisch in der Wortwahl der Überschrift.


    Was ist, wenn Journalisten, die im Brandschutz eh keine Experten sind, das so 1:1 übernehmen und mit ihren Artikeln unnötig die Menschen verunsichern? Sieht so die Pressearbeit des vfdb aus... Aufmerksamkeit um manchen Preis?

    Hat sich jemand mal den überaus simplen Laborversuchsaufbau angesehen auf Seite 37?


    Es muss sich erst mal zeigen, ob sich die Laborergebnisse in die Realität übertragen lassen, also ein reales Gebäude. Im Laborversuch gelten andere Randbedingungen als im realen Leben, für Mindestluftwechselraten in Gebäuden gibt es z. B. eine DIN-Norm. Ein gewisser Luftwechsel erfolgt auch immer unkontrolliert durch Undichtigkeiten des Bauwerks. Und der beeinflusst mit, wie hoch die Konzentration eines Schadgases, das durch eine Wand diffundiert/permeiert, dann im anderen Raum ist. Lauter Sachen, die der Versuch garnicht abbildet.


    Für mich ist das bisher nur ein Sturm im Wasserglas. Mehrere Peer Reviews müssen auch erst mal diese Laborergebnisse bestätigen oder widerlegen. Nur so funktionieren Wissenschaft und Erkenntnisgewinn. Und dann ist die Übertragbarkeit vom Labor in die Lebenspraxis immer noch nicht bewiesen.


    Vielleicht brauchte der vfdb mal wieder eine Gelegenheit für eine Pressemeldung und um zeigen zu können, dass es ihn noch gibt. ;)


    Lasst Euch nicht kirre machen von Titeln wie "Kohlenmonoxid geht durch die Wand: Studie weist gefährliche Ausbreitungswege des lebensgefährlichen Gases nach". Das ist reißerische Wortwahl und Darstellung und unseriös, die BLÖD-Zeitung macht das genauso. Wer sich für eine Autorität im Brandschutz hält und so kommuniziert, der verliert meinen Respekt.

    Davon gibt es leider zu viele in vielen Betrieben. Die beweisen immer den Unterschied zwischen können und wollen. Verstehen können sie es schon, es verstehen zu wollen und dann das eigene Verhalten daran anpassen zu wollen ist aber m. M. n. das Problem. Und wenn dann noch fehlende Konsequenzen nach Fehlverhalten dazukommen, dann hat die Sicherheitskultur des Unternehmens noch geraume Luft nach oben.