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Kranschein ja oder nein

  • Dann schau nochmal in die Abschnitte 4 Prüfung und 5 Befähingsnachweis:

    4.1 Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten
    Der Kranführer hat nach der Unterweisung seine theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten durch eine Prüfung nachzuweisen.

    5. Über die bestandene Prüfung wird dem Kranführer ein Befähingsnachweis ausgestellt; siehe Anhang 2.
    "Wenn es einen Weg gibt, es besser zu machen: finde ihn."
    Thomas Alva Edison (1847-1931)
  • Hi,

    aus Sicht des Ausbilders für Kranführer: bei teilkraftbetriebenen und kraftbetriebenen Kranen ist eine Ausbildung bestehend aus Theorie und Praxis (inklusive Prüfungen) erforderlich und die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird mit dem Befähigungsnachweis für Kranführer ("Kranschein") bestätigt. Eine Ausnahme ist möglich, wenn der Kran fester Bestandteil einer Maschine ist und im Rahmen der Einweisung an der Maschine ausreichend mit geschult wird bzw. werden kann. Der Umfang der Ausbildung richtet sich nach Art und Anzahl der Kräne, Anschlagmittel und zu transportierenden Lasten. Hier kann ich die Schulung inhaltlich an den Betrieb anpassen (was entsprechend im Kranschein dokumentiert wird) und in vielen Betrieben reicht ein Schulungstag inklusive Prüfungen tatsächlich vollkommen aus (z.B. kleine Betriebe, eine Kranart wie Brücken- oder Schwenkarmkran, überschaubare Anzahl an Anschlagmitteln und zu transportierenden Lasten). Die BGG 921 lässt nicht ohne Grund die erforderliche Schulungsdauer offen (z.B. flurgesteuerte Krane 1 bis 5 Tage) und damit den erforderlichen Spielraum für "betriebsbezogene" Ausbildung zu.

    Während die Ausbildung immer gefordert ist, ist der schriftliche Fahrauftrag explizit nur bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen gefordert (Achtung: Kranschein und Fahrauftrag werden hier gern in der Praxis verwechselt oder gleichgesetzt, der Fahrauftrag ist jedoch ein eigenes Dokument und ich empfehle generell bei allen Kranen betriebsintern mit schriftlichen Fahraufträgen zu arbeiten, um alles sauber und rechtssicher zu dokumentieren).

    schöne Grüße
  • Neu

    Servus zusammen,
    also ich muss da auch nochmal kurz Stellung dazu nehmen. Es wird in vielen Posts immer vom Kranschein gesprochen. Tatsächlich ist der Schein, an den jetzt viele so denke (R...h-Verlag z.B.) gar nicht notwendig. Es reicht vollkommen aus, wenn der Teilnehmer nach der Schulung eine Urkunde oder ein Zertifikat oder einfach eine Teilnahmebescheinigung bekommt, aus der hervorgeht, nach welchen gesetzlichen Grundsätzen die Ausbildung durchgeführt wurde, welche Inhalte währen der Schulung gelehrt wurden und ob theoretische und praktische Prüfung erfolgreich abgelegt wurden. Das ganze kann ein einfaches Blatt DIN A 4 oder sonstiger Größe sein, da es dafür nirgends eine Vorgabe gibt. Wichtig ist, dass der Teilnehmer eine Ausfertigung erhält. Mit dieser kann er jederzeit die Ausbildung nachweisen.
    So kenne ich das auch von der BuntenWehr, deren Ex-Soldaten bei mir auch schon mal solche Ausbildungsnachweise vorlegen.
    Gruß
    Caribe
    ....wer früher stirbt ist länger tot....
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  • Neu

    Es gibt im Arbeitsschutz für Krane im Gegensatz zum Stapler-Flurförderschein keinen § wo dies vorgeschrieben ist (Aussage TAB der BG Bau)
    Alles andere bezieht sich unter anderem auf die DGUV 52


    § 29
    Kranführer, Instandhaltungspersonal



    (1) Der Unternehmer darf mit dem selbständigen Führen (Kranführer) oder Instandhalten eines Kranes nur Versicherte beschäftigen,


    1. die das 18. Lebensjahr vollendet haben,

    2. die körperlich und geistig geeignet sind,

    3. die im Führen oder Instandhalten des Kranes unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu ihm nachgewiesen haben und

    4. von denen zu erwarten ist, daß sie die ihnen übertragenen Aufgaben zuverlässig erfüllen.

    Der Unternehmer muß Kranführer und Instandhaltungspersonal mit ihren Aufgaben beauftragen. Bei ortsveränderlichen kraftbetriebenen Kranen muß der Unternehmer den Kranführer schriftlich beauftragen.

    (2) Absatz 1 gilt nicht für handbetriebene Krane.

    DA zu § 29 Abs. 1 Nr. 1:

    Die Vorschrift läßt den Einsatz jüngerer Personen als 18 Jahre zu Ausbildungszwecken unter Anleitung und ständiger Aufsicht durch erfahrene Personen zu.
    DA zu § 29 Abs. 1 Nr. 3:

    Zur Unterweisung gehören außer einer theoretischen Wissensvermittlung die Gelegenheit zum Erwerb einer ausreichenden Fahrpraxis sowie der Fähigkeit, Mängel zu erkennen, die die Arbeitssicherheit gefährden.
    Turmdrehkranführer gelten als unterwiesen, wenn sie an der Prüfung nach der "Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluß geprüfter Baumaschinenführer (Hochbau)" oder an einem Kranführerlehrgang nach den BG-Grundsätzen "Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern" (BGG 921) mit Erfolg teilgenommen haben. Siehe auch VDI 2194 "Auswahl und Ausbildung von Kranführern".

    Quelle hier DGUV 52 der BG Bau


    Dass die Unternehmer dann um diesen Anforderungen gerecht zu werden diese ausbilden lassen ist deren Entscheidung.


    Gruß tanzderhexen
    "Vorbeugen ist besser als Heilen" "Den Menschen stets im Ganzen sehen, also in und mit seinem Umfeld begreifen"
    Hippokrates, griech. Arzt, 460-377 v.Chr.

    „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
    Aristoteles griech. Philosoph 384 -322 v. Chr.