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Alu-Späne absaugen

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  • Alu-Späne absaugen

    Hallo,

    mittels einer kleinen Fräse (ungefähr so groß wie ein Dremel) werden Aluplatten bearbeitet. Dabei fallen grössere Späne, wie natürlich auch etwas Staub an. Die Bearbeitungsstelle wird (zeitweise) mit Kühlschmierstoff benetzt. Als Absaugung dient zurzeit eine handelsüblicher Kärcher-Sauger.

    Feinstaub fällt ja nur in sehr geringen Mengen an - muss ein ex-geschützter Staubsauger her (Staubklasse B1), oder reicht der Kärcher aus? Ein Großteils des Staubes wird ja im KSS gebunden und die groben Späne sind ja nicht so das Problem. Was meint ihr dazu?
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  • Klingt für mich eher nach gröberen Spänen und weniger nach Schleifstaub. Ex-Schutz halte ich da für verzichtbar, allerdings neigen Metallspände in Verbindung mit KSS bzw. Öl wenn man sie kompakt zusammenpackt zur Erhitzung bis zur Selbstentzündung. Eine Regelung, was mit den aufgesaugten Spänen geschieht halte ich hier für angebracht. Zumindest tägliche Leerung des Auffangbehälters am Arbeitsende und Entfernung der Späne aus dem Arbeitsbereich dürfte sinnvoll sein.
  • tiefflieger schrieb:

    Klingt für mich eher nach gröberen Spänen und weniger nach Schleifstaub. Ex-Schutz halte ich da für verzichtbar, allerdings neigen Metallspäne in Verbindung mit KSS bzw. Öl wenn man sie kompakt zusammenpackt zur Erhitzung bis zur Selbstentzündung.
    Ein Großteil des feinen Staubes ist im wassergemischten KSS gebunden - das sehe ich genau so. Jetzt hätte ich gerne noch weitere Informationen darüber, dass Metallspäne (hier: Aluminium) in Verbindung mit KSS zur Erhitzung neigen. Darüber habe ich bislang nichts gefunden. Danke!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von blacksock ()

  • Beispiele kann man z.B. hier finden.

    Grundsätzlich finden hier exotherme (Wärme wird frei) Oxidationsvorgänge statt, dies kommt z.B. auch bei Eisen vor, es gibt pyrophores Eisen.
    Weiterhin gibt es dann noch die Reaktion von Aluminium mit Wasser, was zur Wasserstoffbildung führen kann (wobei diese Reaktion gehemmt ist, da Aluminium in der Regel sofort eine Inertschicht aus Aluminiumoxid bildet) und auch diverse Öle (z.B. in KSS) neigen durch oxidative Zersetzung zur Erhitzung. Je nach Oberflächen- zu Teilchengröße und der vorhandenen Menge, sowie der Möglichkeit der Wärmeabfuhr bzw. dessen Verhinderung kann es dann zur Zündung kommen.
    Eisen- und Magnesiumspäne unterliegen z.B. auch dem Gefahrgutrecht, beim Aluminium trifft dies in der Regel nur auf Pulver zu, allerdings können durchaus auch Späne hier brandgefährlich sein.
  • Danke, auf das Dokument bin ich vor einigen Stunden auch gestoßen. Auf Seite 34 ganz unten steht fettgedruckt: "Im wesentlichen wird festgehalten, dass ausschließlich Aluminiumpulver, Aluminiumplättchen und Aluminiumgrieß als gefährlich, in Bezug auf die Selbstentzündbarkeit, sind." Daher sehe ich die groben Späne nicht als Gefahrenquelle an.

    Der Staub wird im wassergemischten KSS als Schlamm gebunden, das ist als Schutzmaßnahme OK (BGR 109 4.2.2 Nassverfahren).

    Den Hinweis, die Späne täglich aus dem Arbeitsbereich zu entfernen und die entsprechenden Behältnisse zu leeren, nehme ich gerne mit auf.
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  • Guten Morgen zusammen,

    ich habe eine Frage zu diesem Thema.
    Gerade bin ich dabei eine GB für eine handbetriebene Zugsäge zu erstellen mit der Aluminium-Profile gesägt werden.
    An der Säge ist eine Absaugung vorhanden, allerdings vermeidet diese nicht, dass ein Teil der Alu-Späne (sehr feine Späne) zu Boden fliegt.
    Könnt ihr mir evtl. helfen wie es hier mit der Brennbarkeit/Brandgefahr aussieht? Es ist keine Nassabscheidung vorhanden, es wird auch kein KSS eingesetzt - eine reine Trockenbearbeitung liegt vor.
    Eine Explosionsfähigkeit würde ich ausschließen.

    Danke für Eure Unterstützung!
  • Die GESTIS-Staub-Ex liefert einige Anhaltspunkte. Jetzt kommt es auf den Verarbeitungsweg und die Teilchengröße an. Ich habe mir mal nach eigenem Ermessen "Aluminium, Sägen, abgelagerter Staub" (6123) herausgesucht. Hierbei kommt man immerhin auf
    Ex-Fähigkeit: St 1; und Brennbarkeit BZ: 2.
    => St 1 bedeutet einen relativ geringen Druckanstieg; BZ 2 kurzes Anbrennen und rasches Auslöschen.
    Brandgefahr sehe ich daher eher als gering an, Staubexplosionsgefahr ist vorhanden, allerdings muss dazu der Staub entsprechend aufgewirbelt werden, eine Zündquelle muss vorhanden sein und eingehaust sollte das ganze dann auch noch sein, das halte ich für wenig wahrscheinlich.
    Die vorgegebenen Parameter können nur als Richtwert angesehen werden, relevant ist, ob Dein Staub mit dem gemessenen vergleichbar ist.
    "Normaler" Sägestaub von einer Handsäge dürfte eher grob und, meiner Meinung nach, nur unter äußerst ungünstigen Bedingungen zur Staubexplosion zu bringen sein. Wie werden denn die herabgefallenen Späne beseitigt?
    Da ich das immer vergesse,
    am Kopf meines Schreibens bitte immer ein Hallo.... einfügen, dazwischen ein :62: und zum Schluß ein Gruß, AxelS (Ex tiefflieger) :D
  • Erstmal vielen Dank für deine schnelle und umfassende Hilfe!
    Also die Späne bzw. der grobe Staub werden geschätzt zu 80% abgesaugt, ca. 20% fällt zu Boden würde ich sagen.
    Nach Beendigung der Schicht werden die Späne/Staube zusammengekehrt und in althergebrachter Methode mit Handfeger sowie Kehrblech aufgefegt...
  • Hallo,

    du beschreibst hier das "Sägen". Die Teilchengröße die dabei anfällt dürfte nicht im Ex-Bereich sein, sie ist einfach zu groß. Im Unterschied zum Schleifen. Dort wird sehr feiner Staub produziert.

    Die Gefahr die ich sehe ist mechanischer Art: Ausrutschen auf den Krümeln, schneiden an scharfen Kanten beim Fegen, aufwirbeln bei zu schnellem Fegen :thumbsup: , Entsorgung abgedeckt (?), usw.

    Viel Erfolg.
    .
    .
    .
    ... viele Grüße vom Waldmann.




    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)
  • Vielen Dank nochmals für die Unterstützung.
    Das stimmt, die Teilchengröße ist schon eine andere Dimension als beim Schleifen z.B.
    Ich werde die Brand-/Explosionsgefahr nicht großartig weiter beachten in diesem Fall.
    Die mechn. GF sowie Lärm spielen hier eine deutlich größere Rolle!
  • Waldmann schrieb:

    Hallo,

    du beschreibst hier das "Sägen". Die Teilchengröße die dabei anfällt dürfte nicht im Ex-Bereich sein, sie ist einfach zu groß.....

    Gewagte These, zumal Gestis Staub-Ex einige Punkte unter "Aluminium, Sägen" mit St 1 auflistet.


    Bei Stäuben ist Aufkehren nicht die fachgereche Methode der Beseitigung, zumindest dann nicht, wenn nicht mittels weiterer staubbindender Methoden eine entsprechende Aufwirbelung verhindert wird.
    Da ich das immer vergesse,
    am Kopf meines Schreibens bitte immer ein Hallo.... einfügen, dazwischen ein :62: und zum Schluß ein Gruß, AxelS (Ex tiefflieger) :D
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  • ... ich brauch da mal die Werkstoffnummer oder die Handelsbezeichnung des Alu´s. Das Material ist entscheidend. Wie hoch ist der Magnesiumanteil usw...
    Dann kann man dazu was sagen. Es ist möglich AlMg3 Späne zur Zündung zu bringen. Wie, sag ich nicht.
    Dann kann ich helfen.

    Gruß Canislupus (Metallbauermeister & FaSi sowie Brandschutzbeauftrager & Löschmeister)
    Gruß Canislupus
  • Ich kann euch leider gerade die genaue WKstoffbezeichnung nicht sagen, werde dies aber erfragen. Ich würde mal behaupten, dass es sich um ein gewöhnliches AlMg3 handelt, welches zusätzlich vor dem Sägevorgang pulverlackiert ist.
    Es wäre doch sinnvoller, wenn die Späne, die nicht abgesaugt werden können u. auf den Boden fallen, zwischendurch mit einem Sauger separat aufzusaugt würden oder?
  • Neu

    Hallo zusammen,

    ich wollte das Thema nochmal nach oben holen. Hier nur etwasanders. Wir bürsten Alusteile ab und saugen die Späne in einem Ex-GeschützenNassabscheider. Am Ende bleibt dann eine Mischung aus Wasser und Aluschlamm mitgrobkörnigen Anteilen über. Wie wir das Ganze bisher entsorgt haben schreibeich lieber nicht. Mir selber passt das aber nicht.

    Jetzt wollen wir den Aluschlamm aus den Nassabscheiderabsaugen und das Wasser/Alu-Gemisch dann ordnungsgemäß entsorgen. Dazu steheich schon mit unserem Entsorger für Metallschrotte in Verbindung. Es geht jetztaber auch um das Absaugen der Abscheider. Beim Kontakt von Alu und Wasserentsteht ja Wasserstoff. Die Frage ist nun aber ob wir hier einen Ex-Saugerbenötigen oder nicht. Der Abscheider hat die Klasse 22 und man verweist bei derReinigung auf die DGUV 109-001. Dort heißt es ja unter 4.1.1: „Der Unternehmerhat im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung […] um Gefährdungen durch Alustaubund Wasserstoffgas zu vermeiden […]“.

    Wir sprechen hier tatsächlich von einer wässrigen Mischung aus Wasser in der sich am Boden sandähnlich der Alustaub absetzt.

    Gibt es hier Erfahrungen bzgl. EX-Schutz-Anforderungen?Leider kann ich hier nichts finden. Danke!

    Gruß Stefan
  • Neu

    Hallo zusammen,

    vielleicht bekommst du hier noch eine Informationen
    BGRCI Expertenwissen Explosionsschutz
    BGRCI Expertenwissen ExSchutz Stäube


    Gruß RaBau
    Fremde Meinungen sind zu akzeptieren meine Antwort auf "du" oder "sie". Ich möchte geduzt werden.
    Ich schreibe weiter alles mit DU (siehe Forumsregel). Die die kein Du haben wollen, machen gedanklich immer aus dem Du ein Sie.[b][/b][b] [/b]
    Gruß RaBau

    Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet. (Zitat von Peter Bamm)