#Werbung: Arbeitsschutz gemeinsam weiterdenken – Diskutiert mit!

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo an alle User,

    unsere jahrelange Kooperation mit der Fa. Hinte als Ausrichter der Messe "Arbeitsschutz aktuell" sollte hinreichend bekannt sein :) für ein aktuelles Projekt hat die Fa. Hinte uns und damit natürlich auch Euch um Unterstützung gebeten. Im Verlaufe dieses "gesponserten" und auf zwei Monate begrenzten Threads soll die aktuelle Lage im Beratungsbereich der Sifa´s abgefragt werden. Was beschäftigt die AG aktuell, was sind die Themen der Sifa´s, wo besteht Handlungsbedarf usw. :/

    Mit dem User ArbeitsschutzAktuell wird ab hier Alexa Brandt die Moderation übernehmen und euch regelmäßig mit neuen Fragen oder Thesen aus der Reserve locken, um zum Ende ein gut recherchiertes Abbild der aktuellen Lage im Bereich Arbeitsschutz zu erhalten.

    Ich bitte euch um rege Teilnahme an der Diskussion und vor allem ehrliche, gerne auch kritische Meinungen & Einschätzungen, genau das ist es, was die Fa. Hinte an dieser Stelle erwartet :thumbup:

    Und jetzt übergebe ich gerne an Alexa, Sie wird euch noch mehr Details und Hintergründe zu diesem Projektes erläutern.

    Danke, Chris

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  • Hallo zusammen,


    ich bin Alexa und betreue bei der ARBEITSSCHUTZ AKTUELL unter anderem die Kommunikation und Weiterentwicklung unserer Inhalte.


    Wir möchten hier in den kommenden Wochen vor allem von euch erfahren, welche Themen euch im Arbeitsalltag aktuell wirklich beschäftigen und wo ihr vielleicht auch noch Herausforderungen oder offene Fragen seht.


    Deshalb würde ich gerne ganz offen starten:


    Was ist aktuell eure größte Herausforderung als Fachkraft für Arbeitssicherheit?;)


    Ist es zum Beispiel die Akzeptanz von Arbeitsschutz im Unternehmen, fehlende Zeit, neue gesetzliche Anforderungen, psychische Belastung, Digitalisierung und KI – oder etwas ganz anderes?


    Mich interessieren dabei vor allem eure Erfahrungen aus der Praxis. Was funktioniert gut, wo hakt es und bei welchen Themen braucht es aus eurer Sicht noch bessere Lösungen?

    Ich freue mich auf eure Erfahrungen, Meinungen und natürlich auch auf kritische Punkte.


    Viele Grüße
    Alexa

  • Moin.

    Aus meiner Sicht (Externe FASI)

    Überregulierung (aktuelles Beispiel die "Führerscheine für handgeführte FFZ") und damit fallende Akzeptanz. Damit steigt der Dokumentationsaufwand immer weiter an. Für alles und jedes sind Gefährdungsbeurteilungen bei denen man einen Berg von Regelungen mit beachten muss zu berücksichtigten.

    Dadurch fehlt natürlich dann auch wieder die Zeit "vernünftigte" Themen zu betreuen.

    Wir werden derzeit absolut zu Tode geregelt und ich habe den Eindruck es wird immer schlimmer.

    Also bedingt das eine immer auch noch das andere.

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    Irgendwann gehe ich zur BG und lasse mir den Arbeitsschutz als Berufskrankheit anerkennen...

    Wisst ihr was das Schlimmste ist? Wenn nicht.. .klickt hier ....

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    Mike

  • Servus,

    ich behaupte mal das bei uns die meisten Führungskräfte mittlerweile schon verstanden haben, dass der Arbeitsschutz durchaus Sinn macht und Sie sich auch soweit abgesichert wissen möchten. Vlt hat der eine, oder andere Entscheidungsträger manchmal persönliche Probleme mit der SiFa als Stelle selbst, aber das muss nicht an der Person liegen. Sie fühlen sich halt in ihrer Entscheidungsgewalt eingeschränkt. Auf Grund der aktuellen wirtschaftlichen Situation werden sinnvolle Investitionen gerade im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz leider derzeit getätigt.

    So würde ich es mal kurzgefasst umschreiben.

    Gruß Andy214

    Willkommen in meiner Welt. *SpiEi*

  • Mir macht momentan die Entwicklung der Mitarbeiter große Sorgen. Vor allem in der Produktion erlebe ich eine immer größere ,,Null Bock" Haltung und das betrifft nicht nur Arbeitssicherheit, sondern auch Qualität und andere Themen. Das Thema ist vielleicht dem Fachkräftemangel geschuldet, dass Unternehmen zu lange an gewissen Mitarbeitern fest gehalten haben, weil der Markt drausen auch nichts besseres zu bieten hat. Zu diesem Thema kommt noch eine immer größere sprachliche Barriere dazu, was das Thema Arbeitssicherheit auch schwerer macht. In wie weit diese beiden Themen einen Zusammenhang haben, möchte ich jetzt nicht beurteilen (auch wenn hier alles ganz offen sein soll).


    Als zweiten Punkt sehe ich, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung in ganz Deutschland verschärft. Arbeitssicherheit kostet vor allem erstmal Geld und der Gewinn ist schwer zu beziffern. Ich denke mittelfristig werde viele Unternehmen vor allem im Arbeitsschutz viel Geld einsparen und wir Sifas müssen uns da irgendwas überlegen, wie wir trotzdem weiter kommen.

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  • Ich finde es traurig dass Führungskräfte nicht bereit sind die Verantwortung zu übernehmen.

    Außerdem mangelt es an der Zuverlässigkeit. Wenn Probleme / Maßnahmen besprochen sind,

    (auch mit den Aufsichtsbehörden) muss ich ständig hinterher laufen und aufpassen das die Aufgaben zu Ende gebracht und erledigt werden.

  • Am häufigsten höre ich immer "Was soll ich denn noch alles machen? Der Laden muss ja auch laufen".
    Wir laden immer mehr bei immer weniger Leuten ab: was früher 5 gemacht haben, machen heute 3. Das das nicht funktionieren kann, sollte eigentlich jedem klar sein.


    Aber solange "die Lust auf die Überstunde" oder auch hohe Krankenstände propagiert werden, wird sich wohl nichts ändern.

    "Arbeitsschutz lebt nicht von Gesetzen, Normen und Vorgaben alleine - sondern von Menschen, die diesen ernst nehmen." Carsten Magiera

    "Nur §31 JArbSchG regelt das Züchtigungsverbot. Das heißt, alle anderen darf man hauen." ThiloN

    "Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an." Guudsje

    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

  • Danke für die klare Einschätzung, Mike. Gerade der Punkt mit der Akzeptanz ist spannend: Welche Vorgaben sind wirklich notwendig und ab wann kippt es in Bürokratie, die dem eigentlichen Arbeitsschutz eher im Weg steht?

  • Überregulierung (aktuelles Beispiel die "Führerscheine für handgeführte FFZ")

    Sehe ich auch als eines der Probleme. Wenn ich mir ansehe was z.B. alles unterwiesen werden soll, auch banale Dinge. Ein Wunder, dass wir nicht noch schulen müssen, wie man gerade geht, am besten dann noch mit ausführlicher Dokumentation.

    Dokumentationsaufwand

    Wer schreibt der bleibt, war früher ein beliebter Spruch, gilt anscheinend heute noch. Da werden seitenlange GBU geschrieben, bunte Betriebsanweisungen dazu, dann noch unterwiesen, nur lesen und danach handeln werden das wenige. Wozu also der Aufwand?

    ,,Null Bock" Haltung

    Work life balance spielt eine wichtige Rolle. Einige möchten anscheinend ohne jeglichen Aufwand ihr Geld verdienen. Dass wir da im internationalen Wettbewerb stehen und die letzten Jahre in der "Rangliste" nach hinten durchgereicht wurden, registrieren anscheinend nur wenige. Ja, es ist schwer, wenn man auf Dinge verzichten muss, die bisher selbstverständlich waren, aber ohne entsprechende Anstrengungen wird es in Zukunft nicht gehen.

    Ein weiterer Punkt ist für mich das blinde Vertrauen in KI Systeme. Wenn ich mir so ansehe, wie toll das viele Finden, ohne die Hintergründe zu verstehen.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

    Nee, ich zeige jetzt immer auf Axel. Was der nicht weiß, ist nicht relevant. 8) (ThiloN)

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  • Nicht nur bei uns, Personalmangel bzw. das finden geeigneter Personen auf Stellen. Wir könnten noch einige Stellen besetzen, ist aber schwierig. Somit bleiben immer weniger Ressourcen um das mehr an Tätigkeiten zu erledigen.

    Finanziell sind alle auf Wartestellung, keiner will einen Cent viel ausgeben. Geld ist ja eigentlich da aber das vertrauen in die Zukunft fehlt.

    Ok, jetzt wird es leicht esoterisch. Die Wertigkeit einer Information nimmt mMn stark ab. Absprachen oder schriftliche Anweisungen sind heute teils in Minuten hinfällig. Dadurch sink die Wertigkeit, Personen warten dann lieber noch eine Zeit ab ob was neues kommt oder bleiben allgemein in Wartestellung.

  • Was ist aktuell eure größte Herausforderung als Fachkraft für Arbeitssicherheit?;)

    Was bei uns gerade ironischerweise zur „Mode“ wird: Mitarbeitende beklagen sich darüber, was sie nicht noch alles zusätzlich machen sollen – teilweise werden sogar Belastungsanzeigen gestellt. Eine der beliebtesten „Lösungen“ ist dann, eine Zulage zu zahlen, und plötzlich scheint das Problem erledigt.

    Aus meiner Sicht ist das eigentliche Problem damit aber nicht gelöst – sofern es überhaupt ein echtes Problem war und die Beschwerde nicht eher ein Mittel zum Zweck ist.

    Bei Belastungsanzeigen bin ich grundsätzlich immer involviert, außer die Mitarbeitenden entfernen im Formular den entsprechenden Haken. Ich möchte und muss die Themen ernsthaft bearbeiten. Wenn das Ganze aber dazu führt, dass manche vor allem motiviert werden, weitere Anzeigen zu schreiben und Führungskräfte auf diesem Weg Zulagen verteilen, läuft das am eigentlichen Sinn vorbei – und unsere Arbeit wird aus meiner Sicht entwertet.

    Mich würde interessieren:
    Wie geht ihr in euren Unternehmen damit um, damit Belastungsanzeigen wirklich zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beitragen – und nicht vor allem als Instrument für Zulagen oder „Sonderlösungen“ genutzt werden? Welche Ansätze haben sich bei euch bewährt, um so etwas effektiv zu vermeiden?

  • Wow... viele der obigen Punkte treffen voll und ganz auch auf uns zu:

    - Führungskräfte, die von der Materie eigentlich keine Ahnung haben - meinen zur Führung reicht es aus, den MA mehr Themen zuzuschustern und zu achten, dass es nicht durchsickert, dass derjenige dadurch noch mehr Überstunden machen muss (O-Ton: Dann musst du mehr auf dein Zeitmanagement achten) Keine klaren Vorgaben: Was hat eine Führungskraft neben dem Bürojob noch konkret zu tun. Nur wages "man soll, man hat..." und gefühlt pickt sich jeder nur die Rosinen raus. Und wenn man denen mitteilt, was sie Im Arbeitsschutz für Pflicht haben - meint man, man hätte einen Damm niedergerissen - was da an Gegenwind kommt. Und welche Ausnahmen der Ausnahmen dann in Feld geführt werden. Dann wird die Unterweisung der Außendienstler ganz plötzlich zur unlösbarsten Aufgabe der Welt... und überhaupt: Wer unterweist mich als Führungskraft und woher soll ich denn wissen, was ich zu unterweisen habe... z.B. wie mein Außendienst-MA sein Auto bedienen soll...?

    - Vor lauter verschiedener Team Leiter fachlich, disziplinarisch und, und, und wissen die schon gar nicht, wer eigentlich für die Unterweisung der MA zuständig ist... "Lauter Häuptlinge, aber keine Indianer mehr"

    - Blindes Umstrukturieren und achten auf die Kennzahlen - aber dadurch funktionieren die Prozesse nicht mehr - man füllt Tabelle um Tabelle aus, damit die Managementebene Zahlen analysieren kann und auf Kante nähen kann, ob es wirklich noch eine halbe Stelle mehr braucht um die auflaufende Arbeit abfangen zu können... findet den Fehler...

    - Alte Strukturen, die auf einmal "böse" sind und zwingend modernisiert werden müssen - am besten schon gestern ohne die MA zu informieren und plötzlich läuft gar nichts mehr

    - Fehlende Kommunikation, was auch dazu führt, dass ganze Abteilungen miteinander, untereinander, zwischen einander zerstritten sind. Jeder hat wichtige Themen, jeder hat keine Zeit mehr für die Themen anderer (auch wenn man miteinander arbeiten muss)... und von oben kommt kein Machtwort - lassen es so laufen. Was ich auch ganz "toll" finde: Man soll sich kurz halten - und nicht mehr soviel erklären - aber die Emails an Rückfragen oder Zeitverschwendung wegen Nacharbeiten, fehlenden Punkten oder Nachfragen... das finden die nicht fraglich?

    - Alle - aber ausnahmslos alle - Prüf-, Kontroll-, Fortbildungsaufgaben werden Fremdvergeben in der Hoffnung, dass man damit gar nichts mehr zu tun hat - sich dann aber wundert, dass trotzdem MA damit zu tun haben müssen (Stichwort "Koordination, Kontrolle....") und man eigentlich Kosten nicht einsparen kann (Sinn dahinter: "Meine MA sollen sich voll und ganz auf ihre Tätigkeit fokussieren und forschen, produzieren.... und Geld generieren...") - Dadurch veröden meiner Meinung nach noch mehr die Fähigkeiten "Ich kümmere mich um..." "Ich achte darauf, das..." "Ich sorge für..." Beispiel: Früher wurden bei uns die Notduschen durch die MA selber geprüft und gereinigt... - man hat "sich darum gekümmert" Nun sind Notduschen verdreckt - aber es kümmert keinen und man sucht nur Schuldige, die ihre "Arbeit nicht gemacht haben"... Was für eine Energieverschwendung!

    - Die Furcht, dass man jeden Handwerker oder Dienstleister nehmen muss und denen keine Vorgaben machen darf... Was ich da immer zu hören bekomme: "man kann froh sein, dass überhaupt noch jemand kommt", man will die nicht "verstimmen"... "die machen eh was sie wollen..." ... "Kontrollen wird es da eh keine geben...."

    Ich könnte hier noch ewig weiter machen...

    Beste Grüße aus Mainz

    E.weline

    Versicherung der Unsicherheit ist Sicherheit.

    Hanspeter Rigs (*1955), Dr. phil., deutscher Philosoph und Aphoristiker

  • Hallo zusammen,

    einige Gedanken zum Thema Herausforderungen im Arbeitsschutz;

    - Führungsebene informieren, mitnehmen und auf Dauer motivieren;

    - Einbinden weiterer Ebenen der Organisation zum Thema gelebter Arbeitsschutz;

    Bei neuen Kunden (als externe SiFa) folgende Vorgehensweise, ich bin nur Moderator und Berater, keine Führungsverantwortung und nicht der Fachberater für sämtliche Fertigungsprozesse.

    1. Präsentation der an Kunden angepassten Bradly Kurve mit Fragen: Wo steht die Organisation, wo will sie hin und wie schnell oder langsam wollen sie dies erreichen? Wie ist die Außenwirkung der Leistungen im Arbeitsschutz - Kunde, Behörden, Öffentlichkeit, Image usw.? ca. 60 min .; i.R. im Workshop mit Führungskräfte und Mitarbeitern (Präsenz oder Online Webinar).

    2. Präsentation Leitung/Personalführung/HR und ggf. Betriebsrat, wenn vorhanden: Rechte und Pflichten von Führungskräften ca. 45 min.; einschl. Fixierung durch HR im Arbeitsvertrag (Arbeitsplatzbeschreibung ändern/ergänzen); Pflichtenübertragung i.R. nicht vorhanden oder fehlerhaft (Hinweis auf §9 OWiG reicht meistens nicht);

    3. Fixierung als Zielaufgaben des Managements in einem Statement - Engagement zum Arbeitsschutz mit Veröffentlichung in der Organisation und Erstellung einer Policy (nur max. 5 Punkte), die wird von allen Führungskräften unterschrieben und ausgehängt. Wer kann helfen - intern/extern?

    4. Regelmäßige Fortschrittskontrolle der Maßnahmen der Führung, einschl. 1/4 jährliche Präsentation von Ergebnissen beim Leitungsgremium, einschl. herunterbrechen der Maßnahmen auf operative Führungsebene.

    Es werden nur Maßnahmen fixiert und begleitet, welche von der Leitung ausdrücklich schriftlich beauftragt werden, keine Wunschvorstellungen der SiFa oder sonstigen Akteure.

    Dies sind i.R. Transformationsprozesse einschl. Paradigmenwechsel die viel Zeit benötigen; Bisher keine dieser Aufgaben/Aufträge < 2 Jahre erl., Quote des Abbruchs und Misserfolgs ca. 30 % ist einzurechnen.

    Es nützt nach meiner Ansicht nicht viel, wenn ich zusammen mit den Beteiligten über Dokumentationszwang, Überregulierung, Bürokratie, Personalmangel, Finanzen oder Work life balance klage. Ich motiviere, formuliere und kontrolliere die Ziele der Führung und vermittle diese an die Organisation. Das wars.

    Mit freundlichen Grüßen aus dem Chiemgau

    Autofit

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  • Wir werden künftig weniger Personal einsetzen, da wir von Smart Technik inkl. der Verknüpfung von K.I. und Robotik quasi gefühlt überrollt werden.

    Die vorhandenen Systeme sind zwar schick und entwickeln sich schnell weiter, sind aber noch ewig davon entfernt, einen mitdenkenden Facharbeiter ersetzen zu können.
    Aber genau das wird schon umgesetzt indem Menschen durch nicht vollumfängliche
    System-Maschinenschnittstellen ersetzt werden.

    Sind wir als SIFA´s jetzt noch dabei verhaltensbedingten Ursachen auf den Grund zu gehen, wird künftig unser Job sein Programmierungen zu prüfen.
    Gut, ich werd´s nicht mehr erleben, wird aber kommen. Was bedeutet, das sich die Aus-und Weiterbildung unserer Berufsgruppe drastisch ändern werden muss.

    Keine Demonstration verändert die Welt.

    Es ist die unpopuläre und stille Eigenverantwortung im Handeln jedes Einzelnen, die eine Wandlung in Bewegung setzt.:evil::saint:

  • einen mitdenkenden Facharbeiter

    Gibt es die noch? Ich habe das Gefühl, die sterben so langsam aus. Über den Tellerrand blicken oder Eigeninitiative entwickeln wurde in den letzten Jahren auch oft nicht honoriert. Da war man dann eher der Trottel, dem man noch weitere Aufgaben mitgeben kann.

    Sind wir als SIFA´s jetzt noch dabei verhaltensbedingten Ursachen auf den Grund zu gehen, wird künftig unser Job sein Programmierungen zu prüfen.

    Das dürfte Herstelleraufgabe werden, nachzuweisen, dass seine Systeme in den zu erwartenden Grenzen sicher funktionieren. Mit zunehmenden KI Funktionen wird das allerdings schwierig, denn die KI ist eine black box, niemand kann nachvollziehen, was sie wie und warum durchführt.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

    Nee, ich zeige jetzt immer auf Axel. Was der nicht weiß, ist nicht relevant. 8) (ThiloN)

    • fehlendes Verantwortungsbewusstsein von Führungskräften -> ein grundsätzliches Problem, da viele das Wort "Gefährdungsbeurteilung" zum ersten Mal in ihrem Leben hören, wenn die BG/UK eine Revision ankündigt, ein Unfall passiert ist oder eine Sifa das Thema ganz vorsichtig anschneidet
    • wenn der erste Punkt geklärt ist, fehlende Bereitschaft diese Verantwortung zu übernehmen
    • praktisch Rechtsfreiheit im öffentlichen Dienst, gestärkt dadurch, dass UVT und staatl. Aufsicht dort nie (zumindest mir nicht bekannt) Konsequenzen ziehen
    • Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin als Geschäftsmodell (siehe dazu verschiedene Threads hier im Forum), betreffend große Dienstleister
    • an manchen Stellen die bereits zuvor angesprochene Überregulierung, an anderen Stellen dafür recht viel Handlungsspielraum auf Basis der Gefährdungsbeurteilung (dazu siehe den ersten Punkt), die in solchen Fällen meiner Erfahrung nach eher wirtschaftlich ausgerichtet wird, als auf maximalen Schutz
    • meist auf allen Seiten wenig bis gar keine Kompetenz bei der Erfassung und Bewertung psych. Belastungen -- inkl. UVT und staatl. Aufsicht. Dazu kommen mein erster und mein dritter Punkt. Seminare dazu sind i.d.R. sehr theoretisch und von wenig praktischem Nutzen.
    • Blinde Nutzung von KI. "Aber die KI hat gesagt, in [von KI erfundenem Gesetz] steht das anders."
    • Angst vor Vorgesetzten. Z.B. wenn man nicht 24/7 erreichbar ist, wenn man Fahrzeiten nicht zum Telefonieren nutzt (Viko geht mit dem Handy auch mal während der Fahrt), wenn man als Schwangere mal ein paar Minuten Ruhe bräuchte, wenn man von der Nachtschicht direkt in die Frühschicht wechselt etc.

    Wenn der Kaiser nackt aussieht, dann ist der Kaiser auch nackt.

  • [...]ein grundsätzliches Problem, da viele das Wort "Gefährdungsbeurteilung" zum ersten Mal in ihrem Leben[...]

    Alles was Recht ist, aber wenn eine FK heute mit dem Begriff GB nix anfabgen kann, dann wird sie, egal in welchem Unternehmen, raus sein.

    Ob sie etwas mit dem Begriff anfangen WILL, steht allerdings auf einem anderen Blatt...

    In diesem Sinne

    Der Michael

    "You'll Clean That Up Before You Leave..." (Culture/ROU/Gangster Class)

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  • Ich denke mittelfristig werde viele Unternehmen vor allem im Arbeitsschutz viel Geld einsparen und wir Sifas müssen uns da irgendwas überlegen, wie wir trotzdem weiter kommen.

    Die KI wird in naher Zukunft Sifas ausmustern. Ehrlich gesagt, sehe ich uns evtl. noch einige Zeit direkt im operativen Geschäft, quasi als Beobachter und nicht mehr als Dokumentationsmensch. Dies wird sicher sehr gut und vollumfänglich durch KI gemacht werden. Falls es bei immer höherer Produktivität zu immer mehr Stellenabbau bis hin zu menschenlosen Produktionen kommt, und das wird es, werden sich Anlagen miteinander abstimmen, damit nichts passiert. Mir gefällt der Gedanke. :)

    Klaus Schuster

    den größten Fehler den man machen kann ist, Angst zu haben, einen Fehler zu machen.

    ¯\_(ツ)_/¯

  • Was ist aktuell eure größte Herausforderung als Fachkraft für Arbeitssicherheit? ;)

    Um zur Eingangsfrage zurückzukehren ;)

    • zu erkennen welcher Input bzw welche Aussage im Dialog mit Mitarbeitern oder als Dokument einer Gefährdungsbeurteilung von einer KI stammt
    • Bereits geschehene Ereignisse gerne auch Weltweit mit den zu erwartenden Auswirkungen vor Ort zu verknüpfen um Akzeptanz der MA für diverse Maßnahmen zuerreichen

    Ok letzteres klingt wie die Zigarettenbildchen - ich finde es aber trotzdem gut

    Keine Demonstration verändert die Welt.

    Es ist die unpopuläre und stille Eigenverantwortung im Handeln jedes Einzelnen, die eine Wandlung in Bewegung setzt.:evil::saint:

  • Hallo in die Runde, ich bin berufsbegleitend noch in der Sifa Ausbildung, aber bis jetzt jahrelang im EDV Service unterwegs. Ja ich kann auch zu meiner Tätigkeit sagen es ist schon eher eine Sozialpädagische Dienstleistung die man ausführt. Man muß dauernd erklären warum es die Vorschriten gibt, keiner nimmt mehr gutgemeinte Ratschläge an. Z. B. im Beteich der Arbeitssicherheit die hängen alle wie Neandertaler von den Bildschirmen mit Gleitsichtbrille Bildschirm hochgestuft und Kopf bis zum Anschlag in Nacken. Dann wird bei der Erklärung wie der Zustand verbessert werden kann wird mir dann vorgeworfen woher ich das denn wissen will, sie ist ist ja schließlich ausgebildete Bürokauffrau.

    So jetzt zu dem was ich für mich als Aufwand finde. Erstmal die Suche nach den jeweiligen Informationen die man benötigt und dann die Prüfung ob das was man jetzt gefunden auch zur Zeit die letzte Fassung ist und oder so noch seine Gültigkeit hat. Die Akzeptanz meiner Antworten, das wird immer schlimmer das diese angezweifelt werden, hinzu kommt noch das mein gegenüber sich nie länger als 5 Minuten auf ein Gespräch konzentrieren kann (das ist unabhängig von der Position in Betrieb). Alle sind immer im Stress und brauchen scheinbar einen schlechten Zustand damit sie was zum meckern haben.