Brandklasse L ( ISO 3941:2026)

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  • Hallo!


    Habt ihr euch schon mit der Brandklasse L nach ISO 3941:2026 beschäftigt? Das ist zwar noch kein Landesrecht. Aber für den Arbeitsschutz sind Lithium-Brände m.E. durchaus von Interesse. Von unseren betrieblichen Brandschutz-Verantwortlichen habe ich bisher noch keine Rückmeldung bekommen.


    Gruß, René

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  • Hallo Udo,

    der ist leider nur für Brandklassen A und D. Der Inhalt ist ein Lithium-Wasser-Gemisch. Über die Seite bin ich bei meiner Recherche auch gestolpert. ;) Ich wollte die gern für unsere E-LKW. Das war dann nüscht. Da tun es die Alten noch.

    Schönes Wochenende

    Rieke

    Der alltägliche Wahnsinn

  • Lithium-Wasser-Gemisch ... ähm, das kann ja dann wohl nicht sein, auch, wenn's auf der Webseite steht (Verkäufer sind halt keine Techniker).
    Ich hatte den Löscher in der Hand.
    Ist für die Brandklassen A, D und L geeignet und entsprechend gekennzeichnet.
    Manko ist der Preis bei diesem Anbieter ... =O

    Beste Grüße,
    Udo

    Sapere aude!
    (Horaz)

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  • Hallo,

    das Thema Brandklasse L hatten wir hier schon im Forum, siehe Forensuche. Ich habe vor zwei Wochen an einer Fortbildung beim VdS teilgenommen, da ging es auch um diese neue Brandklasse L. Aussage des Dozenten dazu: Es soll in 2026 noch einiges diesbezüglich kommen, offiziell ist es noch keine Brandklasse in D.

    Ungeachtet dessen stellt sich mir mittlerweile die Frage: Macht der Einsatz in einem Betrieb und unter dem Aspekt keine Eigengefährdung, überhaupt einen Sinn?! Videos zu Bränden gibt es mittlerweile einige, z.B.:

    E-Bike-Akku fängt Feuer – wie gefährlich sind E-Bikes?

    Nach Explosion: E-Bike-Akku verwandelt Büro in Flammen-Hölle

    Kann man da einen Löschversuch überhaupt verantworten oder lieber: Raus....Notruf absetzen oder im Außenbereich: Abstand und Notruf absetzen ?! Wir haben ein gänzlich anderes Brandbild, einschließlich Giftigkeit Rauch. Mit dem klassischen Mülleimerbrand ist das nicht zu vergleichen.

    Ich selbst hatte jetzt auch schon Brandfälle mit Akkus (u.a. E-Zigarette), ist wirklich teilweise nicht zu unterschätzen, auch in der Wahrnehmung. Einer der Fälle wurde zum Beispiel als Explosion gemeldet.

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Meine persönliche Meinung:

    Es ist wie beim "normalen" Feuerlöscher. Ich kann einen beginnenden Brand versuchen zu löschen ...
    Bei Li-Akkus kann ich, so aus meiner (naturgemäß) geringeren Erfahrung heraus, im Anfangsstadium (Akku wird heiss) versuchen, den Akku zu kühlen und ins Freie zu schaffen. Haben sich austretende Gase bereits entzündet, habe ich mit Feuerlöschern keine Chance mehr. Das Risiko durch die Verbrennungsprodukte ist einfach zu groß und der Kühleffekt zu gering.

    Beste Grüße,
    Udo

    Sapere aude!
    (Horaz)

  • Die aktuellen Feuerlöscher sind alle mit Brandklasse A, D und F, gekennzeichnet. Ob die wirklich für Brandklasse L geeignet sind, müssen wir abwarten. D ist für metallisches Lithium, also auch für "Lithium Metall Batterien" (wie im anderen Thread vom Februar angemerkt). Für Lithium-Ionen-Akkus würde ich den nicht nehmen.

    Einmal editiert, zuletzt von mumpel (28. September 2026 um 00:26)

  • Ja, die Anzeige sieht seltsam aus. Die Kennzeichnung auf dem Produktfoto zeigt das Batteriesymbol mit einem "L", das aber bei den technischen Daten ignoriert wird. Selbstverständlich ist Lithium kein Löschmittel. Die Marketing-Leute müssen sich schulen lassen, bzw. sie sollten Techniker gegenlesen lassen, sonst kommen die Geräte mit zu vielen Missverständnissen auf den Markt.

    Arbeitsschutz ist wie Staubwischen.

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  • Der Inhalt ist ein Lithium-Wasser-Gemisch.

    In der näheren Beschreibung wird dann Silicium genannt, das ist glaubwürdiger.

    Es gibt ja auch die Alternative als Gel Löscher, Beispiel.

    Hier eine interessante Seite mit weiterführenden Links zum Gel Löschmittel F-500 EA.

    Ich wollte die gern für unsere E-LKW.

    Bei der Energie, die ein Lkw mitführt im Akku halte ich einen Löschversuch mit Feuerlöschern für sinnlos, da wäre es besser, die Zeit zu nutzen, um Abstand vom Brandobjekt zu bekommen. Für alle anderen Teile, außer dem Akku, kann man ja die bewährten Löscher verwenden.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

    Nee, ich zeige jetzt immer auf Axel. Was der nicht weiß, ist nicht relevant. 8) (ThiloN)

  • Hallo,

    Es ist wie beim "normalen" Feuerlöscher. Ich kann einen beginnenden Brand versuchen zu löschen ...

    Ja, wobei man aber eine derart schnelle Veränderung im Brandbild hat, die ich mit einem Löschversuch ohne Eigengefährdung nur schwer in Einklang bringen kann. Mit Abstand vielleicht....

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • AxelS Danke, da war ich wohl etwas vorschnell. Ich werde die Fahrerunterweisung entsprechend anpassen. (bei dem was ich über die Akkus weiß, hätte ich da auch gleich drauf kommen sollen. :( Ich bin schon so in diesem Finde-eine-technische-Lösung-Modus, dass der gesunde Menschenverstand wohl ab und zu etwas aussetzt. Sollte ich mal allgemein, bei allen meinen Betrachtungen, drüber nachdenken...)

    Der alltägliche Wahnsinn

  • Hallo zusammen,

    wenn E-Fahrzeuge brennen hilft nur eine entsprechende Lanze in die betroffene Zelle zu schlagen und mind. 200 Liter Wasser einzubringen.Ein Feuerlöscher bringt an der Stelle nichts. Zur Schadenbegrenzung und zeitlich begrenzter Verhinderung der Brandausbreitung kann eine entsprechende Löschdecke ein Zeitfenster von ca 45 Min bringen.

    Gruß ASM10

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  • Hallo zusammen,

    wenn E-Fahrzeuge brennen hilft nur eine entsprechende Lanze in die betroffene Zelle zu schlagen und mind. 200 Liter Wasser einzubringen.Ein Feuerlöscher bringt an der Stelle nichts. Zur Schadenbegrenzung und zeitlich begrenzter Verhinderung der Brandausbreitung kann eine entsprechende Löschdecke ein Zeitfenster von ca 45 Min bringen.

    Gruß ASM10

    Lanze? Kannst du das belegen? Das Thema hatten wir mal vor einigen Jahren und wurde aber m. W. wie die Containerlösung (Wasser bis zur Einstigskante) von den meisten Feuerwehren wieder verworfen, da es zum einen fast keine reinen Batteriebrände gibt und zum anderen die meisten Brände von E-Autos sich ja klassischerweise wie die der Verbrenner ähneln (Kabelstränge, Klimaanlagen, Steuerrungen). Aber wenn es denn wirklich mal zu einem Batteriebrand bei einem E-Fahrzeug käme - wer hat dann eine Löschdecke bei und wer soll die drüberbringen? Mein letzter Stand war der, dass "Lanzen, Container und Brandbegrenzungsdecken bei Feuerwehren nichts verloren haben" - aber ich lasse mich hierzu gerne updaten.

  • Hallo,

    Update? Neija, jede Feuerwehr handhabt das anders. Das reicht von der Brandbegrenzungsdecke, über Lanze, über Container und Löschsysteme zur Platzierung unter dem Auto und vieles mehr....und so unterschiedlich sind auch die Meinungen....diese reichen von: ganz normaler PKW-Brand bis hin zu Weltuntergang.

    Wie umfangreich das ist, siehe hier: (ist ein guter Vortrag)

    PowerPoint-Präsentation

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • ergänzend: Ich habe gestern an einem Vortrag zu diesem Thema teilgenommen: O-Ton des Dozenten: Lässt sich gar nicht löschen. (War seine Meinung).

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Hallo schmiddi11,

    im Seminar (Fortbildung Brandschutzbeauftragte) des HDT wurde zu diesem Vorgehen geraten. Ich kann dir die Empfehlung beim HDT entsprechendes Seminar zu besuchen nur nahelegen.

    Hier wurde auch das Thema Löschdecke für KFZ vorgestellt, ein Beispielvideo dafür hier:

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    Gruß ASM10

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  • Hallo,

    Update? Neija, jede Feuerwehr handhabt das anders. Das reicht von der Brandbegrenzungsdecke, über Lanze, über Container und Löschsysteme zur Platzierung unter dem Auto und vieles mehr....und so unterschiedlich sind auch die Meinungen....diese reichen von: ganz normaler PKW-Brand bis hin zu Weltuntergang.

    Wie umfangreich das ist, siehe hier: (ist ein guter Vortrag)

    PowerPoint-Präsentation

    Das IBK Heyrothsberge hat dazu geforscht.

    E-Mobilität
    Das Portal des Landes Sachsen-Anhalt
    ibk-heyrothsberge.sachsen-anhalt.de
  • Hallo zusammen, dafür liebe ich das Sifaboard, da man da verschiedene Sichtweisen vermittelt bekommt. DANKE DAFÜR!

    Ich finde es nur blöd, dass man bei den jährlich glaube an die 16.000 PKW Brände in D keine saubere Trennung zwischen E-Fahrzeuge - Hybrid - Verbrenner hinbekommt (ist mir jedenfalls nicht bekannt) und dann bei den Hybrid / E-Fahrzeugen nochmas die wirklichen Batteriebrände rauspickt... Jetzt haben wir auf Grund der zu geringen wirklichen Batteriebrände keine richtig definierte Vorgehensweise zum Löschen - oder wie seht ihr das?

    In meinem Einzugsgebiet stellten sich übrigens alle vermeintlichen E-Fahrzeugrände der letzten Jahre im Nachhinein als normale PKW-Brände dar, wo die Batterie nie beteiligt war... Es kann doch nicht sein, dass wir da jahrelang der Stimmungsmache der Verbrennerlobby aufgesessen sind?

  • . Jetzt haben wir auf Grund der zu geringen wirklichen Batteriebrände keine richtig definierte Vorgehensweise zum Löschen - oder wie seht ihr das?

    Wie wäre es in den entsprechenden Anweisungen der Hersteller nachzulesen?

    Tesla schreibt z.B. klar, nicht tauchen, sondern mit viel Wasser (10-30m³) kühlen und die Temperatur mindestens 24h überwachen bzw. nachkühlen. Wenn die Batterie durch den Unfall beschädigt ist oder eine Belüftungsöffnung besitzt kann darüber gekühlt werden. Kein Loch in das Batteriegehäuse zum Löschen anbringen. Auf sicheren Abstand achten, Fahrzeug evt. anheben oder zur Seite kippen um Kühlvorgang zu vereinfachen.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

    Nee, ich zeige jetzt immer auf Axel. Was der nicht weiß, ist nicht relevant. 8) (ThiloN)