Gefährdungsbeurteilung (GBU) für Hitzearbeit und saisonale Hitzebelastung

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  • Hallo alle Zusammen,

    Könnt ihr bitte eure Erfahrungen und Empfehlungen zu folgenden Punkten bezüglich der Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung (GBU) für Hitzearbeit + saisonale Hitzebelastungen teilen?

    • Welche Anforderungen stellt ihr an das Messprotokoll?
    • Wie viele Messzonen bzw. Arbeitsbereiche sollten berücksichtigt werden?
    • Über welchen Zeitraum sollten die Messungen durchgeführt werden (Stunden, Schichten, mehrere Tage etc.)?
    • Welche Messparameter und Grenzwerte sind besonders relevant?
    • Sollte für die Beurteilung ein Durchschnittswert verwendet werden oder sind Spitzenwerte (Maximalwerte) entscheidend?
    • Gibt es Best Practices oder Lessons Learned aus vergleichbaren Projekten?

    Über Hinweise, Beispiele oder vorhandene Konzepte würde ich mich sehr freuen.

    Vielen Dank für eure Unterstützung.

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  • Hallo FrauZ ,

    es ist hier im Forum üblich, sich erst einmal vorzustellen, wer man/frau ist.
    Dazu gibt es den Bereich EURE VORSTELLUNG im Sifapage Board - SIFABOARD

    Vielen Dank

    "Arbeitsschutz lebt nicht von Gesetzen, Normen und Vorgaben alleine - sondern von Menschen, die diesen ernst nehmen." Carsten Magiera

    "Nur §31 JArbSchG regelt das Züchtigungsverbot. Das heißt, alle anderen darf man hauen." ThiloN

    "Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an." Guudsje

    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

  • Hallo FrauZ ,

    bitte beherzige den Hinweis von Sprengteufelin.
    Dadurch können wir einschätzen, mit wem wir es zu tun haben und was als Wissen vorrausgesetzt werden kann.

    Ich gehe jetzt erstmal von "null" aus und gebe Dir etwas zum Lesen:

    Der Großteil Deiner Fragen dürfte da beantwortet werden.

    Liebe Grüße
    Micha


    Glück auf! *S&E*

    *Deu*Unfallverhütungsvorschriften werden mit Blut geschrieben...
    ... und aus Bequemlichkeit ignoriert.
    *usa*Accident prevention regulations are written in blood ...
    ... and ignored out of convenience.
  • Ich hab eine sehr weitreichende Dokumentation mit 6 Schritten gefunden. In Schritt 3 werden auch Inhalte zur Messung und Bewertung beschrieben.

    ARBEIT: SICHER + GESUND im Klimawandel (ASUG Klima) – Planetary Health Academy

    Schritt 3

    CPHP Hitzeschutzplan Schritt 3

    Das ist beim ersten Drüberlesen schon mal sehr ausführlich und paßt auch zu den ADOSH-Dokumenten, die ich vom Kunden bekommen habe.
    Speziell die "Wet Bulb Globe Temperature" wäre für unsere Außeneinsätze ein gutes Hilfsmittel.

    Die Gretchenfrage ist aber:
    Wie genau messe ich die? Da gibt es vermutlich spezielle Meßgeräte, die kaum jemand hat, die ich aber ggf. regelmäßig konsultieren muß.

    Und die gefühlte Temperatur sehe ich gelegentlich in Wetterberichten, aber nur in bedingt auswertbarer Form.

    Das beschriebene Verfahren zur Effektivtemperatur wirkt aber so, als ließe sich das im Feld umsetzen - die erforderliche Ernsthaftigkeit bei Vorgesetzten und Mitarbeitern mal vorausgesetzt.

    Gruß

    Thilo

    "...denn bei mir liegen Sie richtig!" - Günther Jerschke für den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft

    "Wenn man es dürfte, müsste man den §13 ArbSchG in eine Holzplatte prägen und mit den Führungskräften so lange Zwergenschach spielen, bis die es verstanden hätten." - Sprengteufelin

    "It's better to look at it than for it." - "Haben ist besser als brauchen."

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  • Was für mich noch nicht abschließend geklärt ist, nach welchen Kriterien sollte die Temperatur in der Gefährdungsbeurteilung bewertet werden? Ist hierfür die maximale, die zeitlich gemittelte oder eine nach arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten gewichtete Temperatur heranzuziehen?

    Falls Durchschnittswerte verwendet werden, auf welchen Bezugszeitraum (11 bis 15?) sollten diese basieren und wie sind kurzzeitige Temperaturspitzen zu berücksichtigen?

    - unter welchen Messbedingungen die Erfassung erfolgen sollte ( Messhöhe, Messzeitpunkt, Meßgeräte), damit die Ergebnisse nachvollziehbar und rechtssicher in die GBU einfließen können.

  • Achtung: Wer den Begriff "Rechtssicherheit" verwendet, der Verwendung zugänglich macht oder sich auf diesen zur Abwendung von Rechtsfolgen beruft, wird mit Ohrfeigen nicht unter 10 bestraft!!!

    In diesem Sinne

    Der Michael

    🤣😂🤣😂

    "You'll Clean That Up Before You Leave..." (Culture/ROU/Gangster Class)

  • Ist hierfür die maximale, die zeitlich gemittelte oder eine nach arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten gewichtete Temperatur heranzuziehen?

    Falls Durchschnittswerte verwendet werden, auf welchen Bezugszeitraum (11 bis 15?) sollten diese basieren und wie sind kurzzeitige Temperaturspitzen zu berücksichtigen?

    Da geht man schlicht nach ASR A3.5 "Raumtemperatur" vor:

    Ab einer bestimmten Temperatur sind Maßnahmen umzusetzen...

    Bei saisonalen Temperaturen ist es ja nicht so, dass man mal eine höhere Temperatur für 5 min hat... Das Blöde im Sommer ist ja: Sonne da - die scheint leider nicht nur 5 min, sonder tagsüber und das "Mistvieh da oben" kommt morgen wieder mit einer vergleichbaren Intensität...

    Beste Grüße aus Mainz

    E.weline

    Versicherung der Unsicherheit ist Sicherheit.

    Hanspeter Rigs (*1955), Dr. phil., deutscher Philosoph und Aphoristiker

  • Ich würde die Spitzenwerte betrachten:
    wenn ich (hypothetisch) den den halben Tag im Kühlhaus arbeite und den anderen halben Tag in der Nachmittagssonne im Freien, dann wäre im Mittel alles paletti, aber beides für sich ist Moppelkotze.

    "Arbeitsschutz lebt nicht von Gesetzen, Normen und Vorgaben alleine - sondern von Menschen, die diesen ernst nehmen." Carsten Magiera

    "Nur §31 JArbSchG regelt das Züchtigungsverbot. Das heißt, alle anderen darf man hauen." ThiloN

    "Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an." Guudsje

    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

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  • Versteh ich nicht: wenn ich auf einen Bären schieße und der Schuß geht 10 cm rechts vorbei. Dann schieße ich nochmal, jetzt 10 cm links vorbei.

    Statistisch hab ich den Bären doch dann getroffen... :/:saint:

  • Hallo, hier mal mein Senf. Diese Thematik Hitze und Sonne rückt immer stärker in den Fokus. Die Hautärzte beklagen immer mehr Krebsfälle und fragen sofort nach dem Beruf, sprich der Sonne ausgesetzt gewesen!? Waren früher zB. Dachdecker auch.

    Als erstes würde ich den Betriebsarzt als Unterstützer dazu ziehen! Er hat das Wissen über das Zusammenspiel der Strahlung der Sonne, Hitze/Temperatur und menschlicher Körper/Haut und Organe, Einwirkdauer usw. Der Spagat zwischen Arbeitswissenschaft und Menschengesundheit ist riesig.

    Ich scheue mich etwas, nach Tabellen und Durchschnittswerten etwas zu beurteilen oder zu veranlassen. Wenn der BA in der ASA-Sitzung dann Stellung für eine Entscheidung bezieht, ist das etwas anderes als wenn die FASi seine Tabellen und Mittelwerte rausholt.

    Viele Grüße Ry

  • Ich betrachte hier nur Innenraumarbeitsplätze, im Freien würde ich da einige andere Parameter berücksichtigen.

    Welche Anforderungen stellt ihr an das Messprotokoll?

    Es muss nachvollziehbar sein.

    Wie viele Messzonen bzw. Arbeitsbereiche sollten berücksichtigt werden?

    Kommt auf die Arbeitsbereiche an. Wenn ich ein Bürogebäude habe mit vielen ähnlichen Räumen, alle in Südausrichtung dürfte ein Raum genügen, der gemessen wird. Zu berücksichtigen sind immer auch innere Wärmelasten durch Personen oder Geräte.

    Über welchen Zeitraum sollten die Messungen durchgeführt werden (Stunden, Schichten, mehrere Tage etc.)?

    Mindestens eine Schicht an einem entsprechend warmen Tag, besser wäre natürlich mehrfach zu messen.

    Welche Messparameter und Grenzwerte sind besonders relevant?

    Als Parameter: Temperatur und Luftfeuchte evt. Luftgeschwindigkeit und ob Sonneneinstrahlung in den Raum erfolgt.

    unter welchen Messbedingungen die Erfassung erfolgen sollte ( Messhöhe, Messzeitpunkt, Meßgeräte), damit die Ergebnisse nachvollziehbar und rechtssicher in die GBU einfließen können.

    Parameter siehe ASR A3.5 Abschnitt 4.1, Absatz 6. Wobei ich einen Datenlogger verwenden würde und nicht stichpunktartig messen.

    Ist hierfür die maximale, die zeitlich gemittelte oder eine nach arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten gewichtete Temperatur heranzuziehen?

    Ich würde über die übliche Arbeitsschicht auswerten, als Schwellen dann die Werte aus der ASR A3.5, also 26°C, 30°C und 35°C. Daraus die jeweilige Dauer ermitteln. Wer es noch komplexer haben möchte könne die Schwülegrenze nach ASR A3.4, Tabelle 5 noch beachten.

    wie sind kurzzeitige Temperaturspitzen zu berücksichtigen?

    siehe zuvor, sinnvoll wäre es zu erfahren, was die Temperaturspitze bewirkt hat.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

    Nee, ich zeige jetzt immer auf Axel. Was der nicht weiß, ist nicht relevant. 8) (ThiloN)

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