Feuerlöscher (Wartung, Anzahl)

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  • Hallo zusammen,

    und zwar gibt es aktuell Ideen zum Bürokratieabbau rund um das Thema „Feuerlöscher“ und damit letztlich zur ASR. Wie ist eure Meinung zum Wartungsintervall bei Feuerlöschern von in der Regel 2 Jahre und der Entfernung von 20m? Praxistauglich oder eher nicht? Leider kann ich hier nicht weiter in die Tiefe bzw. Details veröffentlichen. Vielleicht bekommen wir aber trotzdem eine kleine Sammlung an Meinungen hin und vielleicht eine Diskusison.

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

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  • Guten Morgen,

    zu der technischen Notwendigkeit einer zweijährigen Wartung kann ich nichts beitragen.

    Aber die 20 m Abstand erachte ich persönlich schon als sinnvoll:
    Wenn ich einen Entstehungsbrand habe (und nur dafür sind die Feuerlöscher (FL) ja sinnvoll), dann wäre es sicherlich gut, den FL schnell zur Hand habe und aus dem Entstehungsbrand dann nicht schon ein Zimmerbrand geworden ist.
    Daher bin ich absolut für die Beibehaltung der 20m.

    "Arbeitsschutz lebt nicht von Gesetzen, Normen und Vorgaben alleine - sondern von Menschen, die diesen ernst nehmen." Carsten Magiera

    "Nur §31 JArbSchG regelt das Züchtigungsverbot. Das heißt, alle anderen darf man hauen." ThiloN

    "Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an." Guudsje

    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

  • Hallo zusammen,

    und zwar gibt es aktuell Ideen zum Bürokratieabbau rund um das Thema „Feuerlöscher“ und damit letztlich zur ASR. Wie ist eure Meinung zum Wartungsintervall bei Feuerlöschern von in der Regel 2 Jahre und der Entfernung von 20m? Praxistauglich oder eher nicht? Leider kann ich hier nicht weiter in die Tiefe bzw. Details veröffentlichen. Vielleicht bekommen wir aber trotzdem eine kleine Sammlung an Meinungen hin und vielleicht eine Diskusison.

    Guten Morgen,

    ich durfte als "Rotarsch" zu Zeiten meiner Berufsfeuerwehrzeit "Löscher kloppen". Je älter das Löschpulver seinerzeit war, desto öfter kam es vor, dass das Pulver (meist ABC-Pulver) verklumpt war. Insofern hielte ich einen Zweijahresrhythmus für angebracht. Die 20-Meter-Regel indes nicht. Hier würde ich auf die betriebliche Situation abstellen.

    Ich kann es Dir nicht anders erklären, nur noch lauter!

  • Moin,

    Ich würde ein längeres Wartungsintervall für Feuerlöscher eines bestimmten Typs empfehlen. Diejenigen von uns, die in Krankenhäusern, Bürogebäuden und ähnlichen Einrichtungen arbeiten, sehen so gut wie nie einen Pulverlöscher (siehe Kommentar von Snooze oben). Wir haben nur Schaum- und Wasserfeuerlöscher, die in einer trockenen, warmen Umgebung hängen, und daher finde ich die Anforderung einer Wartung alle zwei Jahre wenig sinnvoll. Darüber hinaus sind die damit verbundenen Kosten nicht unerheblich.

    Die langjährige Erfahrung zeigt uns, dass die Wartungsintervalle für solche Feuerlöscher sicher verlängert werden können. Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, dann ist die Anzahl der Feuerlöscher, die repariert werden mussten oder bei denen ein Defekt festgestellt wurde, so gering, dass ich kein Problem darin sehen würde, die Zeit zwischen den Wartungsterminen zu verlängern.

    Gruß Tom.

  • Moin,

    Ich würde ein längeres Wartungsintervall für Feuerlöscher eines bestimmten Typs empfehlen. [...]

    Volle Zustimmung. Mal sehen, was am Ende des Tages rauskommt - ein Lobbypapier oder eine sachgerechte Regelung.

    Ich kann es Dir nicht anders erklären, nur noch lauter!

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  • Servus,

    ich denke den Wartungsintervall sollte der Hersteller vorgeben, ein Feuerlöscher der nur alle 5 anstatt 2 Jahre gewartet werden muss sollte als Kaufanreiz dienen und der Markt sollte es dann regeln. Je nach Wirtschaftlichkeit wird sich der jeweilige Löschertyp dann durchsetzen oder auch nicht.

    Zum Thema 20 Meter. Ich finde hier sollte es möglich sein durch eine GB den Abstand den örtlichen Erfordernissen anzupassen. Je nach Brandlast und Zugänglichkeit. Was bringt mir alle 20 Meter ein Feuerlöscher wenn jedem klar ist das ich diesen nicht erreichen kann? Bei vielen Standorten ist schon von Anfang an klar das diese verstellt werden oder den Arbeitsprozess wenn sie freigehalten werden beeinträchtigen bzw. sinnlos Fläche verbaut bzw. freigehalten werden muss (um den Feuerlöscher erreichen zu können + Zugangsweg). Beispiel eine gekühlte Halle in der Obst und Gemüse in Kunststoff-Kisten gelagert wird. Hier sagt der Sachversicherer das die Kisten ja Brennen können.... . Eintrittswahrscheinlichkeit sehr gering.... :/. Und auch der Fall das ein FFZ mit Lithium-Akku brennt... was bringen da die Feuerlöscher? Das muss dann schon die Sprinkleranlage im Zaum halten bis die Fachleute der Feuerwehr eintreffen.

    In Bereichen ohne Sprinkleranlage kann man sicher wenig dagegen sagen das genügend LE vorgehalten werden je nach Gefährdung. Aber Pauschal alle 20 Meter halte ich persönlich für nicht praxistauglich.

    Beste Grüße

    Einmal editiert, zuletzt von arnold1982 (6. Februar 2026 um 08:09)

  • Ich stimme meinen Vorrednern in Sachen 20m und 2 Jahre zu. Die Entfernung zum nächsten FL oder die Abwesenheit eines solchen, sollte anders, flexibler, gehandhabt werden können.

    Ein anderes Thema ist die Tatsache, dass bei den Feuerwehrplänen zwar eine DIN vorhanden ist, jedoch viele Städte da noch einen draufsetzen mit eigenen Anforderungen, Symbolen und Textwünschen. Das nervt.

  • Hallo,

    soweit ich mich richtig erinnere, gibt es ja aktuell Prüffristen von einem, zwei oder zehn Jahren (je nach Bauart und Vorgaben der Hersteller).

    Die Hersteller werden vermutlich nicht glücklich sein, wenn die Wartungsintervalle länger sind. Sie leben ja auch von den Wartungen.
    Aber ich finde die Idee gut, dass man Wartungsintervalle größer macht, wenn die Praxis zeigt, dass die Fehlerquote bisher verschwindend gering ist. Dann ist die Frage, wer festlegt, wie groß das Intervall maximal werden darf und wie weit sowas wie Standort (z.B. Witterungseinflüsse) da unterscheiden erforderlich machen.

    Die Entfernung zwischen zwei FL zu ändern, wird schwer. Auf welcher Basis? ...wäre für mich Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, weil abhängig von der jeweiligen Nutzung. Gedanken dazu:

    • Können/wollen Verantwortliche bei den Arbeitgebern hier eine Entscheidung treffen?
    • Wie zuverlässig wird anlassbezogen (z.B. neue Arbeitsmittel oder -verfahren, veränderte Nutzung von Bereichen) überprüft, ob dann Anpassungen nötig sind?
    • Gibt es eventuell ein Brandschutzkonzept, dass dann geändert/angepasst werden muss? wer darf das? Wer ist einzubinden?
    • Was sagt der Sachversicherer dann dazu? Darf er dann Vorgaben machen, wenn er das anders einschätzt?
    • Wie nahe sollten Abstände bleiben, damit ich einen Entstehungsbrand auch noch als Entstehungsbrand vor mir habe, bis ich den Feuerlöscher geholt habe?

    "Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant." (Georges Marshall)

  • Ich denke, wir sollten beim Thema Wartungsfristen noch einen weiteren Aspekt berücksichtigen. Pulver-Feuerlöscher, die Vibrationen ausgesetzt sind (Werkhalle, Fahrzeuge) sollten in jedem Fall in geringeren Abständen geprüft werden, um die von Snooze beschriebene Verklumpungsproblematik auszuschließen.
    Meine persönliche Erfahrung zeigt, dass bei KFZ-Feuerlöschern (mit gültiger Prüfplakette) die Aufwirbelung des Pulvers bei Auslösung oft nicht unbedingt funktioniert und dadurch die Löschleistung sinkt.

    Ich denke, das eine einheitliche europäische Lösung für die Wartungs- und Prüffristen durchaus sinnvoll wäre. (Link zu einer Tabelle eines Verlages von 2010)

    Beste Grüße,
    Udo

    Sapere aude!
    (Horaz)

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  • Je älter das Löschpulver seinerzeit war, desto öfter kam es vor, dass das Pulver (meist ABC-Pulver) verklumpt war.

    Dazu mal eine Laienfrage:

    Letztens hörte ich auch was zum Thema Verklumpen und einem damit verbundenen Versagen des Löschers.
    In dem Zusammenhang kam die Empfehlung, durchaus ein- oder zweimal pro Jahr die Pulverlöscher durchzuschütteln.
    Ist da was dran? Und ist das etwas, was man den Verwendern als Hinweis geben kann oder sollte?

    Gruß

    Thilo

    "...denn bei mir liegen Sie richtig!" - Günther Jerschke für den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft

    "Wenn man es dürfte, müsste man den §13 ArbSchG in eine Holzplatte prägen und mit den Führungskräften so lange Zwergenschach spielen, bis die es verstanden hätten." - Sprengteufelin

    "It's better to look at it than for it." - "Haben ist besser als brauchen."

  • Wir haben bei uns in der Firma nach Rücksprache mit BG auf 4 Jahresrhythmus umgestellt, machen aber alle 2 jahre eine Sichtprüfung vor Ort die auch auf dem Löscher dokumentiert ist. Erlaubt wurde uns das, da wir aus den vorangegangenen Prüfungen kaum Auffälligkeiten hatten.

    Bisher funktioert das gut. Bei der Erreichbarkeit wäre auch aus meiner Sicht keine starre Vorgabe sondern eher was flexibles angebracht, wie auch FalcoCGN #7 erwähnt hat

    Keine Demonstration verändert die Welt.

    Es ist die unpopuläre und stille Eigenverantwortung im Handeln jedes Einzelnen, die eine Wandlung in Bewegung setzt.:evil::saint:

  • Wir haben bei uns in der Firma nach Rücksprache mit BG auf 4 Jahresrhythmus umgestellt, machen aber alle 2 jahre eine Sichtprüfung vor Ort die auch auf dem Löscher dokumentiert ist. Erlaubt wurde uns das, da wir aus den vorangegangenen Prüfungen kaum Auffälligkeiten hatten.

    Habt ihr nur mit der BG gesprochen oder auch mit dem Sachversicherer? Der muss bei solchen Änderungen unbedingt ins Boot geholt werden.

  • Hallo,

    mit den Aufsichtsbehörden ist das zu klären, BASF ist ja auch bei 4 Jahre.

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

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  • Hallo,

    Volle Zustimmung. Mal sehen, was am Ende des Tages rauskommt - ein Lobbypapier oder eine sachgerechte Regelung.

    Ne, Lobby ist es nicht, es ist Ministeriumsebene...

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Zum Thema Abstand sollte m.M. nach eine entsprechende GB helfen. Oft genug sieht man Löscher in Bereichen hängen, in denen einmal am Tag eine Person durchläuft. Was sollen also Löscherrumhängen, die keiner bedienen kann, weil gar keiner da ist...

    Im diesem Sinne

    Der Michael

    "You'll Clean That Up Before You Leave..." (Culture/ROU/Gangster Class)

  • Moin Simon,

    ich finde die Regelung gut wie sie jetzt ist. Da brauchen wir nicht über Intervalle oder Zuständigkeiten oder auch Entfernungen rätseln. Es ist geregelt.

    Viel entscheidender ist die Ausbildung der Brand- und Evakuierungshelfer, die sich dann im Notfall auf die FL verlassen müssen. Und da meine ich nicht wir brauchen weniger, sondern eher mehr und vor allen Dingen gut ausgebildete MA.

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  • Dazu mal eine Laienfrage:

    Letztens hörte ich auch was zum Thema Verklumpen und einem damit verbundenen Versagen des Löschers.
    In dem Zusammenhang kam die Empfehlung, durchaus ein- oder zweimal pro Jahr die Pulverlöscher durchzuschütteln.
    Ist da was dran? Und ist das etwas, was man den Verwendern als Hinweis geben kann oder sollte?

    Na schaden kann es nicht...kannst ja mal so nen 12-Kg-Pulverlöscher schütteln - am besten gleich alle Löscher für eine ganze Liegenschaft. Das gibt Körner.

    Ne, fachgerecht ist das nicht. Für gewöhnlich werden die aufgeschraubt, das Pulver in eine Art Trichter heraus- bzw. hineingesaugt und dabei schon mal gelockert. Dann hat der Trichter eine Vibrationsvorrichtung und das Pulver wird dadurch gelockert sowie zurück in den Feuerlöschbehälter "gerieselt" - ggf. durch neues Pulver ersetzt. Es ist einsichtig, dass, je öfter man dies macht, das Pulver für Feuchtigkeit immer anfälliger wird und irgendwann ausgetauscht werden muss. Prinzipiell wird aber das alte Pulver einfach nur aufgelockert und wieder verfüllt.

    Da gibt es aber sicher Regeln, wie oft dies möglich ist.

    Ich kann es Dir nicht anders erklären, nur noch lauter!

  • Hallo,

    Moin Simon,

    ich finde die Regelung gut wie sie jetzt ist. Da brauchen wir nicht über Intervalle oder Zuständigkeiten oder auch Entfernungen rätseln. Es ist geregelt.

    Viel entscheidender ist die Ausbildung der Brand- und Evakuierungshelfer, die sich dann im Notfall auf die FL verlassen müssen. Und da meine ich nicht wir brauchen weniger, sondern eher mehr und vor allen Dingen gut ausgebildete MA.

    Volle Zustimmung, sehe ich hinsichtlich Brandschutz- und Evakuierungshelfer auch so. In diesem konkreten Fall geht es darum aber nicht, sondern um die zwei genannten Punkte. Und da bin ich unschlüssig....für beides gibt es gute Argumente...:/

    Wer hat Interesse an einer Diskussion per PM? Gibt dann doch Punkte die man so nicht in einem öffentlichen Forum posten sollte/kann.

    Gruß Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010