Servus zusammen,
bei mir ist ein Thema aufgeschlagen, das ich bisher so nicht auf dem Plan hatte.
SF6 als Isoliergas ist ja nichts Neues. Es wird ja schon seit Jahrzehnten in Schaltanlagen eingesetzt, um sicherer und kompakter bauen zu können.
(Um das Thema Treibhausgas geht es hier explizit nicht. Es hat großes Potential für Klimaschäden, die streng gegen den technischen Nutzen abgewogen werden müssen. Und das beschlossene Verbot ist noch lange nicht realistisch umsetzbar. Von daher bleibt SF6 relevant)
Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich SF6 als chemisch weitgehend inertes Gas, dessen größte Gefahr in der Sauerstoffverdrängung liegt. Daher tauchte das bei uns als mögliche Gefährdungsquelle auf, wenn wir Arbeitsbereiche unterhalb von Schaltanlagen hatten.
Mir ist auch bewußt, daß im Rahmen von Schaltvorgängen SF6 in schwefel- und fluorbasierte Chemikalien zersetzt wird. Die setzen sich entweder als Feststoffe oder Gase ab.
Was mir neu war, ist, daß bei größeren Havarien entsprechend große Mengen an Schadstoffen freigesetzt werden. Die Rede war von braun-orangen Wolken und großen Gesundheitsgefährdungen.
Die DGUV-Information 213-013 spricht nur von Haut- und Atemwegsreizungen bis hin zu toxischen Lungenödemen.
Allerdings habe ich noch keine toxikologische Beschreibung zum Thema gefunden. Insbesondere die Akkumulation von Abbauprodukten über die Zeit und abhängig von der Zahl der Schaltvorgänge wäre für mich interessant.
Hat jemand von Euch da einen (fachlichen) Überblick oder belastbare Quellen?
Danke vorab!
Nachtrag: Die klassischen Internetsuchen werfen immer nur das Thema Klima aus.
Selbst die genannte DGUV-Info zu finden war schon ein Akt...