Wiese aus Brandschutzgründen Mähen (Forderung Sachversicherer)

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  • Hallo zusammen,

    wie ich erfahren hab, mussten wir unsere wunderschöne weil kniehohe Wiese brutal niedermähen (lassen), weil der Sachversicherer hier ein Brandproblem sieht.

    Aus Brandschutzsicht kenn ich jetzt nur die "Lagerung brennbarer Materialien" in Entfernung von 7m zur Gebäudekante (Quelle müsste ich raussuchen). Aber an sich entzündet sich doch eine grüne, blühende Wiese schlechter, als ein trockener Golfrasen, oder?

    Wer kann mit entsprechender Expertise, Quellen, Forschungsberichten weiterhelfen?

    PS: leider konnte ich den Sachversicherer nicht zu einer Quelle seiner Forderung befragen, würde es aber gern nächstes Jahr entsprechend an ihn adressieren...

    „Ein Tipp zum Recht: halten Sie es ein!" Prof. Dr. Thomas Willrich

    "Nur §31 JArbSchG regelt das Züchtigungsverbot. Das heißt, alle anderen darf man hauen." ThiloN

    "Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an." Guudsje

    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

    "Selbst der beste EHS kann an einem schlechten Standort nicht gut performen!" (Aussage von Cheffe)

  • Was steht denn im Sicherheitsdatenblatt des Rasens bezüglich der Flammtemperatur? ;)

    Hab schon Tante Google mit allen möglichen Schlagworten gefüttert, finde aber nichts vom VDS oder so...

    „Ein Tipp zum Recht: halten Sie es ein!" Prof. Dr. Thomas Willrich

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    "...wenn Führungskräfte diesbezüglich auf ihre Eignung untersucht werden würden, dann würden ganze Hierarchieebenen wegfallen..." MichaelD

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  • Auf die Schnelle finde ich auch nur seitenweise die üblichen Warnungen von Städten, Kreisen, Feuerwehr etc. zur Brandgefahr in Grünanlagen, wenn bei heißem Wetter jemand grillt oder raucht. Daher gibt es umfassende Grill- und Rauch-Verbote.

    Aber vielleicht findest Du etwas in dieser Broschüre des Bundesverbandes GebäudeGrün? (was es nicht alles gibt ...):

    https://www.gebaeudegruen.info/fileadmin/website/downloads/bugg-fachinfos/Brandschutz/BuGG_Fachinfo_Brandschutz_FB_20231030_FINAL.pdf

    Geht zwar scheinbar nicht um Wiesen vor, sondern am und auf dem Gebäude, aber vielleicht sind da Quellen zu finden.

    Arbeitsschutz ist wie Staubwischen.

  • Vielleicht hat ja auch jemand Zugriff auf die Standards des globalen Versicherers mit den zwei Buchstaben (Hier "wild durcheinander gewürfelt": MF)

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  • So lange die Wiese grün ist, besteht die drohende Brandlast ja nicht.

    Zur Not könnte man die Wiese auch bewässern ;)

    Wer aufhört besser werden zu wollen, der hat aufgehört gut zu sein !
    Von Marie von Ebner-Eschenbach

  • Es gab vor ein paar Jahren Wiesen, die durch abgestellte PKW und heiße Katalysatoren in Brand gesetzt wurden. Nur mal so am Rande bemerkt.

    Eine Vorgabe von Versicherern direkt auf Wiesen bezogen kenne ich nicht. Ich vermute mal im Ereignisfall würden die sich auf allgemeine Sicherungspflicht berufen. Was hat der Eigentümer getan und einen Brand zu vermeiden bzw. dessen Auswirkungen zu begrenzen. Wenn die nicht zahlen wollen, finden sie einen Weg.

    Keine Demonstration verändert die Welt.

    Es ist die unpopuläre und stille Eigenverantwortung im Handeln jedes Einzelnen, die eine Wandlung in Bewegung setzt.:evil::saint:

  • Was mir da einfallen könnte:

    - handelt es sich um einen Zufahrtsweg für die Feuerwehr?

    - was liegt bei euch in der Nähe, so dass die Umsetzung zur vorbeugenden Gefahrenabwehr dient (Bahntrassen, Militärbereich,...)

    - handelt es sich um eine ganz besondere Art von Wiese, so dass klare Vorgaben zum Mähen existierten und der Sachversicherer da in irgendeiner Form seinen Finger drauf hat? (Wenn die Wiese nicht gemäht wird kostet die Versicherung x€, wenn sie bewirtschaftet wird - also mal gemäht wird - dann nur noch y €?)

    Beste Grüße aus Mainz

    E.weline

    Versicherung der Unsicherheit ist Sicherheit.

    Hanspeter Rigs (*1955), Dr. phil., deutscher Philosoph und Aphoristiker

  • wunderschöne weil kniehohe Wiese brutal niedermähen (lassen), weil der Sachversicherer hier ein Brandproblem sieht.

    So pauschal wüßte ich da nichts. Aber: Wogegen hilft denn das Mähen ohne weitere Maßnahmen?

    Ich hatte den Fall, daß nach einem Brandfall die Grünflächen angeschaut wurden. Da kamen Brandlast (trockenes Mähgut) und Zündquelle (Funkenflug durch wiederkehrende Fehlfunktion) genau richtig zusammen.
    Mein Maßnahmenvorschlag war, nach dem Mähen das geschnittene Gras zu entfernen und vor allem die Zündquelle zu beheben. Letzte Aktion des Auftraggebers war grubbern, vielleicht auch schon schottern (Letzteres war im Gespräch, kam beim Landratsamt aber nicht so gut an)

    Ansonsten wie E.weline sagt: Für eine konkrete Aussage fehlen noch Informationen und Hintergründe.

    Gruß

    Thilo

    "...denn bei mir liegen Sie richtig!" - Günther Jerschke für den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft

    "Wenn man es dürfte, müsste man den §13 ArbSchG in eine Holzplatte prägen und mit den Führungskräften so lange Zwergenschach spielen, bis die es verstanden hätten." - Sprengteufelin

    "It's better to look at it than for it." - "Haben ist besser als brauchen."

  • Einfach aus der Wiese einen Schottergarten machen. Da wird dann das Baurechtsamt kommen und intervenieren, dieses kann man dann zum Sachversicherer schicken, schon können dann die in einen regen Meinungsaustausch treten. ;):P;)

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

  • wie ich erfahren hab, mussten wir unsere wunderschöne weil kniehohe Wiese brutal niedermähen (lassen), weil der Sachversicherer hier ein Brandproblem sieht.

    :saint::saint::saint:

    Besorge doch eine Ameisenkolonie einer geschützten, heimischen Art und gebe ihr ein neues zuhause...

    :saint::saint::saint:

    Liebe Grüße
    Micha


    Glück auf! *S&E*


    Schon bei der Erwartung von gesundem Menschenverstand können die Erwartungen zu hoch gesteckt sein.

  • Oder ein paar Eidechsen. Allerdings eine heimische Art.:saint::saint:
    Im Biotop-Fallbeispiel gab es ein paar erstaunte Fragen des beteiligten Biologen.

    Gruß

    Thilo

    "...denn bei mir liegen Sie richtig!" - Günther Jerschke für den Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft

    "Wenn man es dürfte, müsste man den §13 ArbSchG in eine Holzplatte prägen und mit den Führungskräften so lange Zwergenschach spielen, bis die es verstanden hätten." - Sprengteufelin

    "It's better to look at it than for it." - "Haben ist besser als brauchen."

  • Versicherung ruft: "hüpft!" ... und alle hüpfen

    Was wäre, wenn es wie bei mir hier ein Wald gewesen wäre?

    Wir alle sind auch zu ökologischem Handeln aufgefordert, eine blumenwiese ist ökologisch und stärkt den Naturschutz - diese Wiese kann Auflage einer Baugenehmigung gewesen sein. (bei uns ist sogar das Beweiden mit Schafen als Auflage drin)

    Ich hätte erstmal die Rechts-, bzw. Vertragsgrundlage zeigen lassen und wäre dann in den kritischen Austausch gegangen. Ich kenne keine rechtfertigenden Grundlagen - auch nicht aus den Schreibzeugs der Versicherungen. Brandpsyikalisch ist das "mehr an Volumen" natürlich gegeben, dieses "mehr" ist biologisch aber viel später und weniger Trocken als eine Stuppelwiese.

    Man bräuchte sehr viel Mehr an Informationen um das für den konkreten Fall zu bewerten natürlich. Im ersten Wirken ist es aber sehr befremdlich.

    #funfactamrande: Übrigens haben schwarze/dunkle Gebäude eine um bis zu 12° wärmere Fassadentemperatur als weise/helle ... ab wann brennt eine Fassade? - weiß bestimmt der Versicherer.

    Beste Grüße

    J.H.J

    Einmal editiert, zuletzt von J.H.J (27. Juni 2024 um 07:27)

  • Versicherung ruft: "hüpft!" ... und alle hüpfen

    Naja, so ist es jetzt auch nicht. Bei uns war der Zuständige amerikanische Mutterkonzern und die Versicherung vor Ort. Ein mehrtätiger Rundgang, Werkstoffprüfung und Umgebungsbeurteilung und schon stand die neue Risikoanalyse fest - keine Umsetzung der Maßnahmen = höherer Beitrag. Die Wiese zwischen dem Werksgelände und Mitarbeiterparkplatz mussten wir auch wegen der Brandgefahr regelmäßig mähen. Unser Werksleiter hat sich für ein Mulchwerk für den Wintertraktor entschieden - war auf Dauer günstiger ;)

  • .....
    Die Wiese zwischen dem Werksgelände und Mitarbeiterparkplatz mussten wir auch wegen der Brandgefahr regelmäßig mähen. Unser Werksleiter hat sich für ein Mulchwerk für den Wintertraktor entschieden - war auf Dauer günstiger ;)

    na, aber genau das wäre ja kontraproduktiv: das Gras als Mulch liegen und trocknen lassen..

  • genau das wäre ja kontraproduktiv: das Gras als Mulch liegen und trocknen lassen.

    Mulch hält länger die Feuchtigkeit, von daher durchaus positiv. Allerdings trocknet das irgendwann auch vollständig ab und dann hat man vom Material her annähernd so viel auf der Wiese wie vor dem Mähen.

    Irgendwie verstehe ich da die Sachversicherer nicht, aber die kennen wahrscheinlich auch nicht den Unterschied zwischen einer Wiese und einem Getreidefeld.

    Zur besseren Lesbarkeit verwende ich in meinen Beiträgen das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

  • Ich empfehle hier die Naturschutzvariante. Die sogenannte Streifenmahd. Da mäht man nicht die ganze Wiese weg, sondern nur Streifen. Das hilft nicht nur der Natur, sondern auch dem Brandschutz. Die Idee Brandschneisen zu schlagen, ist so verkehrt also nicht.


    s. Link >>>>> https://gc-hubbelrath.de/insektensterbe…hen-vielfalt-2/

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)
                                                                                                                                                              
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    (Leo Tolstoi)

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    *S&E* Glück auf

    Gruß Mick

  • Genau so sehe ich das auch.

    Die Versicherungen treten häufig mit viel Selbstbewusstsein und rhetorischem Geschick auf und das erweckt schnell den Eindruck, dass das auch alles so sein muss, wie der "Sachverständige" das gerne hätte.

    Ich empfehle, einfach mal den Vertrag inkl. Kleingedrucktes zu lesen. Wenn sich daraus ergibt, dass der Versicherer das fordern darf, müsst ihr es machen, oder den Vertrag ändern/kündigen. Falls sich das daraus nicht ergibt, müsst ihr das nicht machen.