Psychische Belastungen feststellungen?

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  • Hallo zusammen,


    ich wollte mal in die Runde fragen wie Ihr so das Thema "Psychische Belsatungen" handhabt. Das ist ja eig. unfassbar großes Thema. Wir sind gerade dabei dies intesiev zu behandeln. Wollen aber nicht einen Fragebogen wie gefühlt überall vorgeschlagen anwenden. Gibts jemanden der etwas anderes anwendet?

    Was wir uns schon einmal überlegt haben waren Teambesprechungen, da es aber ja sein könnte (theoretisch) das, dass verhältniss zu der Führungskraft gestöhrt ist, würde der Mitarbeiter ja nie so offen und ehrlich das komunizieren.

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  • Servus Fibssi,


    das Thema ist wirklich sehr komplex und in meinen Augen auch sehr wichtig, vor Allem auch aufgrund von Corona. Ich bin bei mir im Unternehmen aktuell noch dabei meinen Plan der psychischen Belastung durchzuführen. Dieser ist bei mir in mehreren Schritten aufgeteilt.


    1.) Umfrage zur psychischen Belastung

    Habe hier einen Fragebogen erstellt und jeder Mitarbeiter hat diesen zum Ausfüllen bekommen. Unsere Mitarbeiter wurden vorher in entsprechend große Gruppen/Abteilungen/Bereiche aufgeteilt (mind. 15 Personen, damit die Anonymität gewährleistet werden kann).

    Hier erhoffe ich mir dann entsprechende Erkenntnisse in welchen Bereichen die Belastung sehr hoch ist und ich weitere Schritte einleiten muss.


    2.) Gruppengespräche

    Gruppengespräche mit mir und einer Vertrauensperson in den Bereichen, bei denen es Auffälligkeiten bei der Umfrage gab. Wichtig ist mir hierbei das Mitarbeiter und Führungskräfte nicht in der gleichen Gruppe sind, um auch deinem angesprochenen Problem aus dem Weg zu gehen.

    Sollten in den Gruppengesprächen noch weitere einzelne Personen "auffällig" werden, werde ich bei diesen zu Schritt 3 übergehen.


    3.) Einzelgespräche

    Gemütliches Einzelgespräch in einem sehr angenehmen Rahmen gestalten und Themen direkt mit dem Mitarbeiter besprechen. Sollten hierbei psychische Probleme aufgedeckt werden, möchte ich das Gespräch mit einer in Psychologie ausgebildeten Person (Heilpraktiker für Psychotherapie, Arbeitspsychiater, Psychiater ... je nach Problem) vorschlagen/anbieten.


    4.) Maßnahmen planen, umsetzen und kontrollieren

    Abschließend natürlich den PDCA-Zyklus starten :-)


    So ist jetzt zumindest mal mein Plan ... Verbesserungspotential bei der Umfrage habe ich auf alle Fälle schon mal entdeckt :-D


    Gruß,

    Andreas

    „Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können." (G.K. Chesterton)

  • 1) Mitarbeitergespräche sind ein Führungswerkzeug und in der richtigen Umgebung eine mögliche Maßnahme zur Minderung psychischer Belastungen. Sie sind sicher kein Werkzeug zur Ermittlung der Belastungen. Bei uns sind sie Pflicht, aber in der Praxis ist das meist Theater AG (spielen sie mal Interesse...).


    2) Sifa und Betriebsarzt haben die Fachkunde, den AG und den Betriebsrat bei der Methodik zu beraten. Zumindest bei uns sieht sich intern niemand in der Lage diese Methoden selbst anzuwenden. Die Durchführung von Umfragen und Interviews, die Erstellung der Berichte legen wir in die Hände von Dienstleistern. Auf keinen Fall erstellen wir einen Fragebogen selbst. Ob Sifa Interviews selbst führt (Qualifikation?) und Fragebögen auswertet, hängst sicher von dem ausgewählten Tool ab.


    3) Wir haben eine BV, in der man sich auf COPSOQ als Methode festgelegt hat. Das ist sehr gründlich und sehr aufwendig und beinhaltet ein zweistufiges Verfahren. Für eine Erstaufnahme finde ich das gut, für die Folgezyklen in der GBU / Wirksamkeitskontrolle ist das sehr aufwendig.


    Unsere Arbeitsschutzbehörde hat die GBU zu psychischen Belastungen kontrolliert und war mit unserem Vorgehen einverstanden.

    Einmal editiert, zuletzt von 38sifa ()

  • Mitarbeitergespräche sind ein Führungswerkzeug und in der richtigen Umgebung eine mögliche Maßnahme zur Minderung psychischer Belastungen. Sie sind sicher kein Werkzeug zur Ermittlung der Belastungen.

    Wieso sollen Gespräche kein Werkzeug zur Ermittlung von Belastungen sein ... Nur der Mensch selbst kann Dir sagen was innerlich in ihm los ist und was gewisse Situationen mit ihm machen ... Die Gespräche müssen natürlich auf menschlicher Ebene geführt werden und nicht anhand eines roten Fadens, denn den gibt es für dieses Thema nicht.

    „Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können." (G.K. Chesterton)

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  • Wow, straffer plan. Klingt auch plausibel. Wie möchtest du dann den Fragenbogen auswerten? Schafft du dann kriterien worauf besonders du achtest?

  • Wieso sollen Gespräche kein Werkzeug zur Ermittlung von Belastungen sein ... Nur der Mensch selbst kann Dir sagen was innerlich in ihm los ist und was gewisse Situationen mit ihm machen ... Die Gespräche müssen natürlich auf menschlicher Ebene geführt werden und nicht anhand eines roten Fadens, denn den gibt es für dieses Thema nicht.

    Du hast Recht. Und trotzdem hat das nichts mit der Ermittlung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu tun.


    Worum geht es in diesem Thema eigentlich? Geht es um die Gefährdungsbeurteilung oder geht es ganz allgemein darum, Probleme im Betrieb anzusprechen und zu lösen (also Führungskultur)?

    Einmal editiert, zuletzt von 38sifa ()

  • Wow, straffer plan. Klingt auch plausibel. Wie möchtest du dann den Fragenbogen auswerten? Schafft du dann kriterien worauf besonders du achtest?

    Mann muss dazu noch erwähnen das wir ein Unternehmen mit ca. 250 Mitarbeiter sind, das macht das ganze noch machbar :) Wenn es mehr wird, dann wird das schon etwas schwieriger und komplexer ;) Muss sagen der Aufwand lohnt sich!


    Der Fragebogen ist in mehrere Kategorien unterteilt und die Fragen können von 1-4 bewertet werden. Dies lassen wir dann entsprechend in die Auswertung einfließen und erstellen dann ein passendes Diagramm dazu.

    Zusätzlich haben wir zu jeder Kategorie noch eine offene Frage, die ich natürlich so nicht in eine Statistik einfügen kann. Diese ist dann eher für die Gespräche oder eventuelle Maßnahmenplanung interessant.


    Den Fragebogen darf ich leider aus Urheberrechtsgründen nicht teilen, sonst hätte ich das gerne getan.


    Wichtigstes Kriterium für unser Unternehmen ist natürlich das Betriebsklima. Wir werten auch gerade die ersten Fragebögen aus und die Resonanz ist echt erstaunlich gut. Auch die offenen Fragen wurden ausführlich beantwortet und wir bekommen sehr gutes Feedback.

    „Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können." (G.K. Chesterton)

  • Du hast Recht. Und trotzdem hat das nichts mit der Ermittlung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu tun.

    Punkte 1 und 2 zählen für mich zur Ermittlung und 3 ist für mich der soziale Aspekt und gehört, da muss ich dir Recht geben, nicht direkt zur Ermittlung dazu.


    Worum geht es in diesem Thema eigentlich? Geht es um die Gefährdungsbeurteilung oder geht es ganz allgemein darum, Probleme im Betrieb anzusprechen und zu lösen (also Führungskultur)?

    In erster Linie geht es um die GBU... für mich gehört aber dann auch die Maßnahmen dazu, deswegen meine Ausführung.

    „Märchen erzählen Kindern nicht, dass Drachen existieren. Denn das wissen Kinder schon. Märchen erzählen den Kindern, dass Drachen getötet werden können." (G.K. Chesterton)

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  • Du hast Recht. Und trotzdem hat das nichts mit der Ermittlung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu tun.


    Worum geht es in diesem Thema eigentlich? Geht es um die Gefährdungsbeurteilung oder geht es ganz allgemein darum, Probleme im Betrieb anzusprechen und zu lösen (also Führungskultur)?

    Bei mir geht es in erster linie festzustellen ob jemad Psychisch überfordert ist. Wenn ja, woher kommt dann dies.

  • Wir experimentieren derzeit mit der Synthese Jahresgespräch-Inhalte + Inhalte der Musterdokumentationshilfe der Bayerischen Gewerbeaufsicht:

    https://www.gewerbeaufsicht.ba…c/dokumentationshilfe.pdf

    Sehr Lustig.....

    Ähnlich habe ich 2013 unser Tool zur Ermittlung der psychischen Belastung erstellt.

    Diese habe ich in moderierte Befragungen durchgeführt.


    Die Gewebeaufsicht von Mittelfranken , war damals sehr angetan und hat unser Tool für interne Schulungen genutzt. Zusätzlich wurden zu uns einige namhafte Firmen von Gewerbeaufsicht und BG geschickt, damit wir unsere Tool zur Ermittlung der psychischen Belastung vorstellen und Erfahrungen weitergeben.

    Viele Grüße aus Mittel:Franken:

    Einmal editiert, zuletzt von kelte ()

  • Sehr Lustig.....

    Ähnlich habe ich 2013 unser Tool zur Ermittlung der psychischen Belastung erstellt.

    Diese habe ich in moderierte Befragungen durchgeführt.


    Die Gewebeaufsicht von Mittelfranken , war damals sehr angetan und hat unser Tool für interne Schulungen genutzt. Zusätzlich wurden zu uns einige namhafte Firmen von Gewerbeaufsicht und BG geschickt, damit wir unsere Tool zur Ermittlung der psychischen Belastung vorstellen und Erfahrungen weitergeben.

    ist das, dass wohl?

  • ist das, dass wohl?

    naja ....inhaltlich ja ....kommt ursprünglich wohl von der GDA hier findest du noch immer viel zu dem Thema.....

    ...ich dachte nicht das das so noch immer aktuell ist.


    Mein Tool ist auf dem der Gewerbeaufsicht sprich der GDA aufgebaut und mit einem Bewertungsschema erweitert.

    Viele Grüße aus Mittel:Franken:

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