50 kg CAFS-Feueröscher für den innerbetrieblichen Brandschutz

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  • Hallo in die Runde,


    bei der letzten Begehung hat die Versicherung vorgeschlagen an einer zentralen Stelle auf dem Betriebsgelände einen 50 kg CAFS-Feuerlöscher zu platzieren.


    Laut den Informationen verschiedener Hersteller wiegen diese Systeme > 90 kg. Dieses schränkt den schnellen Einsatz m.E. doch schon erheblich ein. Dazu bin ich mir nicht sicher, ob im Ernstfall die Bedienung einen Brandschutzhelfer ggf. nicht überfordert.


    Was haltet ihr von diesen Systemen für den innerbetrieblichen Brandschutz?


    Gruß

    Kai

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  • Hi,


    fahrbare Feuerlöscher mit 50 kg bzw. 50 Liter Löschmittelinhalt sind seit Jahrzehnten Standard im betrieblichen Brandschutz. Die Bedienung unterscheidet sich i.d.R. nicht von Aufladelöschern mit Druckgasflasche außen am Behälter. Druckgasflasche aufdrehen, Auslösehebel an der Löschpistole betätigen und löschen. Die Bedienung ist kein Problem.


    Entscheidend für den schnellen Einsatz ist der Boden. Auf ebenem Untergrund ist für den Einsatz fahrbarer Feuerlöscher sogar ein geringerer Kraftaufwand erforderlich als z.B. für tragbare Handfeuerlöscher mit 12 kg Löschmittelinhalt. Sind die Verkehrs- bzw. Fußwege eben und hindernisfrei, ist ein schneller Einsatz der fahrbaren Löscher möglich. Sind die Verkehrswege in bescheidenem Zustand, kann der Einsatz eines fahrbaren Löschers sogar unmöglich werden.


    schöne Grüße

  • Ich würde es auch vom Betrieb und der Brandgefahr abhängig machen.

    Ich habe mich letztens gegen unsere fahrbaren 30kg CO2 Löscher entschieden, weil 90% der Angestellten (zierliche Frauen) nicht damit umgehen können...

    In einer Schlosserei,...etc. hätte ich mich sicher anders entschieden!

    Einmal editiert, zuletzt von lima ()

  • Hallo,

    Was haltet ihr von diesen Systemen für den innerbetrieblichen Brandschutz

    Nix! Ich hatte diese mal in einem Objekt der DB. Sieht

    auf dem Papier alles super aus, in der Praxis aber wenig

    tauglich.


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Hi,


    die fahrbaren Löscher taugen sehr wohl in der Praxis. Allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen passen. Die Fahrwege müssen eben und hindernisfrei sein. Daran scheitert es tatsächlich in vielen Betrieben, aber da können die fahrbaren Feuerlöscher nichts dafür.


    schöne Grüße

  • Hallo,


    das mag Ihre Meinung sein, ich teile diese keinesfalls.

    Auch kann man diese Frage u.a. nicht nur an einem Punkt

    festmachen, nämlich ob die Bodenverhältnisse zur

    Fortbewegung stimmen. Das ist nur ein kleiner Teilaspekt.


    Zudem sollte man immer auch im Blick haben, über

    was wir hier reden. Nämlich über eine Erstbrand-

    bekämpfung unter Ausschluss einer Eigengefährdung.

    Und da fangen, gerade beim angedachten Einsatz von

    einem solchen Löschgerät meist schon die Denkfehler an.


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Zudem sollte man immer auch im Blick haben, über

    was wir hier reden. Nämlich über eine Erstbrand-

    bekämpfung unter Ausschluss einer Eigengefährdung.

    Und da fangen, gerade beim angedachten Einsatz von

    einem solchen Löschgerät meist schon die Denkfehler an.


    Dem kann ich mich nur 100%ig anschließen.

    Liebe Grüße aus DaDi
    Micha

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  • Nämlich über eine Erstbrand-

    bekämpfung unter Ausschluss einer Eigengefährdung.

    Und da fangen, gerade beim angedachten Einsatz von

    einem solchen Löschgerät meist schon die Denkfehler an.

    Bitte weiter erläutern, worauf Sie hier hinauswollen.


    Wenn ich damit nur wenige Meter zurücklegen muss, halte ich den Einsatz dieser Geräte für machbar (z.B. für einen Bereich mit erhöhter Brandgefährdung). Wenn damit jedoch erst längere Strecken ggf. noch durch Türen, Rampen o.ä. zurückgelegt werden müssen, zielt die Maßnahme deutlich daneben und man sollte andere Mittel zur Brandbekämpfung, z.B. kleinere Handfeuerlöscher, nutzen.

  • Hallo,


    was soll ich weiter erläutern?

    Für den Einsatz von einem solchen Teil, ist es doch

    unerheblich von was für einer Brandgefährdung wir

    reden. Eines bleibt doch festzuhalten: Wir reden von

    dem Versuch einer Brandbekämpfung ohne Eigengefährdung,

    bei einem Entstehungsbrand. Und wenn ich tatsächlich

    50 kg Löschmittel verballern möchte, dann reden wir

    schon lange nicht mehr von einer Enstehungsbrand/

    Kleinbrand. Und da bewegen wir uns dann in einem

    Raum, wo man sich um gänzlich andere Punkte auch

    Gedanken machen muss.


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010

  • Hi,


    in den mir bekannten Konzepten geht es nicht darum, den vollen Inhalt der fahrbaren Löscher zu verbrauchen (wie auch beim normalen Handfeuerlöscher, auch hier wird bei den klassischen Entstehungsbränden i.d.R. nicht der gesamte Inhalt für den Löschversuch benötigt), sondern um die Erreichbarkeit der Brandstellen mit dem Löschmittelstrahl. Benötigt werden die Wurfweite und / oder die Wurfhöhe der fahrbaren Löscher zur Bekämpfung des Entstehungsbrandes an schwer bis anderweitig für die Beschäftigten gar nicht zugänglichen Stellen.


    Und ja, die Eigengefährdung ist bei fahrbaren CO2-Löschern sowie Pulverlöschern definitiv nicht zu verachten. Bei Schaum und Wasser sieht es diesbezüglich wesentlich entspannter aus.


    schöne Grüße

  • Hallo,

    sondern um die Erreichbarkeit der Brandstellen mit dem Löschmittelstrahl. Benötigt werden die Wurfweite und / oder die Wurfhöhe der fahrbaren Löscher zur Bekämpfung des Entstehungsbrandes an schwer bis anderweitig für die Beschäftigten gar nicht zugänglichen Stellen.

    Ja, da würde ich dann aber die Frage stellen, ob man einen

    solchen Versuch der Erstbrandbekämpfung einem Laien

    zumuten/ erwarten kann? Ein solches Teil hat doch in der

    Regel Wurfweiten um die 10/11 m und eine Höhe von 7m.

    Gerade je nachdem von was für einem Bereich wir hier reden,

    wäre sicherlich eine technische und dauerhafte Brandschutz-

    lösung wesentlich zielführender. Sofern man das auch wirt-

    schaftlich vertreten kann.


    Nein, diese Argumentation überzeugt mich nicht.

    Damit wir uns nicht falsch verstehen, diese Teile haben durchaus

    ihre Berechtigung. Doch ich sehe hier die Anwender eher im Bereich

    der Feuerwehr oder bezogen auf den betrieblichen BS, wenn die

    Strukturen da sind. Sprich irgendwas zwischen betrieblicher Feuerwehr

    und "Brandschutzhelfer+". Wo Wissen und auch Ausstattung (gerade

    PSA) vorhanden ist. Aber halt nicht beim normalen Hausmeister,

    Produktionsmitarbeiter oder beim Brandschutzhelfer....


    Gruß

    Simon Schmeisser

    Durch einen guten vorbeugenden Brandschutz und entsprechende Brandschutzaufklärung kann davon ausgegangen werden, dass mehr Menschenleben und Sachwerte bewahrt werden können, als durch alle Einsatzleistungen und Bemühungen im Ernstfall zusammen. Simon Schmeisser These "VB-ein Weg aus der Feuerwehrkrise" Fachzeitschrift Feuerwehr 2010