Beschäftigte zu arbeitsmedizinischen Vorsorge animieren/ motivieren

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  • Hallo Community,


    Wie würdet ihr vorgehen? Ihr habt eine Angebotsvorsorge, die eben nicht "verpflichtend (für Mitarbeiter)" ist. Es wird ein Zusammenhang (subjektiv) zwischen der Vorsorge und Erkrankungen + Unfallvorkommen unterstellt. Gleichzeitig ist der Anteil der TN an der entsprechenden Vorsorge verschwindend gering. Nun möchten wir nicht unbedingt über die GBU eine "verpflichtende" Vorsorge auferlegen aber unser Anspruch ist es, das der Anteil der TN größtmöglich wird. Finanzielles Anreizsystem ist ausgeschlossen!


    Wie würdet ihr vorgehen? Was emfpfehlt ihr? Und was sollte man unterlassen?

    (Es geht sich tatsächlich um eine Ideensammlung, bitte keine Punkte wie Betriebsrat/ Betriebsvereinbarung etc. diese sind weitestgehend bekannt.

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  • Moin isoline ,


    Ihr habt eine Angebotsvorsorge, die eben nicht "verpflichtend (für Mitarbeiter)" ist.

    Geht es um eine spezielle Vorsorge?

    Es wird ein Zusammenhang (subjektiv) zwischen der Vorsorge und Erkrankungen + Unfallvorkommen unterstellt.

    Den Satz verstehe ich nicht.

    Gleichzeitig ist der Anteil der TN an der entsprechenden Vorsorge verschwindend gering. Nun möchten wir nicht unbedingt über die GBU eine "verpflichtende" Vorsorge auferlegen

    Das könnt Ihr auch nicht. Entweder es gibt eine Rechtsgrundlage für die Pflichtvorsorge oder es gibt keine. Über eine Gefährdungsbeurteilung könnt Ihr keine Pflichtvorsorge definieren.


    Jetzt zu Deiner eigentlichen Frage. Bei uns wird die Vorsorge extrem gut angenommen. Warum?


    Bei uns heißt es nur Vorsorge und nicht Vorsorgeuntersuchungen. Wir haben einen Betriebsarzt, der die sprechende Medizin lebt und den Beratungscharakter der Vorsorge in den Vordergrund stellt. Das kommt bei den Beschäftigten sehr gut an.


    Wir haben Informationsveranstaltungen zu dem Thema Vorsorge gemacht und die Beschäftigten darüber informiert, warum es Vorsorge gibt, was dort gemacht wird und vor allem was dort nicht gemacht wird. Wir stellen immer wieder klar heraus, dass die Vorsorge eine Sache zwischen dem Betriebsarzt und dem Beschäftigten ist.


    Wir zeigen den Beschäftigten, was auf der Vorsorgebescheinigung steht, die der Arbeitgeber bekommt und dass es eben nicht um "geeignet" oder "nicht geeignet" geht, sondern um die Gesundheit der Beschäftigten.


    Bevor wir unsere Erhebungsbögen zum Thema Hautbelastung oder UV-Strahlung verschicken, um den Vorsorgebedarf zu ermitteln, sprechen wir mit den Teams/Führungskräften und erläutern, warum wir diese Daten erheben, was damit passiert und was der Sinn der Vorsorge ist.


    Ganz wichtig ist, dass die Beschäftigten nicht den Eindruck haben, dass sie zur Vorsorge müssen, sondern darin etwas Positives sehen. Die Wunschvorsorge wird von uns sehr stark beworben und auch gut angenommen. Der Betriebsarzt sollte pro Beschäftigtem ausreichend Zeit für die Vorsorge haben. Wer seine Beschäftigten im 10 Minuten Takt dort durchschleust, wird keine Akzeptanz der Vorsorge erreichen.


    Meine Erfahrung: Reden, reden, reden.


    Gruß Frank


    P.S. Anbei ein Beispiel, wie wir die Vorsorge bewerben.

    Dateien

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Bei mir ist es eher anders herum. Ich bewerbe die Angebots- und Wunschvorsorge gar nicht. Die allgemeine Fürsorgepflicht für seine persönliche Gesundheit hat in erster Linie der Mensch selbst. Dieser kann er mit regelmäßigen Besuchen bei dem Hausarzt nachkommen, dies ist für mich ersteinmal keine Aufgabe des AG oder Betriebsarztes.


    Also, mit einfachen Worten: Wenn ich mir wichtig bin, dann gehe ich regelmäßig zum Augenarzt, wenn ich den ganzen Tag am Bildschirm sitze.

    Stellt dieser Probleme fest, die u.U. in meiner Tätigkeit begründet sind, DANN kommt der BA ins Spiel.


    Und Obacht: Damit sage ich nicht, dass mir die Gesundheit meiner MA sch....egal ist. Und ich rede auch nicht von Pflichtvorsorge.

    Selbstverständlich muß ich alles tun, um Gesundheitsrisiken auszuschließen. Ich sehe mich als AG allerdings nicht in der Verpflichtung, Aufgaben des, in Deutschland immer noch sehr guten, Gesundheitssystems zu übernehmen.


    In diesem Sinne

    Der Michael

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)

  • Das habe ich letztens irgendwo gesehen?!?

    Dateien

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

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  • Hallo Isoline,


    wenn subjektiv etwas unterstellt wird, ist Aufklärungsarbeit angesagt! Bei einer offenen Kommunikation dürfte sich der "Erfolg" von alleine einstellen.


    Gruß

    Andy


    Ich erhebe keinen allgemeingültigen Anspruch auf die Wahrheit, wie alle Menschen habe auch ich nur meine Sicht der Dinge!

  • Hallo Isoline,

    du kannst grundsätzlich keinen MA "zu seinem Glück" zwingen und hast dazu auch nicht das Recht.

    Wenn du es als verpflichtend ausweist steigert das garantiert nicht die Akzeptanz und genau die ist es, die dir deine gewünschten Ergebnisse bringt.


    WICHTIG: Stelle den Nutzen heraus!

    Erkläre, das die BG en nur für Schäden/Spätfolgen haften, welche auch Dokumentiert und stichhaltig sind.

    Erläutere, das die MA im Prinzip einen kostenlosen regelmäßigen Gesundheitscheck erhalten, den sie obendrein noch in der AZ durchführen lassen können. Gehe hier vielleicht den Punkt Früherkennung ein.

    Gib vielleicht ein oder zwei Beispiele, bei denen ein BG Mitglied eben nicht in Frührente gehen, Ersatzzahlungen einklagen oder eine hochwertige Behandlung und Reha in Anspruch nehmen konnte, da die Ursache nicht dokumentiert war. Gehe hier auch noch mal auf das Verbandsbuch ein.

    Vermittle, welche massiven Vorteile eine Behandlung hat, sobald sie als BG-Fall deklariert ist.


    Die effektivste Maßnahme ist die, die tatsächlich auch umgesetzt wird. Spreche die MA direkt an und beziehe auch ihre persönliche Situation und die Vorteile für sie selbst ein. So erziele ich den größten Erfolg und ein hohes Maß an Akzeptanz.

  • Also, mit einfachen Worten: Wenn ich mir wichtig bin, dann gehe ich regelmäßig zum Augenarzt, wenn ich den ganzen Tag am Bildschirm sitze.

    Moin Michael,


    bei uns beschränkt sich die Vorsorge Bildschirmtätigkeit nicht auf den Sehtest und "der nächste bitte". Bei unserem Betriebsarzt steht die ganzheitliche Beratung im Vordegrund. Dort werden dann über die unterschiedlichsten Themen gesprochen wo die Beschäftigten der Schuh drückt. Das kann Beleuchtung sein, Zugluft, gerüche etc. aber auch z.B. "ich erhalte keine Informationen und kein Feedback von meiner Führungskraft".


    Unser Betriebsarzt spiegelt in anonymisierter Form die Erkenntnisse aus der Vorsorge an uns wider, damit wir wissen, in welchen Bereichen wir ggf. eine Verbesserung herbeiführen müssen. Im Rahmen der Vorsorge werden aber auch immer wieder Themen angesprochen, die die Beschäftigten massiv belasten, aber keinen direkten Bezug zur Arbeit haben.


    - Frau mit den Kindern weg, Haus noch nicht abbezahlt

    - beide Eltern pflegebedürftig, Beschäftigter mit den Nerven runter

    - Kind schwer verunglückt

    usw.


    Im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht der Betriebsarzt zu helfen oder Hilfsangebote selbst oder über uns zu vermitteln. Die Beschäftigten sehen den betriebsarzt als Anlaufstelle, wo sie ihre Sorgen und Nöte neben der Vorsorge loswerden können. Dem Einen hilft es schon, einfach mal darüber gesprochen zu haben, der nächste nimmt ein Hilfsangebot an, während ein Dritter zu seinem Chef geht und sagt "So sieht es bei mir momentan privat aus. Kannst Du mich in dem Projekt zeitlich etwas abstufen, damit ich Luft habe, um mich um andere Proeme zu kümmern?".


    Mit der Vorsorge lösen wir nicht alle Probleme dieses Planeten, aber es ist für uns ein guter Baustein im Gesundheitsschutz.


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • Frank,


    ja, dass ihr da einen anderen Ansatz fahrt, hatten wir schon mal ansatzweise diskutiert. Dies ist auch durchaus legitim.


    Ich sehe dies allerdings etwas anders und den Betriebsarzt/Arbeitgeber nicht als Mutti für alles. DAS mag sich jetzt vielleicht etwas hart anhören, aber wir wollen immer mehr den mündigen Bürger und verantwortlichen Menschen/Mitarbeiter. Sich um sich selbst zu kümmern gehört dazu.


    Selbstverständlich stehen auch wir und unser BA bei Problemen mehr als gerne zur Verfügung und tun im Rahmen unserer Möglichkeiten alles, um zu unterstützen. Allerdings, und das ist der angesprochene Punkt, forcieren wir dies nicht.


    Aber, in dieser Welt gibt es halt glücklicherweise unterschiedliche Ansichten, Einstellungen und Verfahrensweisen deren verallgemeinernde Wertung ich mir nicht anmaße.


    In diesem Sinne

    Der Michael

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)

  • Moin Reinhard,


    da ich ja nicht nur nehme, sondern auch gebe, stehen diese Bögen natürlich im Downloadbereich zur freien Verfügung.


    Gruß Frank

    Stimmt, bei Frank habe ich dieses gefunden gehabt und gleich vereinnahmt. Stimmt. Danke Frank.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

  • @ All,


    vielen Dank für die zahlreichen Sichtweisen.

    Geht es um eine spezielle Vorsorge?

    Nein, keine spezielle Vorsorge. Es geht um die G25.

    Den Satz verstehe ich nicht.

    Wir unterstellen eine negative Korrelation zwischen Vorsorgeuntersuchung und Unfallvorkommen/ Erkrankungen. Je weniger Vorsorgeuntersuchungen stattfinden, desto höher ist das Unfallvorkommen/ Erkrankungen.


    Das könnt Ihr auch nicht. Entweder es gibt eine Rechtsgrundlage für die Pflichtvorsorge oder es gibt keine. Über eine Gefährdungsbeurteilung könnt Ihr keine Pflichtvorsorge definieren.

    Naja, das ist erst einmal eine juristische Frage und selbstverständlich kann der AG Nebenabreden zum Nachweis der Leistungsfähigkeit/ Eignung etc. anordnen. Aber darum geht es doch gar nicht.


    Wir möchten schlichtweg, dass die Beschäftigten freiwillig an der Vorsorge teilnehmen. Und ja du hast recht, man spricht nicht mehr von Vorsorgeuntersuchung sondern von Vorsorge. Nicht nur bei Euch heißt es so, sondern in der entsprechenden Verordnung selbst auch!


    Auczh stimme ich dir da zu, das alles über "reden, reden, reden" geht. Nichts ersetzt das persönliche Wort. Nun ja, jetzt sind wir ein Unternehmen mit über 60 "kleineren" Standorten Bundesweit. Überall persönlich vorszusprechen, ist bei uns leider ein Wunschdenken. Dann müsste es zentral über die Standortverantwortlichen laufen.


    Aber Euer Vorgehen finde ich gut, das mit der Vorsorgebescheinigung, was da so alles drauf steht. Schlichtweg transparenz und offene Kommunikation, damit kann man sicherlich viel erreichen.


    Auch das mit der Zeitvorgabe Betriebsarzt, ist ein wichtiger Punkt, wobei der TN ja bereits schon zugestimmt hat :).


    LG

    Isoline

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  • Hallo Isoline,


    wenn subjektiv etwas unterstellt wird, ist Aufklärungsarbeit angesagt! Bei einer offenen Kommunikation dürfte sich der "Erfolg" von alleine einstellen.

    Hallo Nullchecker,


    wir haben einen Zustand: mehr Unfälle, mehr Abwesenheit, weniger TN in Vorsorge. Hier sehen wir einen Zusammenhang (ohne eine tiefergehende statistische Prüfung wie signifikanztest, Korreltation etc.), das meinte ich mit subjektiv. Mit einer offenen Kommunikation findest du doch nicht heraus, ob es da einen Zusammenhang gibt oder nicht :). Wir gehen davon aus, dass durch die TN an der Vorsorge, die Anzahl der Unfälle und Erkrankungen zurück geht.


    Was du sicherlich mit offene Kommunikation meinst ist offen auf die MA zuzugehen, um Akzeptanz für die Vorsorge zu schaffen. In diesem Punkt gebe ich dir absolut recht. Nur wie :)? Ich brauche Ideen ;)! Auch eine offene Kommunikation ist mit Bedacht zu führen. Das kann auch nach hinten los gehen ;(

  • wir haben für Themen wie QM und Arbeits- und Gesundheitsschutz (auch BGM) sogenannte Informationstage. Wir bauen Stationen zu den verschiedenen themen auf. Dort sind dann Mitarbeitern aufgestellt, die dann den Mitarbeitern Fragen beantworten.

    Themen wie Handhygiene, persönliche Schutzausrüstungen, Betzi-Programme, etc....

    So versuchen wir die MA in die Themen einzuführen und vor allem Mitzunehmen. Allerdings bei 60 Standorten......?

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    Gruß Mick

  • Nein, keine spezielle Vorsorge. Es geht um die G25.

    Moin Isoline,


    ich muss Dich enttäuschen. Es gibt keine Vorsorge G25. Hier im Forum findest Du unzählige Beiträge zur Rechtsmäßigkeit der G25 (insbesondere bei einem bestehenende Beschäftigungsverhältnis). Hier wurde auch schon oft die unterschiedliche Sichtweise der DGUV und des BMAS thematisiert.


    Selbst wenn Du die G25 im Betrieb in irgendeiner Form etablierst (ohne rechtliche Grundlage), erhältst Du von dem Betriebsarzt kein Ergebnis der Vorsorge, so dass Du genau so nass bist, wie vorher auch. Ich möchte diese Thematik nicht nochmals aufrollen, da es wie gesagt bereits viele Themen zu genau dieser Fragestellung gibt.


    Aber die G25 als Vorsorge gibts ned, hatts noch nie gegibst und wird es vielleicht auch nie gibsen. ;)


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • ........wieder ein Steilpass für Frank.:wacko:

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    (unbekannt)

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    Gruß Mick

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