Allgemeine PSA Pflicht

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  • Hallo


    in sehr vielen Betrieben gibt es die allgemeine Pflicht PSA grundsätzlich zu tragen, wie zum Beispiel Sicherheitsschuhe und Schutzbrille. Wir sind ein gewachsener Betrieb bei dem an einigen Stellen Bereiche mit Gefahrstoffen und Gefährdungen durch Flachglas aneinander grenzen und der Übergang fliessend ist. Beim direkten Umgang mit Gefahrstoffen sind schon immer Betriebsanweisungen zu beachten und entsprechende PSA zu tragen. Bei anderen Stellen kommt es auf Eigenverantwortung an und nicht auf Vorschriften. Also bei dem Umstand "ich schau nur grad was der Kollege macht, aber arbeite jetzt hier ja nicht damit" X(


    Und wie das Leben so spielt passiert dann genau da ein meldepflichtiger Arbeitsunfall aus dem Grund, dass der Betroffene keine Schutzbrille getragen hat.
    Folge: Schutzbrillenpflicht im gesamten Betrieb. Es war ja nicht der einzige Vorfall, nur war es bislang nie ein meldepflichtiger Unfall.


    Alle Mitarbeiter*innen halten sich an die neue Vorschrift.... alle Mitarbeiter? Nein! Eine von einigen unbeugsamen Kollegen bevölkerte Verwaltung hört nicht auf, der Schutzbrillenpflicht Widerstand zu leisten!
    Ist eben nicht zu verstehen, warum man, wenn man schon ohne Sicherheitsschuhe zur Produktionsleitung gehen darf auch noch ne Schutzbrille tragen muss! Zum Getränkeautomaten mit Schutzbrille? Vollkommener Quatsch.


    Ich sehe nicht ein, dass wir jetzt wegen den Befindlichkeiten von drei Personen das ganze wieder Rückgängig machen sollen!


    Wie kommt ihr mit diesen Schutzbrillen-Galliern zu Recht?



    Gruß Frank

    Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;
    es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe)

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  • Nun, da es sich hier um eine Dienstanweisung handelt, zu deren Einhaltung MA arbeitsvertraglich verpflichtet sind, greifen, wenn alle anderen Maßnahmen versagen, disziplinarische Regelungen....


    In diesem Sinn
    Der Michael


    PS: Ich gehe allerdings davon aus, dass die Schutzbrillenpflicht nicht im Büro hinter dem Schreibtisch gilt...

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)

    Einmal editiert, zuletzt von MichaelD ()

  • Stimme Michael zu. Das ist aber Sache der Geschäftsleitung oder dem Werksleiter hier ein Machtwort zu sprechen.
    Das muss von ganz oben kommen.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

  • Ich halte nichts von der allgemeinen PSA-Pflicht.


    PSABV sagt:
    § 2, Abs 1 satz 2:"Schutz gegenüber der zu verhütenden Gefährdung bieten, ohne selbst eine größere Gefährdung mit sich zu bringen".


    Heisst: es muss eine Gefährdungsbeurteilung geben, die die PSA erfordert. Gibt es die? Nein. Ist die PSA anhand der Gefährdungsbeurteilung und mit einer Betriebsanweisung unterwiesen? Nein. Sind technische und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung der Gefährdung ausgeschöpft? Nein. Ist also die Anweisung für den Mitarbeiter nachvollziehbar? Nein. Muss sie nachvollziehbar sein? Nein - wäre aber zweckdienlich.


    Einziger Weg also für die PSA nach Gießkannenprihzip: Disziplinarmaßnahmen.


    Wahlweise: PSA maximal reduzieren, technische und organisatorische Schutzmaßnahmen strikt umsetzen. Z.B. sollen die Verwaltungsleute im betroffenen Bereich gar keinen Auftrag haben. Drops gelutscht.


    Ich produziere keine Schutzbrillen-Gallier, weil ich selbst Einer bin. Ich trage zur Not eine Fake-Schutzbrille in diesem Bereich, der die Kontrolettis in die Irre führt. Mit einer echten Schutzbrille kann ich schon Aushänge in Schriftgröße 11 nicht mehr lesen, weil ich noch die optische Brille darunter tragen muss, und die doppelte Lichtbrechung nur noch Verschwommenes liefert. Tragekomfort ist mindestens belastend §2, Abs. 1, Satz 4). Nutzen ist Null bis am nullsten. PSA, die belastet, ist ungeeignet.

    Einmal editiert, zuletzt von zzz ()

  • Mit einer echten Schutzbrille kann ich schon Aushänge in Schriftgröße 11 nicht mehr lesen,


    Es gibt mittlerweile nun sehr viele gute Schutzbrillen in Sehstärke, auch als Gleitsicht usw in div farben und Formen..
    Ich selbst habe nun seit 4Jahren eine, ok man muss sich daran gewöhnen weil sich das Sichtfeld ändert aufgrund der Glasformen und sicher ist sie nicht so leicht zu tragen wie die gewohnte Brille aber ich merke es schon net mehr


    Der AG hat sie im übrigen bezahlt und bis dato bin ich der einzige der es nutzt

    Mfg Dierk

    Elektriker aus Leidenschaft :thumbup:

  • Ja, schon....


    Nur - als Verwaltungsmensch, für 2x im Jahr: kriege ich die? Im Moment strapaziere ich auch meine Brillenversicherung: jährlich 0,5 Dioptrien drauf... Also jährlich die Schutzbrille für 2 Besuche im Schutzbrillenbereich?


    Meist bin ich aber auch EXTERN in der Firma. Man geht unbedarft zur anderen Firma hin, und dann kommen die mit ihren versüfften Taucherbrillen aus der Grabbelkiste. OMG... Dafür habe ich meinen Fake-Schutz dabei, schnalle ihn um, und meine minimalistische, RAHMENLOSE Designerbrille sieht plötzlich wie eine Schuzbrille aus :-) Alle sind glücklich. Gesslerhut sei gegrüßt.


  • Ich produziere keine Schutzbrillen-Gallier, weil ich selbst Einer bin. Ich trage zur Not eine Fake-Schutzbrille in diesem Bereich, der die Kontrolettis in die Irre führt. Mit einer echten Schutzbrille kann ich schon Aushänge in Schriftgröße 11 nicht mehr lesen, weil ich noch die optische Brille darunter tragen muss, und die doppelte Lichtbrechung nur noch Verschwommenes liefert. Tragekomfort ist mindestens belastend §2, Abs. 1, Satz 4). Nutzen ist Null bis am nullsten. PSA, die belastet, ist ungeeignet.

    In diesem speziellen Fall, und das meine ich ausnahmsweise einmal völlig Ernst, bist du definitive der Falsche in deinem Job!!!!


    Ja, auch ich habe die ein oder andere Entscheidung, die ich ich nicht aus tiefster Überzeugung teilen kann. Wenn mein Team, in diesem Fall das Management, jedoch eine Entscheidung getroffen hat, dann kann, muss und werde ich diese wie meine eigene vertreten.


    Und, auch das meine ich ehrlich (da wir oben ja bereits bei disziplinarischen Maßnahmen waren), würde ich deine "Überzeugung" kennen, hätten wir bereits ein Problem. Würde ich dich bei einer solchen Handlungsweise "erwischen" wärst du draussen - und zwar sofort!


    Das klingt jetzt hart, aber wenn ich von meinen Führungskräften immer und immer wieder eine Vorbildfunktion einfordere, deren Wichtigkeit ausser Frage steht, aber selbst der Torpedo bin - wie will ich den da meinen Job machen?


    Anyway...


    In diesem Sinne
    Der Michael


    PS: Bei uns tragen mittlerweile fast 300 MA Korrektionsschutzbrillen. Funktioniert tadellos und selbst für Problemfälle haben wir immer eine Lösung gefunden...

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)

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  • Hallo,


    über Sinn und Unsinn will ich gar nicht diskutieren.


    Letztlich ist es doch so:
    Der Unternehmer hat immer noch das Hausrecht und legt die Spielregeln fest. Egal nach welcher Norm oder Vorschrift. Wenn seine Bedingung heisst, meine Brille tragen, wenn du auf meinem Gelände bist, dann ist das gesetzt. Punkt. Wer das nicht will, der bleibt weg.


    Diese Dinge sollten immer vom Funktionspersonal mitgetragen werden.


    Wo wäre da das Problem?

    .
    .
    .
    ... viele Grüße vom Waldmann.





    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)

  • Wenn die Korrektionsschutzbrillen in aktueller Sehstärke zur Verfügung gestellt werden, bin ich der Letzte, der sie nicht trägt. Ist einfacher, als den Fake-Schutz jeweils zu montieren und zu demontieren (und für mich billiger).


    Leider werden in solchen Betrieben vor allem für Externe nur Überbrillen zur Verfügung gestellt, damit kann man aber nicht arbeiten. Von der Hygiene wollen wir gar nicht erst anfangen.


    Von daher: wer für welchen Job geeignet ist, damit sollte man sich von vornherein zurückhalten.


    Ansonsten hat meine Fake-Schutzbrille bisher nur für Erheiterung gesorgt. Für die Gewerblichen ein "Vorbild", für das Management damit perfekt, ansonsten egal.


    Win-Win.


    Wer GAR kein Brillenträger ist, für den ist eine nicht nachvollziehbare PSA-Pflicht eine völlig unnötige Belastung.


    In einem Hochregallager habe ich schon Helmpflicht gesehen. Ein fettiger Helm Stand für Besucher zur Verfügung. Ich habe vom Besuch des Lagers abgesehen, und Mitarbeiter des Unternehmens für die Audit-Begehung eingespannt.


    Die Helmpflicht resultierte aus herabfallenden Metallteilen, die statt in Kisten oder sonstigen Verpackungeinheiten, weit oben in Regalen lose gelagert waren. Dümmer geht nimmer. In meinem Bericht stand dann auch das als entsprechendes Finding drin.


    Schutzbrille auf dem Außengelände: "Der Wind kann Staub in die Augen wehen".... OMG... Ob sie einen Kehrwagen haben - nein - Finding: Außengelände gefährlich verdreckt. PSA statt Reinigung. Maßnahme: Gelände regelmäßig reinigen. OK, ganz so hart war ich nicht, aber fein dekoriert mit Blümchen habe ich den Schwachsinn festgehalten.


    Ich bin absolut Gegner von PSA mit Gießkanne. Für mich gilt nach wie vor TOP, und nur wenn unvermeidbar, dann PSA. Optimum: keine PSA.


    Eine Firma, die ohne einschlägige GB PSA vorschreibt, ist nichts weiter als eine Firma mit Schein-Arbeitssicherheit: "Wir wollen weder etwas tun, noch beurteilen wo es Gefährdungen gibt. Deswegen verpacken wir unsere Leute, dann kann auch nichts passieren " Haha...


    Falsche Sicherheitskultur, falsche Herangehensweise, falsches Vorbild. Wenn das die falsche Ansicht von mir ist, bin ich tatsächlich die falsche SiFa (für den betreffenden Laden). Die sollten sich dann den suchen, der den Blödsinn mitmacht, und sich damit "identifiziert". Sorry...


    P.S.: in diesem Fall wäre zielführend, sichere Wege ohne PSA-Pflicht zu definieren. Außerhalb dieser Wege muss jeder regelmäßige Mitarbeiter des Arbeitsbereiches Verantwortung übernehmen, und jeden, der die Grenze übertritt, auch nur vorgeblich "kurz", freundlich zurechtweisen, und zurückschicken. Das funktioniert und hat eine hohe Akzeptanz.

    2 Mal editiert, zuletzt von zzz ()

  • Um das klarzustellen: Bei der GB basierten PSA Auswahl bin ich zu 100% bei dir. Auch ich bin kein Freund von Aktionismus und Gießkanne. Und wie bereits erwähnt, gibt es immer Entscheidungen, die mir nicht gefallen und die ich nicht aus wirklicher Überzeugung tragen kann! Das ich hier bei der Entscheidungsfindung meinen Beitrag leisten kann, dass ich weiterhin versuche, meine Partner von begründeten Änderungen zu überzeugen, das ich versuche für einen solchen Fall bessere Lösungen zu finden...alles legitim.


    Aber: Steht eine solche Entscheidung, aus welchen Gründen auch immer, MUß ich sie zu 100% vertreten. Dies ist die ultimative Basis einer jeden Teamarbeit. Zum Zweiten kann ich niemals eine solche Maßnahme unterlaufen, nicht als Führungskraft und schon gar nicht als SiFa.


    Darüber sollte man sich in einer solchen Position immer im Klaren sein und darum geht es mir bei meinem Beitrag. Vielleicht denkst du, losgelöst von deinem "inneren Schweinehund der immer "NEIN" schreit, einfach mal in diese Richtung.


    In diesem Sinne
    Der Michael

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)

  • Aber: Steht eine solche Entscheidung, aus welchen Gründen auch immer, MUß ich sie zu 100% vertreten.


    Hier beißt sich die Teamarbeit mit der gesetzlich festgelegten Unabhängigkeit der Anwendung der Fachkunde.


    Wie Du oben siehst, BEUGE ich mich der Anweisung - soweit nötig. Eine Überbrille über der optischen Brille verhindert aber meine Arbeit wirksam. In dem Fall muss ich mir Vieles vorlesen lassen, was die Geschwindigkeit um etwa 30 - 100% reduziert, und damit weitestgehend ineffektiv macht. Das kurzfristige Abnehmen der Überbrille ist aus Sicht des Auftraggebers NOCH "schlimmer" (als Signal), als das Vorlesen lassen. Aus dieser persönlichen Erfahrung kann ich mich SEHR gut in die Empfindungen den PSA-Gallier hineinversetzen. Meine Fake-Schutzbrille hat allen Kriterien entsprochen: der SCHEIN, dass alle die mit der Gießkanne verteilte PSA tragen war gewahrt, meine Arbeit konnte ohne Einschränkung fortgesetzt werden. Und ich wiederhole - mein "Unterlaufen" ist von allen (SiFa, Management) mit Humor zur Kenntnis genommen worden. Erst habe ich meine "Schutzbrille" so lange getragen, bis sich alle daran gewöhnt haben, dann habe ich in einer abendlichen Besprechung den Fake vorgeführt. Meine Aktion sorgte für nichts weiter als Erheiterung. Im Endeffekt glaube ich nicht, dass auch nur EINER dieser Leute hinter der Vorgabe aus Amerika stand - keine Teamarbeit?


    Zitat

    Dies ist die ultimative Basis einer jeden Teamarbeit. Zum Zweiten kann ich niemals eine solche Maßnahme unterlaufen, nicht als Führungskraft und schon gar nicht als SiFa.


    Definiere "unterlaufen". Jede Maßnahme hat ein Ziel. Wenn ich das Ziel mit einer alternativen Maßnahme erreiche, ist nichts unterlaufen - Grundlage der Arbeit eines SiFa und gilt für alle Vorschriften. Deswegen war SiFa bis in die 90er ein Sch*Job: das Schutzgitter musste Maschenbreite 1 cm haben, obwohl eine Lichtschranke davor war. Die Lichtschranke hat die Schutzmaßnahme selbstverständlich NICHT unterlaufen. Auch musste das Gitter hin, wenn die Maschine in einem Raum stand ohne Personenzugang. Vorschrift ist Vorschrift.


    Heute ist der SiFa-Job cool. Da kann man sich aus einem Pool von Möglichkeiten bedienen, und das Optimum für die Firma herausholen. Eine PSA mit der Gießkanne unterläuft selbst diese Entwicklung: ohne Hirn und Verstand eine Maßnahme vorschreiben, egal ob sie wirksam ist, oder nicht.


    Was ich extrem befürworte: die Pflicht, Handläufe zu nutzen. In manchen Firmen haben sogar Manager das Problem, wenn sie sich dran halten, sind sie ihren Job, ihre rente und ihre Abfindung los. In anderen Firmen sind Manche "gleicher". DAS finde ich schlimmer.


    Eine weitere Maßnahme, PSA mit der "Gießkanne" finde ich auch richtig: spezielle Westen/Warnwesten für Besucher. Dies ist zum einen im innerbetrieblichen Verkehr relevant, zum anderen im Datenschutz/Schutz von Firmengeheimnissen. Da verhält man sich als Mitarbeiter vorsichtiger - und umsichtiger (mit Daten/Prototypen usw.)


    Aber eine Schutzbrille ohne unkontrolliert herumfliegenden Teilen - nein. Und wenn die unkontrolliert herumfliegen, möchte ich sie abgeschirmt sehen. Witzig war eine Kugelstrahlmaschine in einer Firma, die ließ sich NICHT überzeugen, keine Kugeln herauszuschießen. Unglaublich, wie geschickt diese Kugeln die kleinsten Lücken finden können, um AUCH in Augenhöhe zu entweichen. Natürlich sind da Bodenbereiche wie Glatteis normal. Da die verarbeiteten Werkstücke sehr groß waren, konnte man natürlich nicht viel machen - außer einem meterlangen Tunnel, in dem die Kugeln irgendwann ihre kinetische Energie verlieren würden... Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar... Hier half auch nur die PSA für den Arbeitsbereich (u.a. Schutzbrille für ALLE).


    Zitat

    Darüber sollte man sich in einer solchen Position immer im Klaren sein und darum geht es mir bei meinem Beitrag. Vielleicht denkst du, losgelöst von deinem "inneren Schweinehund der immer "NEIN" schreit, einfach mal in diese Richtung.


    Eine SiFa schreit nicht "NEIN", sondern berät das Unternehmen. Meine Beratungsleistung basiert auf dem einschlägigen Vorschriftenwerk bzw. nach diversen, publizierten Erkenntnissen. Das hat mit einem Schweinehund nichts zu tun. Eine SiFa sollte auch nie "NEIN" sagen, sondern Sachverhalte korrekt dokumentieren. Eine Managementenscheidung "Schutzbrille für alle und überall" KANN und DARF von einer SiFa fachlich(!) nicht mitgetragen werden. Der Mitarbeiter, der neben diversen Pickeln, Tattoos und Fußpilzen auch eine Bestellung als SiFa hat, wird sich disziplinarisch BEUGEN müssen, aber er wird NIEMALS seine FACHKUNDE für Entscheidungen ohne Rechtsgrundlage im Arbeitsschutz mißbräuchlich einspannen lassen. Das hat nichts mit "Teamarbeit" zu tun. Die "Schutzbrille für alle" unterweise ich auch nicht. Diese "Unterweisung" muss das Management schon selbst organisieren.


    Ich war noch nie bei einer solchen Firma beschäftigt - nur als Auditor oder projektbezogen unterwegs. Wenn die ihre Schutzbrille in den Gefährdungsbeurteilungen haben wollen, müssen sie sie selbst einarbeiten - die Vorlagen kriegen sie ja als bearbeitbares Original. WENN es mich mal "erwischen" sollte, und ich in einer Firma arbeite, die von Amis gekauft wird, die diese Maßnahmen gerne anwenden, DANN wird man sich einigen müssen: haltet mich raus aus der Sache, mein Name ist im Zusammenhang mit "Schutzbrille für alle" Tabu, oder wir gehen getrennte Wege. Eine Unterstützung hierfür wird es von mir NIE geben, aber ich würde die zur Verfügung gestellte Schutzbrille ohne weiteren (negativen) Kommentaren tragen. Wenn ich gefragt würde, sage ich nur: "Managemententscheidung".

    2 Mal editiert, zuletzt von zzz ()

  • Ist eben nicht zu verstehen, warum man, wenn man schon ohne Sicherheitsschuhe zur Produktionsleitung gehen darf auch noch ne Schutzbrille tragen muss! Zum Getränkeautomaten mit Schutzbrille? Vollkommener Quatsch.

    Mal zurück zum Thema...


    Warum steht ein Getränkeautomat für die Verwaltung in der Produktion?


    Versuche diesen umzuziehen, dann hast du auch die Verwaltung aus einem "gefährlichen Bereich" raus

  • Das ist mir zuviel prosa vor Ostern..... X(

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

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  • Heisst: es muss eine Gefährdungsbeurteilung geben, die die PSA erfordert. Gibt es die? Nein. Ist die PSA anhand der Gefährdungsbeurteilung und mit einer Betriebsanweisung unterwiesen? Nein. Sind technische und organisatorische Maßnahmen zur Vermeidung der Gefährdung ausgeschöpft? Nein. Ist also die Anweisung für den Mitarbeiter nachvollziehbar? Nein. Muss sie nachvollziehbar sein? Nein - wäre aber zweckdienlich.

    @azrazr,
    das das nicht vorhanden ist habe ich ja nicht geschrieben. Ich kann dich beruhigen. Wir haben ein zertifiziertes Arbeitsschutzmanagementsystem das seit 9 Jahren von der bayrischen Gewerbeaufsicht und der BG überwacht wird. Alle Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen sind vorhanden, werden gepflegt und unterwiesen.
    Es tut mir Leid, dass Du noch nicht dir richtige gute Überbrille gefunden hast. Ich kann Dir diese empfehlen, die ich selbst über meiner Gleitsichtbrille trage link und beste Erfahrungen habe ohne Verzerrung und "Fake"-Pseudo-Schutzbrillen Effekt. Und diese hält Dich auch nicht von der Arbeit ab.



    Warum steht ein Getränkeautomat für die Verwaltung in der Produktion?


    Versuche diesen umzuziehen, dann hast du auch die Verwaltung aus einem "gefährlichen Bereich" raus

    @Kenny,
    sicher, aber dort ist der zwentrale Platz für den Automaten und das kostenlose Mineralwasser für alle MitarbeiterInnen. Es ist alles nicht so groß hier. Aber mal ehrlich. Drei Personen proben den Aufstand gegen 4 Minuten Schutzbrille am Tag. Haben aber selbst den Anspruch, dass die Produktionsmitarbeiter nicht mit dreckigen Schuhen die heiligen Hallen der Verwaltung betreten sollen? Finde ich schon respektlos.

    Eine PSA mit der Gießkanne unterläuft selbst diese Entwicklung: ohne Hirn und Verstand eine Maßnahme vorschreiben, egal ob sie wirksam ist, oder nicht.

    Nachmal zu Dir. Du scheinst eine irrsinnige Wut zu haben. Aber hier muss ich DIR mal zurufen, Dich zurück zu nehmen und mit Wertungen vorsichtig zu sein. Schließlich kennst Du meinen Betrieb nicht und kannst nicht be- und verurteilen welche Maßnahme möglich und welche wirkungslos sind.

    Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;
    es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe)

  • ....eine TOP Antwort.
    Danke für den Link.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
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    Gruß Mick

  • @azrazr,das das nicht vorhanden ist habe ich ja nicht geschrieben. (....)


    Erstens: NICHTS für Ungut! Ernsthaft!


    Zweitens: ich meinte konkret die Gefährdungsbeurteilung, die zum Schluss kommt, dass flächendeckend Schutzbrille vorgeschrieben ist:
    - Auflistung der Gefährdungen
    - Auflistung der Schutzmaßnahmen
    - Begründung der PSA für das nicht zu beseitigende Restrisiko


    ...mitsamt PSA-Schulung, Einhaltung der Hygiene usw...


    Die BG - na ja... Die ist im übrigen mit allem zufrieden, sofern es halbwegs nach Arbeittschutz aussieht. Die sind schon mit den 50% der Betriebe ausgelastet, die quasi bei Null stehen.
    Außerdem ist ein Managementsystem kein Garant für fachliche oder sachliche Korrektheit. Es ist nur ein System, in dem festgelegt wird, wie eine Korrekturmaßnahme konkret abläuft. Managen kann man an sich alles.


    Trotzdem: die Qualität Eures Arbeitsschutzes insgesamt habe ich mich nicht erdreistet zu beurteilen.


    Die Qualität einer "Schutzbrille für alle"-Maßnahme habe ich bisher berufsbegleitend durchweg als reine Willkür ohne sachlichen Hintergrund erlebt. Ich würde mich wundern, wenn es davon eine Ausnahme gäbe, aber ich lasse mich gerne aufklären...


    Was meine Brillen angeht: wenn ich eine Schutzbrille (oder andere, beliebige PSA) BRAUCHE, dann kriege ich die auch. Dein Tipp wäre durchaus sinnvoll, wenn ich eine Schutzbrille regelmäßig an einem Ort brauchen würde. Mein "Problem" ist aber, dass diese Schutzbrillen-Problematik so überraschend auftaucht, dass eine Vorbereitung hierauf meist nicht möglich ist. Angeboten werden dann versüffte Drecksbrillen aus der Grabbelkiste. Ich behaupte nicht, dass das bei Euch so sei - aber das habe ich ausschließlich genau so erlebt - ÜBERALL wo Schutzbrillen pauschal vorgeschrieben waren. Da meine Fake-Seitenschutz zum einen in dem selben Brillen-Etui ist, in dem auch meine Bildschirmarbeitsplatzbrille ist, zum anderen jenseits jeglicher PSA-Prüfung, jenseits von PSA-Katastern und jenseits von Gefährdungsbeurteilungen hoch mobil einsetzbar ist, behalte ich sie so lange, bis ich eine ECHTE Schutzbrille brauche. Das traue ich mir zu, zu erkennen. In dem Fall nehme ich alles, was zum Ziel führt, ggf. putze ich die Brille auch noch. Zum einen möchte ich nämlich meine sauteure, eigene Brille nicht gefährden, zum anderen bietet der Seitenschutz zwar einen wirklich guten schutz (immerhin für Schützen!), aber nach vorne habe ich nach wie vor die Kunststoffgläser ohne jeglicher Zertifizierung.


    Die Spitze der Lächerlichkeit: mit der selben Brille in Laboren und in der Produktion. Joh... Da hammas....


    Doch - wie gesagt - wenn IHR es besser macht, die für jeden Bereich geeignete Schutzbrille hygienisch, geprüft und im einwandfreien Zustand für alle Besucher und Mitarbeiter vorhält, um dokumentierte Restrisiken zu minimieren - Hut ab, das habe ich so noch nie gesehen.


    Die Frage ist dann immer noch, wie es dann zu den PSA-Verweigerern in nennenswerter Anzahl kommt? Sind denen ihre Augen egal?

    Einmal editiert, zuletzt von zzz ()

  • Die Frage ist dann immer noch, wie es dann zu den PSA-Verweigerern in nennenswerter Anzahl kommt? Sind denen ihre Augen egal?

    Hallo Azrazr,
    ist natürlich schade wenn in den Betrieben Deiner Betreuung so lax und inkonsequent damit umgegangen wird. Sicherlich bin ich hier als interne Sifa mit Chefs und anderen Zu Beratenden die meine Vorschläge tatsächlich umsetzen im Sifaparadies. Unser GAA und BG sind natürlich genauso überlastet wie überall, dennoch gibt es auch andere Seiten, als die Firmen in Deinem Bereich.


    Tja die bislang gibt es nur 3 Unbeugsame aus der Verwaltung unter 50 anderen Mitarbeitern aus Verwaltung und Produktion. Wahrscheinlich werden auch die drei sich anpassen.


    Besucherschutzbrillen gibt es bei uns auch. Diese werden regelmäßig nach Benutzung mit entsprechend desinfizierenden Tüchern gereinigt. Klar ist schön blöd bis dumm wenn die Besucherbrillen nicht geputzt sind. Nicht dass der Besucher deswegen noch zu Fall kommt.
    Habe lange genug selbst in verschiedenen chemischen und biologischen Laboratorien gearbeitet und mich auch immer über Schutzbrillen im Pilotendesign mit Pseudo-Seitenschutz aufgeregt, obwohl die gefahr auch von unten und von oben kam. Aber da gibt es jetzt ja Überbrillen, die keine optischen Verzerrungen haben und einen deutlich höheren Schutz aufweisen, als dieser Fake-Seitenschutz. ich persönlich hab immer gerne meine eigene Brille auf, da Schutzbrillen mit Gleitsichtgläsern doch erheblich teurer sind und ich immer beim Wechsel zwischen Privat- und Sicherheitsbrille Schwierigkeiten habe.


    OK ich denke wir haben alle Seiten ausgibig erläutert. Vielen Dank an alle Beteiligten! Wünsche allen gewünschte Veränderungen in diesem Bereich.


    Gruß Frank

    Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;
    es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun. (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Mein "Problem" ist aber, dass diese Schutzbrillen-Problematik so überraschend auftaucht, dass eine Vorbereitung hierauf meist nicht möglich ist.

    Moin,


    Dein Problem lässt sich mit ein bisschen Eigenorganisation relativ einfach lösen. Schau mal hier. ;)


    Gruß Frank

    Ich stelle die Schuhe nur hin. Ich ziehe sie niemandem an.

  • (....)
    Hallo Azrazr,ist natürlich schade wenn in den Betrieben Deiner Betreuung (...)


    NEIN! Ich wiederhole, der Schutzbrillen-Pflicht bin ich nur begegnet als:
    - Besucher
    - Co-Auditor als Sub der eigentlich beauftragten Firma.


    In den von mir betreuten Betrieben gab es NIE eine pauschale Schutzbrillenpflicht. Wo eine Schutzbrille vorgeschrieben war (jeweils an Maschinen), habe ich trotzdem Keine getragen:
    1. Abstand gehalten
    2. Gebeten, die Arbeit einzustellen, wenn ich mich nähere


    Sehr wohl gab es Bereiche mit Pflicht für Sicherheitsschuhe. Um der Gallier-Problematik zu entgehen, haben wir aber sichere Wege definiert, markiert, und unterwiesen. Das wurde hochgradig akzeptiert und respektiert. In einer Wäscherei gab es eine Schuh-Gallierin. Ihre orthopädischen, persönlich angepassten Schuhe für 700 EUR hat sie ohne zu tragen weggeschmissen. Chef und BG waren ratlos. Nachdem sie eine langjährige, deutsche Mitarbeiterin war (bei einer Fluktuation von im Schnitt 2-3 Monaten und mit ermittelten, über 200 Sprachen, die im Betrieb gesprochen wurden - inkl. Sprachen, die nur von wenigen Hundert Personen weltweit gesprochen werden), ihr keine andere Aufgabe zugewiesen werden konnte (sie konnte nur an der Mangel arbeiten, dort aber in Lichtgeschwindigkeit), haben alle aufgegeben - sie darf mit Sandalen im Sicherheitsschuhbereich arbeiten - zwischen den ganzen Rollwagen, die Hunderte kg wiegen können, und ständig herumgeschoeben werden (gegen meinen Rat, aber mein Rat "Sicherheitsschuhe vorschreiben" war nur für die Papierablage, also "pro forma"). Eine Mitarbeiterin, die eine verständliche Sprache spricht und versteht, außerdem extrem schnell und fleißig ist, wollte niemand rauswerfen (lassen). Insofern steht der Arbeitsschutz nicht ganz oben auf der prio-Liste. Andererseits war das maximale Risiko EINE einzige Fußverletzung für das gesamte Unternehmen. Das kann als akzeptabel bezeichnet werden.


    Da waren die Instandhalter, die ohne Wissen der BG, und ohne Schutz in jeder Höhe jede Arbeit verrichtet haben, ein anderes Kaliber. Dort haben wir dann angefangen Punkte abzuarbeiten. Prio setzen ist angesagt :-)...


    (...)
    Dein Problem lässt sich mit ein bisschen Eigenorganisation relativ einfach lösen. Schau mal hier. ;)


    Böh - neee... Dieses "Problem" ergibt sich bei Fremdorganisation. Mein Anteil daran ist, dass ich nicht nachfragen lasse. Aber ehrlich - dafür bin ich entschieden zu faul. Wenn es eine Gefährdungsbeurteilung gibt, und die Schutzbrille notwendig ist, trage ich sie ggf. auch als Überbrille (in Laboren). Das kenne ich auch aus der Uni. Im Fall der Kugelstrahlmaschine habe ich die Gefährdung selbst thematisiert (als externe SiFa damals) - und mich anschließend von dem Teil ferngehalten.

    3 Mal editiert, zuletzt von zzz ()

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  • Es ist ja eigentlich eine fruchtlose Diskussion, aber:


    In unserem Werk ist die allgemeine Schutzbrillentragepflicht selbstverständlich basiert auf einer Gefährdungsermittlung für das Werksgelände. Ob das jetzt jemandem passt oder nicht ist damit obsolet. Ebenso wie eine eventuelle Diskussion darüber, ob die betroffene Person das Ergebnis dieser GB in Frage stellt. Eine solche Diskussion führen wir nicht einmal ansatzweise.


    Die Konsequenz ist davon abgeleitet sehr einfach: Keine Brille - kein Zutritt. Steht der Auditor, Servicetechniker, Besucher oder Partnerfirmenhandwerker da, will keine Brille aufsetzen sondern palavern, fährt er wieder nach Hause. Möglicherweise entstehende Kosten, die durch ein solches Verhalten generiert werden, beispielsweise Arbeitsausfall, werden dem Auftragnehmer in Rechnung gestellt.


    Glaub es oder glaub es nicht - DAS funktioniert.


    So, und damit bin ich raus!


    In diesem Sinne
    Der Michael

    "...and the image is reflected back to the other side..." (Alan Parsons Project)