Gefahrenbeurteilung (Ampelmodell)

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  • Guten Abend zusammen,
    ich hoffe es kann mireiner weiterhelfen. Ich tue mich gerade schwer mit der Gefahrenbeurteilung. Inder Literatur finde ich die Beurteilung von Gefahren nach der Risikomatrixvon Noel oder nach der LMM etc. In einigen Unterlagen der BGHW wird das Ampelmodellgenannt. Jedoch kann ich in der Literatur dazu wenig finden. Kann mir jemanderklären was das Ampelmodell ist bzw. wann ich es anwenden kann. Oder ist mitdem Ampelmodell nur gemeint grün für Akzeptanzbereich, gelb für Besorgnisbereich und rot für Gefahrenbereich.
    Über einen kleine Tipp würde ich mich sehr freuen.


    Gruß Anja :)

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  • Moin,
    das Ganze ist visuell zu sehen. Die Abschätzung des Risikos wird damit bildlich gezeigt. Rot ist ein No-Go, Grün ist Topp. Also nur eine reine Anzeige.
    Wie kommt man dahin? Schadensschwere und Häufigkeit. Das mag jeder nach seiner Methode ermitteln. Wichtig ist, suche dir EINE Methode, die du magst.
    Später, in der GB, sollte diese dann aber auch ersichtlich sein, damit ein anderer das auch nachvollziehen kann.


    Viel Erfolg.

    .
    .
    .
    ... viele Grüße vom Waldmann.





    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)

  • Hallo Anja,


    das Ziel aller Maßnahmen im Arbeitsschutz ist "Sicherheit". Dieser Zustand wird mit einem sehr geringen oder vernachlässigbaren Risiko gleichgesetzt. Aber wann ist ein Risiko "gering" oder "vernachlässigbar"?
    Oberhalb dieses Bereichs der Sicherheit (Akzeptanzschwelle) beginnt der Risikobereich. Hier besteht eine Gefährdung, durch Einwirkung von Außen gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Der Übergang zwischen diesen beiden Bereichen – häufig auch als "Grenzrisiko" bezeichnet – wird im Ampelmodell durch die Grenze zwischen den Farben "grün" und "gelb" gekennzeichnet.
    Wenn man dieses Grenzrisiko als verbleibendes Risiko nach der Durchführung von Schutzmaßnahmen betrachtet, wird es meistens auch als "Restrisiko" bezeichnet.
    Oberhalb des "gelben" Risikobereichs schließt sich an der Grenze zwischen den Farben "gelb" und "rot" der "Gefahrenbereich" an, der von einem hohen, nicht mehr akzeptablen Risiko gekennzeichnet ist (Toleranzschwelle).


    In der GB muss dies auch wie von Waldmann schon erläutert nachvollziehbar sein.


    Hier ein Link zur IFA am Bsp. Gefährdungsbeurteilung Frachtcontainer wo du auch ein Muster findest.


    http://www.dguv.de/ifa/praxish…ungsbeurteilung/index.jsp


    und als Anhang das Ampelmodell der IFA-DGUV


    Gruß tanzderhexen

    Dateien

    Gruß tanzderhexen


    "Das Verhüten von Unfällen darf nicht als eine Vorschrift des Gesetzes aufgefasst werden, sondern als ein Gebot menschlicher Verpflichtung und wirtschaftlicher Vernunft"
    Werner von Siemens, Zitat von 1880
    „Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.“
    Aristoteles griech. Philosoph 384 -322 v. Chr.

  • Hi,


    das Ampelmodell hat zwei große Vorteile:


    1. anschauliche Darstellung des Risikos. Das bringt den Kunden wesentlich mehr als irgendwelche Zahlen für Häufigkeit, Schadensschwere oder Risikoprodukt anzugeben. Die Ampel ist schnell erklärt und sehr leicht verständlich.


    2. alle vorgefundenen Mängel lassen sich mit der Ampel darstellen. Wenn eine rechtsverbindliche Verpflichtung nicht eingehalten wird kann daraus nicht immer eine Schadensschwere plus Häufigkeit abgeleitet werden (eine Beurteilung z.B. nach Nohl ist einfach nicht immer sinnvoll bzw. möglich). Mit der Ampel lässt sich das jedoch problemlos mit aufnehmen und anschaulich darstellen (rot = rechtsverbindliche Verpflichtung wird nicht eingehalten, Maßnahmen zur Behebung des Mangels sind erforderlich).


    Aus eigener Erfahrung kann ich die Darstellung des Risikos mit Hilfe des Ampelmodells nur empfehlen, habe damit bei den Kunden, die beraten wurden und werden, mit Abstand die besten Erfahrungen gemacht.


    Grob vereinfacht:
    Grün bedeutet geringes Risiko, es wird empfohlen, hierunter fallende Mängel zu beheben.
    Gelb bedeutet mittleres Risiko, hierunter fallende Mängel sind soweit möglich zu beheben (es gibt Tätigkeiten, da bleibt gelb als Restrisiko bestehen; eine 100%-ig sichere Welt gibt's nur im Märchen).
    Rot bedeutet hohes (= unverantwortliches bzw. nicht akzeptables Risiko) Risiko, hierunter fallende Mängel müssen unbedingt so schnell wie möglich abgestellt werden oder Maßnahmen zur Minimierung des Risikos auf ein akzeptables Maß ergriffen werden.


    schöne Grüße

  • Vielen Dank für eure Hilfe. Ihr habt mir sehr sehr weitergeholfen.
    ich wünsche euch einen schönen und erholsamen 1 Mai.
    LG Anja

  • ich möchte das hier nochmal aufgreifen...

    Ich beurteile gerade psychische Belastungen, bietet sich der Nohl hier auch an, weil das eigentlich mein Plan war

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  • naja, eigentlich geht es nicht. Ich habe das Video gerade gesehen

    und es viel mir ein, das der Handlungskreis ja ein etwas anderer ist. Danke für den schlag auf den Hinterkopf

  • Moin,


    erste Frage, wie wird die Gefährdungsbeurteilung Psychische Belastungen durchgeführt? Oder hab ich das überlesen?
    Daran kann ich dann die Bewertung entsprechend abhängig machen. (ggf. vorgegeben... bei Befragungen: welche Algorhythmen zur Prioritätensetzung, moderierte Gefährdungsbeurteilung TN-Schätzung in Kombination mit ZDF-Auswertung etc...)
    Wichtig ist, dass spezielle Verfahren immer vor allgemeinen Verfahren ein zusetzten sind.

    Hoffe, das ist hilfreich... Viele Erfolg und gutes Thema ;-)

  • https://www.gda-psyche.de/Shar…sychischer-belastung.html


    an sich wird die Psychische Belastung genau wie jede anderen Gefährdungsbeurteilung m.E. durchgeführt.
    Nur das man etwas feinfühliger sein muss, da es sich schlißelich nicht um Maschinen o.Ä. handelt. :)

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    Die gute Nachricht, mein Freund: Wir gehen einen langen Weg

    Die schlechte ist: Es war der falsche, doch das Ziel ist ganz okay

  • Nein, Feinfühligkeit ist nicht mehr gefragt als woanders. Gefragt ist die Fähigkeit der Abstraktion, sehr hartes Kriterium an die beteiligten bei der Erstellung.


    Wir analysieren keine Menschen, sondern welche psychischen Belastungsfakturen (neutral) von unserem Arbeitssystem ausgehen (Liste), welche zu Psychischen Fehlbelastungen führen können (Statistiken, BG, Mediziner), was wir dagegen tun können und wollen (Publikationen, BG-Informationen, GDA), und wie wir die Wirksamkeit der Maßnahme messen können (Umfrage, Workshops bis GAR nicht, was in diesem Fall nicht schlimm ist, im Gegensatz zu technischen Dingen).


    Banales Beispiel: Schichtarbeit. Belastung: aua.

    Eine der möglichen Maßnahmen: ab 50 Jahren == Schichtarbeit freiwillig.

    Messung der Wirksamkeit: denk Dir was aus - wie misst Du die pychische Belastung eines Mitarbeiters, der vor der Entscheidung steht "Vielleicht eine längere Gesundheit weil keine Schichtarbeit" oder "Schichtarbeit, Risiko einer belastungsbedingten Erkrankung und so lange es gut geht: mehr Gehalt"...


    Feingefühl: IMO Null. Auch bei dem Umgang mit psychischen Belastungen ist also die Vorgehensweise streng technisch. Sobald ich mich auf die Psyche einer Person einlassen will:

    - verlasse ich meine berufliche Qualifikation

    - begebe ich mich auf GANZ dünnes Eis


    Der Betriebsarzt oder die anonyme Beratung (haben viele Firmen, ein Anbieter dafür ist auch BAD - angeblich nicht mal schlecht) kann das auf Wunsch des Mitarbeiters tun. DAS sind Menschen mit Feingefühl (also kein Job für mich). Die Bezahlung dieses Telefon-Jobs ist wahrscheinlich trotzdem Sch....


    Das Angebot einer solchen kostenlosen Hilfs-Hotline KANN also auch eine Maßnahme zur Reduzierung psychischer Fehlbelastungen sein.


    Bevor mit der Beurteilung der Psychischen Belastungen begonnen wird, ist es sinnvoll, die Hardfacts zusammenzutragen:


    - Krankheitstage, ART der Krankheiten (krankenkassen mit großen Anteilen in der Belegschaft schicken ab X versicherten eine anonymisierte Statistik auf Anfrage. X weiß ich nicht genau, aber muss groß genug sein, um keine Rückschlüsse auf Mitarbeiter zu ermöglichen).

    - Kündigungen (durch Mitarbeiter)

    - Fluktuation insgesamt

    - ... was auch immer


    Gebrochene Gliedmaßen nach dem Skiurlaub und die Grippe-/Schnupfensaison außen vor.


    Die Veränderung obiger Zahlen zum Positiven kann Hinweis auf erfolgreiche Maßnahmen im Bereich psychischer Belastungen sein. KANN...

  • https://www.gda-psyche.de/Shar…sychischer-belastung.html


    an sich wird die Psychische Belastung genau wie jede anderen Gefährdungsbeurteilung m.E. durchgeführt.
    Nur das man etwas feinfühliger sein muss, da es sich schlißelich nicht um Maschinen o.Ä. handelt. :)

    in den Empfehlung der GDA für die Beurteilung, ich meine Seite 6, ist ein Veränderter Handlungskreis.


    Und azrazr schreibt es genau treffend im ersten Absatz genau über mir...

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