Sicherheit ist ein individuelles Versprechen

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  • Hallo Kollegen,


    soeben hat sich ein neues Mitglied im Sifa-Netzwerk Deutschland angemeldet. Wo weit so gut.
    Hiermit möchte ich eine sachliche Diskussion darüber anregen ob es wirklich "DIE" Sicherheit gibt. Oder ist es nur ein Wunsch?


    Ich freue mich auf interessante Gedanken


    Reinhard Bock



    sicherheit.PNG

  • Hallo


    Also meiner Meinung nach gibt es "DIE" ultimative komplette Sicherheit nie.
    Dafür sind die Gefährdungen und die Faktoren die zusammenspielen allein schon viel zu viele/zu groß.
    Man kann allerdings als FaSi seiner Beratungspflicht so gut es nach eigenem Wissen und Gewissen (inklusive Recherche und evtl. erforderliches kontaktieren anderer Stellen) geht nachkommen, was das ganze- sollte die Beratung gut sein- sicher(er) macht.


    Und ein GANZ GROßEN Teil der Sicherheit ("DIE" Sicherheit) macht ja immer noch aus, ob der Unternehmer/Arbeitgeber überhaupt gewillt ist dahingehend nachzubessern bzw. sich auf die Beratung der FaSi einzulassen. Hierbei kristalisiert sich bei sehr vielen Arbeitgebern heraus, da es auch "nur" Wirtschaftsunternehmen sind, dass der limitierende Teil an "DER" Sicherheit das Geld ist.

    BG HM/ BG ETEM/ BG BAU/ BGHW/ BG Verkehr



    "An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern." - Erich Kästner
    "Es gibt nichts Gutes! Außer man tut es!" - Erich Kästner
    "Am Ende wird alles gut !! Und wenn es noch nicht gut ist- Ist es noch nicht das Ende" - Oscar Wilde

    2 Mal editiert, zuletzt von FaSi Schuster ()

  • Hi,


    hier stellt sich zuerst die philosophische Frage, wie Sicherheit definiert wird. Denn bekanntlich ist Sicherheit begrifflich nicht genau definiert (abgesehen von der Definition in der Norm IEC 61508, die Sicherheit als „Freiheit von unvertretbaren Risiken“ definiert, wobei der Begriff der unvertretbaren Risiken hier ebenfalls Spielraum lässt).


    Neben unvertretbaren Risiken (die sich sicher auch nicht genau definieren ließen) gibt es auch Definitionen, die unter Sicherheit einen gefahrenfreien Zustand oder einen Zustand des Sicherseins verstehen.


    Ein gefahrenfreier Zustand lässt sich sicher nicht erreichen, passieren kann immer und überall was. Die Welt ist zu komplex, als das alle Gefährdungen und Faktoren erkannt werden und wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Zudem sind auch bei bekannten Gefährdungen wirksame Schutzmaßnahmen aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer möglich. Und Sichersein bzw. sich sicher fühlen interpretiert bzw. sieht ebenfalls jeder anders.


    Laut Duden steht Sicherheit auch für Gewissheit. Und dieser Gewissheit schließe ich mich an: es wird mit Sicherheit (wieder) etwas passieren ;)


    100-%-ige Sicherheit gibt es nur im Märchen, passieren kann immer und überall etwas. Wobei auf die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Schadensschwere vieler Unfälle (aber eben nicht aller) tatsächlich im Vorfeld Einfluss genommen werden kann.
    Ob ein vorgefundener Zustand als ausreichend sicher angesehen wird, hängt von den beteiligten Akteuren ab. Hier gibt es tatsächlich Personen mit zu hoher Risikobereitschaft (i.d.R. weil sie sich für das Thema gar nicht interessieren; irgendeinen Unternehmer, bei dem Sicherheit nur auf dem Papier existiert, kennt vermutlich jeder), aber auch überfürsorgliche Personen, die es übertreiben (und ja, auch als Sicherheitsingenieur vertrete ich die Meinung, dass es auch ein zu viel an Sicherheit geben kann, das mehr Probleme verursacht als den Betroffenen wirklich hilft). Die Kunst besteht darin, den goldenen Mittelweg zu finden und Menschen für das Thema zu sensibilisieren / zu motivieren / zu begeistern, damit sie von sich aus den Mehrwert der Sicherheit erkennen und v.a. lebensgefährliche Risiken identifizieren können und sich selbst von sich aus möglichst nicht in Lebensgefahr begeben.


    Ob eine Beratung wirklich sicher sein kann, sehe ich dank Mike144s Erfahrungen tatsächlich kritisch. Es ist unmöglich jede Norm aus allen den Arbeitsschutz betreffenden Bereichen zu kennen und ein Unternehmen entsprechend vollumfänglich über den aktuellen Stand der Technik zu beraten. Aber ich halte nach meinem heutigen Wissensstand das Restrisiko für überschaubar und vertretbar. Wobei ich zugegebenermaßen sehr gespannt bin, was bei Mike144 am Ende rauskommt.


    schöne Grüße

  • "Sicherheit ist ein Versprechen, das Du Dir selbst gibst." klingt für mich nach "Du bist für Deine Sicherheit selbst verantwortlich."
    Das kann man in gewissem Rahmen so sehen, allerdings müssen dazu die Rahmenbedingungen stimmen.

    Meine Frau: Einem bei der Arbeit auf die Finger schauen und hinterher klugscheißen.

    Ich: Ist mein Job.

    Meine Frau: Solche Personen gehen mir sowas auf den Sack, den ich nicht habe.



  • Sicherheit ist immer und in allererster Linie eine sehr persönliche und individuelle Sache. Ist Autofahren sicher?!? Klar, wenn es nicht das Individuum hinter dem Lenkrad geben würde.


    Aber zum Eingangsthema: Sicherheit erreichen zu wollen hat immer auch etwas visionaries und ja, auch philosophisches. Denn mit dem Glauben und der Überzeugung fängt es an, unabhängig von nachweislichen Fakten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Schülers ein Einser Abschluß zu machen, wenn er sich mit einer 2,5 zufrieden gibt, dafür aber nicht lernen braucht?!? Warum steigt der Pilot einer kleinen Turbopropmaschine, die schon 9 mal die Tour Hannover-München hinter sich hat, auch beim 10. mal noch bei Eis und Schnee aus und prüft das Fahrwerk?!?


    Weil eine Überzeugung dahinter steht, 100 % erreichen zu können und zu wollen. Bitte, wir sind und einig, dass es trotzdem keine Garantie gibt.


    In diesem Sinne kann ich diese Aussage oben nur unterstreichen.


    In diesem Sinne
    Der Michael

    "Funny, It Worked Last Time..." (Culture, GCU)