Besuch von der BG

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  • Hallo zusammen!
    Ich bin der Peter, selbstständiger Elektrikermeister, Ende 30 und bin durch Zufall über dieses Forum gestolpert.
    Ich habe 2 Angestellte (Gesellen) und einen Azubi in Planung für kommendes Jahr. Ein kleines Lager und 2 Firmenwagen sowie mein Büro im privaten Haus.


    Ich hatte Besuch von der BG, und muss/will was machen in Sachen Arbeitsschutz.
    Bisher habe ich nicht wirklich was gemacht, bis auf eine jährliche Unterweisung anhand der Informationen die man so im Internet bekommt. Jedoch hat der Technische Aufsichtsbeamte mir gesagt ich "möchte" doch Gefährdungsbeurteilungen und noch einiges mehr machen. Ich sollte mich mal beraten lassen bei der BG (Schulung) oder einem Unternehmen die so einen Service anbieten.


    Da ich keine Zeit für eine Schulung habe die wahrscheinlich mehrere Tage dauern wird, möchte ich eine Sicherheitsfachkraft beauftragen.
    Nach ein wenig googeln habe ich auch ein paar Anbieter in der Nähe gefunden.


    Meine Frage geht in die Richtung, was brauche ich alles, und was wird so etwas kosten?
    Kann ich diese Infos irgendwo nachlesen außer in den ganzen Gesetzestexten? Ich möchte nicht ganz unvorbereitet in ein solches Gespräch gehen.


    So eine grobe Richtung wäre schön zu kennen :)



    Gruß Peter!

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  • Moin Peter,


    in erster Linie brauchst du Zeit, die du ja nicht hast, weil du "verdienen" must. Der Wille ist da, das ist schon einmal sehr gut.


    Mit den Dienstleistern ist das so eine Sache. Streu und Weizen. Wie findet man da was?


    Versuche doch über das Board jemanden zu finden, der in deiner Nähe sitzt. Alles was du brauchst ist zu 100% schon in irgendeiner Form vorhanden. So sollte auch eine günstige Hilfe möglich sein.
    Was sagt denn deine Handwerkskammer? Kann die helfen?
    Viele Vorlagen, alle Verordnungen, Gesetze und Co. gibt es im Netz, viel auch bei den BG'n.


    Das wird.
    Viel Erfolg.

    .
    .
    .
    ... viele Grüße vom Waldmann.





    "Et kütt, wie et kütt."
    (kölsche Zuversicht)

  • Da ich keine Zeit für eine Schulung habe die wahrscheinlich mehrere Tage dauern wird, möchte ich eine Sicherheitsfachkraft beauftragen.

    Nach dem Unternehmermodell dauert die Schulung bei Deiner BG 2 Tage. Ich würde keine externe Sicherheitsfachkraft damit beauftragen. Über die DGUV Vorschrift 2 kann man den Aufwand, den eine externe oder auch interne Sicherheitsfachkraft ansetzen muss abschätzen.
    Neben der Sicherheitsfachkraft benötigst Du ja auch einen Betriebsarzt. Über das Unternehmermodell kannst Du da auf ein entsprechendes Netzwerk zurückgreifen.
    In den Schulungen zum Unternehmermodell kommst Du auch mit "Leidensgenossen" in Kontakt, die vor den gleichen Problemen stehen wie Du. Warum nicht Materialien und Vorgehensweisen erarbeiten und untereinander austauschen? Viele Dinge die evt. notwendig sind kannst Du auch hier im Forum bekommen. Es gibt z.B. ein Excel Programm zur Gefährdungsbeurteilung. Spezielle Fragen können auch hier eingestellt werden und Du bekommst mit hoher Wahrscheinlichkeit auch eine passende Antwort darauf. Deine BG liefert auch einige Schulungsunterlagen und weitere Dokumente.
    Arbeitssicherheit ist kein Hexenwerk und vieles macht man schon aus "gesundem Menschenverstand" heraus. Nur oft geht man nicht strukturiert heran und dokumentiert auch zu wenig, aber das kann man ja in den Seminaren erlernen.

    Da ich das immer vergesse,
    am Kopf meines Schreibens bitte immer ein Hallo.... einfügen, dazwischen ein :62: und zum Schluß ein Gruß, AxelS (Ex tiefflieger) :D

  • Kann man machen, aber ich würde dies nicht empfehlen. Der Zeitaufwand bleibt trotzdem und ist nicht zu unterschätzen wenn man ordentliche Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen erstellen will. Für einen unerfahrenen Neuling in Sachen Arbeitssicherheit gibt es eine Vielzahl von Gefährdungen die man sicherlich nicht auf dem Schirm hat.
    Daher in Sachen Zeitaufwand und Vollständigkeit meine Empfehlung -ein klares ja zur externen Betreuung.
    Gruß Martin --

  • Guten Morgen,


    die erste Entscheidung muss du schon mal selber entscheiden. Wie bereits angedeutet:


    a) du qualifizierst dich bei deiner BG einmalig und nimmst an wiederkehrenden Auffrischkursen teil (deine Zeit & Geld) oder
    b) du beauftragst eine externe Fachkraft f. Arbeitssicherheit u. einen Betriebsarzt.


    Als ersten Schritt solltest du mal auf den Internetseiten deiner BG (BGETEM) ein wenig googlen. Bestell dir mal die kostenlose "Praxisgerechte Lösung" CD der BG. Wie schon von der Aufsichtsperson aufgegriffen, kannst du dir auch dort eine Vorlage einer Gefährdungsbeurteilung herunterladen.


    Weitere Informationen: Betriebsanweisungen, Leiterprüfung, Unterweisung / Betriebsanweisung, Unterweisung, Dienstfahrten, ...


    Gutes Gelingen bei deinem Vorhaben.

    ---


    „Willst du, dass einer in der Gefahr nicht zittert, dann trainiere ihn vor der Gefahr.“



    Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr. – 65 n.Chr.), röm. Philosoph u. Dichter

    2 Mal editiert, zuletzt von K-Prinz ()

  • Guten Morgen PetersPan,


    aus welcher Gegend kommst du denn? Sofern das jemand hier von den angesprochenen liest, bekommst du vielleicht auch Unterstützung. Hier gibt es einige, die dir bestimmt Hilfe und Unterstützung zulassen kommen könnten.
    Es ist wirklich kein Hexenwerk aber für einen "Neuling" vielleicht ersteinmal ein unüberwindliches Hindernis. Ich denk mal, einen Schubser von einen Erfahrenen FASi würde Dir bestimmt helfen.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

  • Wenn du eine Sicherheitsfachkraft beauftragen willst ist es bei der Größe deines Betriebes nicht so einfach. Entweder zahlst du mehr als du musst, oder du bekommst eine geringe Qualität für deine Tätigkeit.


    Als erstes würde ich mit dem TAB gemeinsam mal ermitteln wie viel Zeit bei deiner Betriebsgröße empfehlenswert wäre die eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bei dir Aufbringen sollte. Dies ist von mehreren Faktoren abhängig, wie Unfallhäufigkeit, Gefährlichkeit der Arbeiten die du ausführen lässt (Klettern auf Strommasten, Arbeiten in Kraftwerken oder doch nur in einfachen Gebäuden usw... )
    Beim Arbeitsmedizinischen Dienst kann dir der TAB sicherlich auch weiterhelfen.


    Wenn du dann eine Größenordnung hast dann kannst du ja entscheiden ob du einen externen beauftragen willst oder es doch selbst machen willst.


    Nur mal so:
    Wenn man von der höchsten Gefährdungsklasse ausgeht müsstest du als Grundbetreuung pro Vollzeitmitarbeiter 2,5 stunden einkalkulieren, pro Jahr. 3 Mitarbeiter x 2,5 sind dann 7,5 Stunden pro Jahr.


    Hier zum Nachlesen was in der Grundbetreuung alles enthalten sein sollte:
    http://www.arbeitssicherheit.d…brary/document/4777784,10

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  • ich sprach ja auch nur von der Grundbetreuung, aber ich bin der Meinung für einen so kleinen Betrieb habe ich innerhalb von 15 Stunden (maximal) alles notwendige beisammen.


    Das meiste gibt es als anpassbare Vorlagen bei der BG. Sogar Vorlagen für Gefährdungsbeurteilungen.


    Muss man noch sehen auf welchen Baustellen man dann arbeitet, aber auch das sollte kein Hexenwerk sein.

  • Jo kommt hin. Ich habe für einen Elektrobetrieb mit 4 Mitarbeitern ca.19 Std für die "Erstausstattung" gebraucht. Die tatsächliche Stundenzahl in der Grundbetreuung hatte sich Anfangs der Betreuung aber um einiges erhöht Aufgrund veränderter/neuer Arbeitstätigkeiten und Einsatzorte.
    Demzufolge muss man ein individuelles Angebot machen und auch im Vertrag dies berücksichtigen.

  • Ich denke aber auch, dass eine Unterstützung von einer Fachkraft hier sehr hilfreich, wenn nicht sogar notwendig ist. Wenn PP sich eingearbeitet hat und ein wenig mehr Übersicht hat, kann er bestimmt das Eine oder Andere selbst erledigen. Aber Dinge wie Lärm und Vibrationen (HAV und GKV), Ergonomie, Psychische Belastungen etc., das kann ein Neuling und auch nicht vom Fach, nicht erbringen. Woher denn auch?
    Ich finde, dass ist eine schöne Aufgabe für einen neuen, noch nicht ganz so erfahrenen FASi hier im Forum. Deshalb hatte ich ja gefragt wo PP ansässig ist.... noch keine Antwort. Eine schöne Aufgabe zum Lernen.

    Man(n) ist erst dann ein Superheld, wenn man sich selbst für Super hält!
    (unbekannt)

    „Freiheit ist nicht, das zu tun, was Du liebst, sondern, das zu lieben, was Du tust.“
    (Leo Tolstoi)



    Gruß Mick

  • Ich betreue einige kleine Elektrofirmen und das läuft sehr gut, die Chefs und Mitarbeiter arbeiten alle gut mit und man ist als SIFA gerne gesehen

    "Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten,
    Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer."


    "Bessser auf neuen Wegen etwas stolpern, als in alten Pfaden auf der Stelle zu treten"

  • Das ist eine klare Sache: Mit den zwei Tagen ist es beim Unternehmermodell nicht getan! Auf dem Seminar soll der Unternehmer nur lernen, was und wie er machen muß - die Zeit um das dann tatsächlich auch zu tun kommt natürlich noch hinzu.


    Es macht schon Sinn, sich verschiedene Angebote einzuholen. Selbst bei theoretisch laut Preisliste gleich teuren extern Fachkräften für Arbeitssicherheit können dabei aber dennoch deutlich unterschiedliche Preise herauskommen.


    Der Grund dafür ist, daß man einerseits schnell und schlampig zusammenkopierte Unterlagen bekommen kann, andererseits aber auch einfach einen Anbieter erwischt, der die Branche gut kennt und weitere Kunden aus dieser Branche hat. Da kann die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit auch ein attraktives Angebot machen und dennoch gute Qualität liefern. Die externe Fachkraft ohne Kunden derselben Branche wird ggf. ebenso gute Unterlagen erstellen, aber dafür mehr Zeit investieren müssen - und das macht die Sache natürlich teurer.


    Mein Rat: Mehrere Angebote einholen und einfach mal eine Gefährdungsbeurteilung zeigen lassen. Als Meister kannst Du die Qualität dessen, was da steht sicher beurteilen.


    Die laufenden Kosten in den nächsten Jahren für Begehungen, ASA-Sitzungen u. ä. m. sind ganz sicher tragbar. Und der Nutzen ist eindeutig größer als beim Unternehmermodell! Das hat einen banalen Grund: Die Betriebsblindheit. Wer täglich durch seinen Betrieb läuft übersieht die kleinen Mängel in Sachen Arbeitssicherheit oder Brandschutz(*), die der externen Fachkraft für Arbeitssicherheit sofort auffallen.



    Gruß Michael



    (*) Eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte auch Brandschutzbeauftragter sein. Das bedeutet zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Unterm Strich spart das Geld und ist der Sicherheit im Betrieb sehr zuträglich.

    SiFaFa weil ich zwei BG-spezifische Blöcke erfolgreich absolviert habe.

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  • Ich denke wenn sich ein Unternehmer auch noch mit der Arbeitssicherheit so intensiv beschäftigen soll wie dass eine Sifa macht wird es schwer genug Umsatz zu erwirtschaften. Egal ob Branchenfremd oder nicht. Eine gute Sifa bekommt es schneller und Kostengünstiger hin als wenn der Unternehmer es selbst macht. Berechnet doch mal die Zeit in der er nicht seinem Handwerk nach geht wenn er sich selbst drum kümmert.


    Was soll es bringen sich GB zeigen zu lassen? Eine Sifa kann daraus lesen ob sich jemand auskennt oder nicht, aber ein ungeübter...
    Spätestens die AP wird sagen ob es gut ist oder nicht. Und wenn man an eine "Verkäufer-Sifa" kommt, die nichts hinbekommt aber gern den Betrieb stilllegt weil man ASA-Sitzungen halten möchte um Kaffee zu trinken, gibt es auch mittel und wege diese in regress zu nehmen.

  • Auch in einem Kleinunternehmen machen ASA-Sitzungen Sinn. Es ist nur die Frage, ob man sie so nennen muß. Regelmäßig über die Sicherheit zu sprechen ist doch der Zweck der Sitzungen. Und das z. B. alle 3 Monate eine halbe Stunde über Sicherheitsthemen zu tun macht auf jeden Fall Sinn. Klar, es sollte noch mehr Kontakte und Gespräche geben, aber die vierteljährlichen Treffen sind gut gegen die sonst oft schnell einreissende Aufschieberitis.


    Und warum sollte ein Meister eine Gefährdungsbeurteilung nicht einschätzen können? Wenn der Meister nicht weiß, was bei der Tätigkeit X an der Maschine Y für Gefährdungen gegeben sind, sollte er schnellstens seinen Meisterbrief zurückgeben! Natürlich mag das Verfassen einer Gefährdungsbeurteilung für den darin ungeübten Meister schwieriger sein, aber ob eine Gefährdungsbeurteilung gut ist oder ob da nur Blödsinn drin steht sollte er mit seinem Fachwissen schon beurteilen können.



    Gruß Michael

    SiFaFa weil ich zwei BG-spezifische Blöcke erfolgreich absolviert habe.

  • Ja und? Steht irgendwo, daß ich keinen Arbeitsschutzausschuss etablieren darf, auch wenn ich dazu nicht verpflichtet bin?



    Gruß Michael

    SiFaFa weil ich zwei BG-spezifische Blöcke erfolgreich absolviert habe.

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  • Verdienst Du so Dein Geld? Eine gute Fachkraft für Arbeitssicherheit sollte auch soziale Kompetenz besitzen und zur zielführenden Kommunikation fähig sein. Dein destruktives Auftreten hilft Peter in keiner Weise - womit Du also auch gegen den Sinn und Zweck eines Forums wie diesem handelst.



    Gruß Michael

    SiFaFa weil ich zwei BG-spezifische Blöcke erfolgreich absolviert habe.