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gezih

Anfänger

  • »gezih« ist männlich
  • »gezih« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 16. Januar 2012, 15:17

PSA zum Schutz gegen Ertrinken

Liebe SiFa-Kollegen,

wir betreiben eine Kläranlage, in der regelmäßig Reinigungs- und Wartungsarbeiten von einzelnen Mitarbeitern durchgeführt werden. Die einzelnen Rundräumerbecken sind bis zu 3,50 m tief. Zum Schutz gegen Ertrinken, müssen die Mitarbeiter eine Schwimmweste tragen.

Meine Frage: Welche Art von Schwimmwesten sind für solche Arbeitsplätze vorgeschrieben. Auf dem Markt sind Feststoff-Westen oder aufblasbare Westen (mit CO2-Patrone) erhältlich. Der Preisunterschied kann je nach Ausstattung / Auftrieb bis zu 200 € betragen. Gibt es einen Mindeststandard ? Wie sichert Ihr die Mitarbeiter ?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

gezih

Schwert

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2

Montag, 16. Januar 2012, 17:11

Liebe SiFa-Kollegen,

wir betreiben eine Kläranlage, in der regelmäßig Reinigungs- und Wartungsarbeiten von einzelnen Mitarbeitern durchgeführt werden. Die einzelnen Rundräumerbecken sind bis zu 3,50 m tief. Zum Schutz gegen Ertrinken, müssen die Mitarbeiter eine Schwimmweste tragen.

Meine Frage: Welche Art von Schwimmwesten sind für solche Arbeitsplätze vorgeschrieben. Auf dem Markt sind Feststoff-Westen oder aufblasbare Westen (mit CO2-Patrone) erhältlich. Der Preisunterschied kann je nach Ausstattung / Auftrieb bis zu 200 € betragen. Gibt es einen Mindeststandard ? Wie sichert Ihr die Mitarbeiter ?

Vielen Dank für Eure Hilfe.

gezih




Hallo Gizih,

hier der Link von Wikipedia zu den Rettungswesten : http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungsweste

Feststoffwesten haben den Vorteil, das sie unempfindlicher und günstiger in der Anschaffung sind.
Riesen Nachteil: Die meisten haben einen Auftrieb von 150 N. Wenn man welche mit höheren Auftrieb nimmt, sind die
so "fett", das man nicht mit arbeiten kann.

Daher würde ich Automatikwesten mit 275 N Auftrieb verwenden. Die werden einmal jährlich geprüft, wenn Ihr das nicht selber machen könnt, sind das Folgekosten die berücksichtigt werden müssen.
Die Westen sitzen bequem, man kann super mit arbeiten und kaputt gehen die auch nicht, wenn man etwas drauf achtet.

Das sind Erfahrungswerte die ich selber gemacht habe. Bin als Sifa und Bootsführer beim Technischen Hilfswerk aktiv.
Dort hatten wir erst Feststoffwesten, dann 150 N Automatikwesten und jetzt nur noch 275 N Automatikwesten von Sekumar.
Wir haben die 275N-Westen bekommen, da wir auch im Winter auf dem Wasser sind. Mit Sicherheitstiefel, dicker Jacke usw.
haben Test ergeben, daß die 150N-Westen einen Verunfallten nicht immer auf den Rücken drehen.

Daher würde ich hier nicht auf einen Mindeststandard einlassen. Denn man weiss nie wie schwer die Person mit nassen Klamotten im Winter ist. Daher max. Sicherheit und 275 N Westen beschaffen ;-)


Gruss aus Minden

Flügelschraube

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  • »Flügelschraube« ist männlich

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3

Montag, 16. Januar 2012, 19:57

Hallo Girzih!
Hallo Schwert!

Die Ausführungen von Schwert sind Top in Ordnung. Gerne würde ich etwas hinzufügen:

Eine aufblasbare große Weste dreht einen auf den Rücken, macht möglicherweise Panik, weil sie eng am Hals anliegt.
Das müsste bei Unterweisungen unbedingt vorher erklärt werden.
Eine solche Automatikweste ist eher etwas um sich passiv retten zu lassen. Dies ist super, auf einem Segelboot, wo immer auch die Gefahr besteht, dass der "über Bord Gegangene" eine Kopfverletzung hat.
Kann jemand "nur" hineinfallen, würde ich eine Weste, die von Hand ausgelöst wird vorziehen.
Dann besteht viel schneller die Möglichkeit mit eigener Körperkraft zur Rettungsleiter zu gelangen (ohne behindernde Weste).

Grüße
Flügelschraube

Schwert

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4

Montag, 16. Januar 2012, 22:01

Hallo Flügelschraube,

das gebe ich Dir Recht. Mit einer 275N-Weste wird man sofort auf den Rücken gedreht. Aber man weiss ja nie was man bei der Arbeit auf den Kopf bekommt oder ob man durch Gase ohnmächtig wird. In einer Kläranlage würde ich damit rechnen. Daher Automatikweste, diese kann man auch manuell bedienen.
Auf rechten Seite haben die aber alle eine Reißleine, um manuell auszulösen. Und auf der Brust ein Ventil zum Luft ablassen und man kann Sie auch mit dem Mund wieder aufblasen. So kann man sich dann auch alleine retten.

PS: Auf meinem Profilbild kann man die 275N-Weste sehen. Wie Ihr seht, die trägt nicht dick auf. Erst wenn Sie einem um die Ohren fliegt. Wenn man das realisiert liegt man meist schon auf dem Rücken im Wasser. Dies kann man aber im trocknen bei der Einweisung simulieren. Weste anlegen und Reißleine ziehen. Dann hat man das mal mitgemacht.

Gruss Gerd

tiefflieger

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  • »tiefflieger« ist männlich

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5

Dienstag, 17. Januar 2012, 08:11

Ich kenne ja die örtlichen Gegebenheiten nicht, aber wäre es nicht sinnvoller eine Absturzsicherung zu verwenden, damit man schon gar nicht in die Sch...e fallen kann? Dann benötigt man auch keine Schwimmweste.

peter

Administrator

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6

Dienstag, 17. Januar 2012, 08:42

hallo gezih,

die auswahl der richtigen schwimmweste ist ja nur die halbe wahrheit!!

So lange ich mich an "einfachen" wasserflächen - wie z.b. an schönungsteichen oder absetzbecken - bewege, reicht eine schwimmhilfe durchaus aus. Wenn ich mich aber an "technischen" becken, die ständig oder zeitweilig belüftet werden - wie z.b. bei der "nitrifikation/denitrifikation" oder im belüfteten sandfang - bewege, reicht auch der auftrieb der 275n-weste nicht mehr aus. Die luftbläschen im wasser verringern den auftrieb enorm. Hier können nur absturzsicherungen weiterhelfen. Entweder haltegurte, die mich vor der beckenkante zurückhalten, höhensicherungsgeräte oder auffangnetze. Leider wird es da meistens sehr kompliziert, eine vernünftige absturzsicherung zu finden, die wirksam ist und gleichzeitig den betrieb der anlage nicht behindert.

Grundsätzlich sollte man primär die möglichkeiten der abstursicherung wählen, weil man dann meistens auch die problematik "Bio-Gefährdung" für den betroffenen mitarbeiter gleich mit lösen kann.



peter
Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern - Sie könnten an einem Druckfehler sterben. - Mark Twain -

gezih

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  • »gezih« ist männlich
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7

Dienstag, 17. Januar 2012, 13:50

Hallo zusammen,

Danke für die vielen Antworten.

Die Schwimmwesten sollen neben einer effektiven Absperrung, eine zustätzliche Sicherheit geben. In kritischen Situationen werden die Schutzmassnahmen erweitert (min. 2 Mann zur Sicherung etc.)

Vielen Dank für Eure Hilfe

gezih

chrimu

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Mittwoch, 18. Januar 2012, 09:06

Servus,

Hier nur der kurze Hinweis, dass manuell auslösende Westen nach BGR 201 im gewerblichen Bereich zur eingeschränkt zulässig und nutzbar sind (besondere Verwendungsbereiche). Siehe:
http://www.dguv.de/psa/de/themenfelder/s…tungswesten.pdf
und
http://www.dguv.de/psa/de/regelwerk/bgr_201.pdf

Gruss, Chrimu
Das Weltall ist groß.., besonders oben!" ( Wilhelm Busch, 1832-1908 )