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Tanzderhexen

Archiv User

  • »Tanzderhexen« ist männlich
  • »Tanzderhexen« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 7. Oktober 2011, 13:45

Burnout ist der neue "Arbeitsunfall" ??

Hallo zusammen,

nicht erst, aber aktuell seitdem ein bekannter Fußballtrainer betroffen ist. Weniger der klassische Unfall als vielmehr der Stress macht die Arbeitnehmer von heute krank. Das geht aus dem aktuellen Arbeitssicherheitsbarometer des Prüfkonzerns Dekra hervor.

http://www.haufe.de/personal/newsDetails…O&d_start:int=0

Wie sieht es in euren Unternehmen bzw. Betreuungsbetrieben aus. Wird für den betrieblichen Gesundheitsschutz was getan oder gibt es ein Betriebliches Gesundheitsmanagement ?

Freue mich auf interessante Beiträge

Gruß Tanzderhexen
"Vorbeugen ist besser als Heilen"
"Den Menschen stets im Ganzen sehen, also in und mit seinem Umfeld begreifen"
Hippokrates, griech. Arzt, 460-377 v.Chr.

elschwoabos

Riäba- ond Grumbierä-Saharischd

  • »elschwoabos« ist männlich

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2

Freitag, 7. Oktober 2011, 14:51

Viele Fragen, meine Antworten:

Ich gehe davon aus, dass in meinem Betrieb, gerade in der Pflege sehr viele Kandidaten aufzufinden wären, die entweder schon im Burnout-Prozess stecken oder zumindest kurz davor stehen.
ich selbst erhilt letzten Dezember einen (heilsamen?) Schrecken, als ich im Rahmen der Selbstlernphase das Burnout-Syndrom näher betrachtete, zu der Zeit leitete ich noch die Intensivstation:
Als ich die Symptome durchging stellte ich fest, dass alles auf mich zutraf. Gleichzeitig ging mir nicht nur eine Glühbirne, sondern ein ganzer Kronleuchter auf. Ich wusste nun warum ich nicht mehr konnte, warum sich alles Gedanken, auch im Privaen nur noch um die Arbeit drehten, warum ich morgens nach 20Km Autofahrt nicht sagen konnte, was da während der Fahrt war. Ich fuhr quasi ferngesteuert - obwohl ich so meine Zweifel an einer sicheren Steuerung hatte und habe - und war einzig gedanklich damit beschäftigt, welche Katastrofen mich nun heute wieder auf der Arbeit erwarten würden.
Und dass es heutzutage eine Headline gibt, wie bei Haufe, das liegt IMHO an der Sensibilisierung für das Thema einerseits. Vor geschätzt 20 Jahren tauchte der Burnout so langsam auf. Er wurde grundsätzlich in Verbindung mit althruistischen Betrachtungsweisen und Fragestellungen genannt. Erst in der jüngsten Vergangenheit wurde der Begriff Burnout doch erst "salonfähig" auch für andere Bereiche. Man hat erkannt, dass es auch Burnout abseits von Althruismus geben kann und vor allem gibt.
Und dennoch stehen wir hier erst am Anfang eines Weges: Diese Erkenntnis muss sich erstmal in den Chefetagen durchsetzten. Noch viel zu häufig wird Burnout mit mangelnder psychischer Belastbarkeit gleichgesetzt. Aber das benötigt Zeit.
Ich bin dabei das im Moment hier im Betrieb, in dem es allenfalls ein rudimentäres Gesundheits_management_ gibt, immer wieder zu thematisieren. Gerade heute habe ich im Bereich der Kardiologie eine GBU begleitet. Dabei habe ich dem CA vorgeschlagen, hier eine Mitarbeiterbefragung durchzuführen und bin, für mich eigentlich erstaunlicherweise auf offene Ohren gestoßen.
Vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch keinesfalls die Belastungen, die ggf. durch die Arbeitszeit entstehen können. Hier weise ich explizit auf Schichtarbeit, aber vor allem auf Ruf- und Bereitschaftsdienste hin. Im Moment führe ich zusammen mit unserem Personalchef gerade eine orientierende Belastungserfassung per Mitarbeiterbefragung durch. Interessanterweise ist die Bereitschaft der Beschäftigten nicht sehr groß sich daran zu beteiligen. Es liegt wohl daran, dass die Beschäftigten befürchten, dass sich die Arbeitszeit gegen ihre Wünsche verändern wird, wenn sie die Fragebögen abgeben.
Hier ist eben oft die Diskrepanz, dass ein weniger belastender Dienstplan mit weniger Diensten und damit weniger Euros in der Lohntüte einhergeht...

Es ist viel Arbeit, aber es lässt sich durchaus etwas bewegen.

So, und nun ein schönes erholsames Wochenende.

Hardy
Multiple exclamation marks are true sign of a diseased mind.
(Terry Pratchett)
Und nicht vergessen: Das Licht am Ende des Tunnels könnte ein einfahrender Zug sein!
Und kommst du nicht mit meinen Akronymen aka Abkürzungen klar: http://www.rrr.de/~kathinka/akronyme.htm

harmi

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3

Freitag, 7. Oktober 2011, 22:35

also präventiv wird bei uns nicht gegen, sondern für den Burnout gearbeitet. Und jeden Monat werden es mehr Kollegen, ohne dass jemand aus dem "Management" es wahr haben will......

Joerg

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4

Samstag, 8. Oktober 2011, 08:37

Hallo zusammen!
Meine Meinung ist, das es in vielen Chefetagen gar nicht thematisieren wird weil Sie sich dann fehler eingestehen müßten.
Es ist doch oftmals so, dass in vielen Chefetagen ein autoritärer Führungsstill gelebt wird.
Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Joerg« (8. Oktober 2011, 10:42)


Azubi

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5

Samstag, 8. Oktober 2011, 10:38

Hallo Harmi,

läuft bei uns genauso wie bei euch im Unternehmen, unsere Managementebene hat leider auch nur ihre Sichtweise und danach ist alles bei uns bestens.

Gruß Olaf
Die Kunst des Redens besteht darin, zu wissen, was man nicht sagen darf.